| Associated British Foods plc | |
|---|---|
| Rechtsform | Public Limited Company |
| ISIN | GB0006731235 |
| Gründung | 1935 |
| Sitz | London, |
| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | 138.000 (2025) |
| Umsatz | 19,459 Mrd. £ (Geschäftsjahr 2024/25) |
| Branche | Nahrungsmittel u. Bekleidung |
| Website | www.abf.co.uk |
| Stand: 13. September 2025 | |
Associated British Foods Plc (ABF) ist ein multinational tätiges britisches Unternehmen in den Bereichen Nahrungsmittelproduktion und Einzelhandel. Der Hauptsitz befindet sich im Weston Centre an der Grosvenor Street im Londoner Stadtteil Mayfair.
Das Unternehmen ist im Börsenindex FTSE 100 an der Londoner Börse gelistet.
Im Geschäftsjahr 2024/25, das am 13. September 2025 endete, erzielte der Konzern einen Umsatz von 19,5 Milliarden Pfund und beschäftigte 138.000 Menschen in 56 Ländern. Das Geschäft gliedert sich in die fünf Segmente Retail (Einzelhandel), Grocery (Markenlebensmittel), Ingredients (Zutaten), Sugar (Zucker) und Agriculture (Agrarwirtschaft); größtes Segment ist der Einzelhandel mit der Textilkette Primark.
Mehrheitsaktionärin ist die Holdinggesellschaft Wittington Investments, die ihrerseits von der Stiftung Garfield Weston Foundation beherrscht wird. Im April 2026 beschloss der Verwaltungsrat, Primark als eigenständige börsennotierte Gesellschaft abzuspalten.
Das Unternehmen wurde im November 1935 von Willard Garfield Weston (1898–1978) als britische Tochtergesellschaft der kanadischen George Weston Holding gegründet und trug zunächst den Namen Food Investments Limited. Im folgenden Monat wurde es als Gesellschaft öffentlichen Rechts organisiert. Ebenfalls im Dezember 1935 wurde die Bäckereikette Allied Bakeries Limited mit 14 Filialen übernommen. Beide Unternehmen fusionierten 1939. Der Namenswechsel auf Associated British Foods erfolgte 1960. Im folgenden Jahr wurde die Bäckereikette A. B. Hemmings Bakeries übernommen. Weitere bedeutende Akquisitionen waren 1963 die Supermarktkette Fine Fare (verkauft 1986), 1964 Twinings und 1973 die Mühle Cranfield Brothers in Ipswich. Nach George Westons Tod übernahm seine Söhne Garry und Galen die Konzernleitung respektive den Aufbau des USA-Geschäfts. 1987 wurden die Weston Research Laboratories eingerichtet. 1991 erwarb der Konzern die Kontrolle über British Sugar. Aus dem 1995 von Kraft’s erworbenen Bereich Lebensmittelzutaten wurde später ACH Food Companies, Inc. geformt. Zu dieser Zeit kam die Primark-Ladenkette hinzu, die 2000 ihre hundertste Filiale eröffnete. 1997 wurde die Einzelhandelsparte für Irland und Nordirland an TESCO verkauft. Burton's Biscuit, wahrscheinlich um 1996 erworben, wurde 2000 verkauft. In diesem Jahr wurde AB Enzymes gegründet. 2002 kamen Mazola Ovaltine (Wander AG) und George Weston Foods dazu, letztere Australiens und Neuseelands größter Nahrungsmittelproduzent. Tone's Spice (Gewürze) und Fleischman Yeast (Hefe) wurden 2004 erworben und Patak's Indian Food 2007. In diesem Jahr eröffnete British Sugar die erste Bioethanol-Anlage in Großbritannien. Mit Archer Daniels Midland ging der Konzern 2008 ein Joint Venture namens Stratas Foods LLC ein.
Im August 2025 kündigte ABF die Schließung der Bioethanolanlage ihrer Tochtergesellschaft Vivergo Fuels in Hull an, die aus einer Million Tonnen Futterweizen jährlich bis zu 420 Millionen Liter Bioethanol und 420.000 Tonnen eiweißreiches Futtermittel herstellte. Als Grund nannte das Unternehmen, die britische Regierung habe weder die erbetenen kurzfristigen Finanzhilfen noch eine langfristige regulatorische Zusage gewährt, nachdem sie im Mai 2025 die Zölle auf Bioethanol aus den Vereinigten Staaten aufgehoben hatte; die Produktion endete am 31. August 2025. Für Vivergo und die spanische Zuckertochter Azucarera verbuchte der Konzern im Geschäftsjahr 2024/25 Wertminderungen und Restrukturierungskosten von 161 Millionen Pfund.
