| Mighty Diamonds | |
|---|---|
The Mighty Diamonds (2012) | |
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | Jamaika |
| Genre(s) | Roots Reggae |
| Gründung | 1969 |
| Auflösung | 2022 |
| Gründungsmitglieder | |
Lead-Gesang | Donald „Tabby“ Shaw |
Begleitgesang | Fitzroy „Bunny“ Simpson |
Begleitgesang | Lloyd „Judge“ Ferguson |
Mighty Diamonds ist ein jamaikanisches Gesangstrio, das sich dem Roots Reggae mit einem stark rastafarianischen Einfluss verschrieben hat. Die Band wurde 1969 gegründet und hielt bis 2012 zusammen. Größte Bekanntheit erlangte sie durch das von Joseph Hoo Kim produzierte Debütalbum Right Time und die Auskopplung Deeper Roots im Jahr 1979. Mighty Diamonds gilt als eines der erfolgreichsten Gesangstrios im Jamaika der 1970er und 1980er Jahre.
Die Mitglieder der 1969 in Kingston (Jamaika) im Stadtteil Trenchtown gegründeten Band waren der Leadsänger Donald Orlando „Tabby“ Shaw (1955–2022) sowie die Begleit-Sänger Fitzroy Ogilvie Matthews „Bunny“ Simpson (1951–2022) und Lloyd „Judge“ Ferguson (* 1943). Sie fanden sich Mitte der 1960er Jahre als Schulfreunde zusammen und nannten sich anfänglich – indem sie Shaws Mutter „The Diamonds“ nannte – “The Limelight, adopting Mighty Diamonds”. Mit ihren sanften Harmonien und ihren Bühnen-Choreografien ließen sie sich von Motown-Gesangsgruppen der 1960er inspirieren, wobei Shaw als Quellen der Inspiration sowohl The Temptations, The Stylistics, The Impressions und The Delfonics aufzählt als auch jamaikanische Rocksteady-Künstler wie John Holt und Ken Boothe.
Ihre ersten Aufnahmen wurden von Pat Francis, Stranger Cole (Girl You Are Too Young (1970), Oh No Baby), Derrick Harriott (Mash Up), Bunny Lee (Jah Jah Bless the Dreadlocks, Carefree Girl), Lee Perry (Talk About It) und Rupie Edwards produziert, doch ihre erste Hit-Single war die Francis-Produktion Shame and Pride, aufgenommen im Studio Dynamic Sounds. Den letztendlichen Durchbruch brachte ihnen Mitte der 1970er Jahre die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Joseph Hoo Kim. Country Living und Hey Girl wurden im Channel One Studio aufgenommen und vom gleichnamigen Label herausgegeben. Das mit den Revolutionaries eingespielte Album Right Time erschien auf Hoo Kims Label Well Charge, und manifestierte ihren Status als eine der bekanntesten jamaikanischen Gruppen ihrer Zeit.
Bei Virgin Records unter Vertrag genommen, wurde 1976 das Debüt-Album Right Time mit den meisten ihrer frühen Channel-One-Hits veröffentlicht. Das Album war ein internationaler Erfolg, worauf hin Virgin sie zur Zusammenarbeit mit Allen Toussaint, unterstützt durch ortsansässige Musiker, nach New Orleans schickte. Das daraus resultierende Album Ice on Fire verkaufte sich schlecht. Es sprach Reggae-Fans nicht an und wurde beschrieben als “Versuch von Soul-Musikern aus New Orleans Reggae zu spielen”.
Wieder zurück in Jamaika, setzten sie die Aufnahmen für Channel One mit dem 1978 veröffentlichten Album Stand Up to Your Judgment und einer Reihe von Hit-Singles fort. Außerdem veröffentlichten sie Aufnahmen mit ihrem eigenen Platten-Label 'Bad Gong'. Das nächste große Erfolgsalbum der Band, Deeper Roots, wurde wieder durch Virgin über ihr Label Front Line herausgebracht.
In den frühen 1980er Jahren nahmen sie mit dem Produzenten Gussie Clarke – größtenteils zurückgreifend auf alte „Studio One“-Einspielungen als Grundlage für ihre Aufnahmen – auf. Hieraus resultierende Dubplates – insbesondere „Pass the Kouchie“, aufgenommen in “Full Up Riddim Aka Kutchie Riddim Mix” – erlangten Bekanntheit durch Sound Systems in Jamaica, New York, und London. Ihre Zusammenarbeit mit Clarke ergab 1981 das Album Changes.
“Pass the Kouchie”, geschrieben von Ferguson and Simpson, wurde gleich zweimal ein internationaler Hit, einmal nach der ersten Veröffentlichung (auf ihrem 1982 erschienenen Album Changes) und erneut – wegen des Bezugs zu Drogen – mit geändertem Text von Musical Youth als “Pass the Dutchie”.
Ihr Auftritt 1982 auf dem Reggae Sunsplash wurde im späteren Verlauf des Jahres zusammen mit dem von Mutabaruka veröffentlicht.
Die Gruppe fuhr mit der regelmäßigen Herausgabe von Alben fort, die sich erfolgreich – unter anderem an die vorherrschenden digitalen Rhythmen der 1980er Jahre – anpassten. Tabby, Bunny und Judge haben in ihrer langen Karriere über 40 Alben produziert.
2021 wurde die Gruppe im Rahmen der National Honours and Awards zum 59. Jahrestag zur Unabhängigkeit Jamaikas geehrt.
Tabby Shaw wurde am 29. März 2022 bei einem Drive-by-Shooting in Kingston getötet. Nur drei Tage später starb Bunny Simpson. Simpson litt an Diabetes und seit 2015 an den Folgen eines Schlaganfalls.
Musikbeispiele