Ebenfalls im August 2025 vereinbarte ABF die Übernahme der Hovis Group, zu der die Brotmarke Hovis gehört, und kündigte an, sie mit der konzerneigenen Bäckereisparte Allied Bakeries und deren Marke Kingsmill zusammenzuführen. Die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority prüfte den Zusammenschluss auf Antrag der beteiligten Unternehmen im beschleunigten Verfahren der zweiten Prüfungsphase und gab ihn am 16. Juni 2026 ohne Bedingungen frei. Ausschlaggebend war die Einschätzung, dass Allied Bakeries ohne den Zusammenschluss aus dem Markt ausgetreten wäre, sodass dessen Wettbewerbsdruck ohnehin entfallen wäre. Die Übernahme wurde am 8. Juli 2026 abgeschlossen; das vereinigte Geschäft tritt unter dem Namen Hovis Bakeries auf.
Ende März 2025 trat der Vorstandsvorsitzende von Primark, Paul Marchant, zurück. Vorausgegangen war eine von externen Anwälten geführte Untersuchung von Vorwürfen über sein Verhalten gegenüber einer Frau; nach Angaben von ABF räumte Marchant ein Fehlurteil ein und entschuldigte sich bei der betroffenen Person, beim Verwaltungsrat und bei den Beschäftigten von Primark. Die Leitung von Primark übernahm zunächst kommissarisch der Finanzvorstand des Konzerns, Eoin Tonge, der am 5. März 2026 zum Vorstandsvorsitzenden von Primark bestellt wurde; neue Finanzvorständin des Konzerns wurde Joana Edwards.
Am 4. November 2025 teilte der Verwaltungsrat mit, dass er die Konzernstruktur überprüfe und dies zu einer Trennung von Primark und dem Lebensmittelgeschäft führen könne. Am 21. April 2026 entschied er, das Einzelhandelsgeschäft im Wege eines Spin-offs abzuspalten. Primark und die unter dem Namen Associated British Foods fortgeführte Lebensmittelgesellschaft sollen beide an der Londoner Börse notiert werden; die Abspaltung soll über eine Sachdividende erfolgen. ABF rechnete mit dauerhaften Nachteilen der Trennung von weniger als 45 Millionen Pfund und mit einmaligen Kosten von rund 75 Millionen Pfund. Wittington Investments erklärte, an der Mehrheitsbeteiligung an beiden Gesellschaften festhalten zu wollen. Die ABF-Aktie verlor am Tag der Ankündigung mehr als sechs Prozent. Im September 2026 nannte das Unternehmen den Dezember 2027 als erwarteten Zeitpunkt des Abschlusses.
Das Unternehmen ist in fünf Bereiche gegliedert (Umsatzangaben für das Geschäftsjahr 2024/25):
Das Zuckergeschäft in China wurde 2024 verkauft, die mosambikanische Gesellschaft Maragra Sugar 2025.
Das Segment Grocery führt die international vertriebenen Marken Twinings (Tee), Ovaltine (Malzgetränke), Patak's (indische Fertigprodukte), Jordans (Frühstücksflocken), Blue Dragon (asiatische Zutaten) und Mazzetti (Balsamico aus Modena); auf sie entfiel 2024/25 etwa ein Drittel des Segmentumsatzes. Auf den britischen Markt ausgerichtet sind Kingsmill (Backwaren), Dorset Cereals (Müsli), Ryvita (Knäckebrot) sowie die Zuckermarken Silver Spoon und Billington's. In Nord- und Mittelamerika gehören die Speiseölmarken Mazola und Capullo, die Hefemarke Fleischmann's und die Onlinemarke Anthony's Goods zum Konzern, in Australien und Neuseeland unter anderem Tip Top (Brot und Backwaren), Don (Fleischerzeugnisse), Yumi's (Dips und Snacks) und The Artisanal Group.
Heißgetränke:
Produkte: Ovomaltine/Ovaltine und die Teemarken Twinings of London, Jacksons of Piccadilly, Nambarrie sowie La Tisanière (Kräutertee)
Verpackte Lebensmittel: In diesem Bereich bietet die Gruppe vor allem „Ethnic Food“ an:
Primark bildet das Segment Retail des Konzerns; die Primark-Gesellschaften werden im Geschäftsbericht als Tochterunternehmen von Associated British Foods geführt. Wittington Investments hält nicht Primark unmittelbar, sondern die Mehrheit der ABF-Aktien. Die Kette wurde 1969 von Arthur Ryan in Dublin gegründet, wo sich weiterhin ihr Hauptsitz befindet. Zum Ende des Geschäftsjahres 2024/25 betrieb sie 473 Filialen in 17 Ländern mit 19,5 Millionen Quadratfuß (etwa 1,8 Millionen Quadratmeter) Verkaufsfläche und mehr als 83.000 Beschäftigten; über ein Franchisemodell expandiert sie zudem am Persischen Golf. Mit 9,489 Milliarden Pfund Umsatz und 1,126 Milliarden Pfund bereinigtem Betriebsergebnis war Retail 2024/25 das größte und ertragsstärkste Segment.
Zu ABF gehört die britisch-irische Textil-Einzelhandelskette Primark, die zurzeit in Großbritannien, Irland (dort als Penneys), Spanien, Deutschland, Portugal, Niederlande, Österreich, Frankreich, Belgien, Italien und in den Vereinigten Staaten vertreten ist und hauptsächlich Bekleidung für die Altersgruppe bis 35 Jahre anbietet.
ABF hält 50 Prozent an Stratas Foods, einem US-amerikanischen Anbieter von verpackten Speiseölen, Margarinen, Mayonnaisen, Saucen und Dressings für Großverbraucher, Lebensmittelhersteller und den Einzelhandel, 50 Prozent an Frontier, einem britischen Anbieter von Getreidevermarktung, Saatgut, Pflanzenschutzmitteln, Düngemitteln und Anbauberatung, 50 Prozent an New Food Coatings, einem Hersteller von Panaden, Backteigen, Gewürzmischungen und Saucen für Australien, Neuseeland und Südostasien, sowie 42,5 Prozent an der Czarnikow Group, einem auf die Lebensmittel- und Getränkebranche spezialisierten Dienstleister für Lieferketten.
Der Konzern war im Geschäftsjahr 2024/25 in 56 Ländern tätig. Das Zuckergeschäft betrieb 16 Werke in acht Ländern mit einer Jahreskapazität von etwa vier Millionen Tonnen Zucker und bewirtschaftete gemeinsam mit mehr als 25.000 Vertragslandwirten über 330.000 Hektar. Ss umfasste Rohrzuckerbetriebe in Eswatini, Malawi, Südafrika, Tansania und Sambia, Verpackungsbetriebe in Ruanda sowie die Rübenzuckerhersteller British Sugar im Vereinigten Königreich und Azucarera in Spanien. Die Hefe- und Backmittelsparte AB Mauri unterhielt 55 Werke in 32 Ländern und beschäftigte mehr als 6.200 Menschen; die Spezialzutatensparte ABF Ingredients hatte knapp 1.400 Beschäftigte und Produktions- sowie Forschungsstandorte in 14 Ländern. Das Agrargeschäft AB Agri zählte rund 3.380 Beschäftigte.
Zu den deutschen Tochtergesellschaften gehören der Hefe- und Hefeextrakthersteller Ohly in Hamburg, die AB Enzymes GmbH in Darmstadt, die Westmill Foods Europe GmbH in Bonn, die Wander GmbH in Frankfurt am Main und die Primark Handel Ltd. & Co. KG in Essen.
Wittington Investments Limited hielt zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft Howard Investments Limited am 13. September 2025 421.243.985 Stammaktien und damit 58,8 Prozent des Grundkapitals von Associated British Foods (Vorjahr: 56,6 Prozent). An Wittington war die 1958 von Willard Garfield Weston gegründete Stiftung Garfield Weston Foundation mit 79,2 Prozent beteiligt; sie ist damit die oberste beherrschende Gesellschafterin des Konzerns, ihre Treuhänder waren neun Enkel des Stifters. Zusammen mit weiteren Mitgliedern der Familie Weston, darunter die Verwaltungsratsmitglieder George Weston und Emma Adamo, verfügten die beherrschenden Gesellschafter über etwa 62,8 Prozent der Stimmrechte. Eine weitere Tochtergesellschaft von Wittington ist das Londoner Handelshaus Fortnum & Mason.