Milda

Wappen Deutschlandkarte
Milda
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Milda hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 51′ N, 11° 28′ OKoordinaten: 50° 51′ N, 11° 28′ O
Bundesland:Thüringen
Landkreis: Saale-Holzland-Kreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Südliches Saaletal
Höhe: 405 m ü. NHN
Fläche: 22,05 km²
Einwohner: 749 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07751
Vorwahl: 036422
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Gemeindeschlüssel: 16 0 74 057
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstr. 23
07768 Kahla
Website: www.vg-suedliches-saaletal.de
Bürgermeisterin: Isabell Klein (parteilos)
Lage der Gemeinde Milda im Saale-Holzland-Kreis
KarteSachsen-AnhaltGeraJenaLandkreis GreizLandkreis Saalfeld-RudolstadtLandkreis SömmerdaLandkreis Weimarer LandSaale-Orla-KreisAlbersdorf (Thüringen)AltenbergaBad KlosterlausnitzBibra (bei Jena)BobeckBremsnitzBuchaBürgel (Thüringen)Crossen an der ElsterDornburg-CamburgEichenberg (bei Jena)EinebornEisenberg (Thüringen)FrauenprießnitzFreienorlaGeisenhainGneusGösenGolmsdorfGraitschen bei BürgelGroßbockedraGroßeutersdorfGroßlöbichauGroßpürschützGumperdaHainichen (Thüringen)HainspitzHartmannsdorf (bei Eisenberg)Heideland (Thüringen)Hermsdorf (Thüringen)HummelshainJenalöbnitzKahlaKarlsdorf (Thüringen)KleinbockedraKleinebersdorf (Thüringen)KleineutersdorfLaasdorfLehesten (bei Jena)LindigLippersdorf-ErdmannsdorfLöberschützMertendorf (Thüringen)MeusebachMildaMöckern (Thüringen)Mörsdorf (Thüringen)NausnitzNeuengönnaOberbodnitzOrlamündeOttendorf (Thüringen)Petersberg (Saale-Holzland-Kreis)Poxdorf (Thüringen)Rattelsdorf (Thüringen)RaudaRauschwitzRausdorf (Thüringen)Reichenbach (Thüringen)ReinstädtRenthendorfRothensteinRuttersdorf-LotschenScheiditzSchkölenSchleifreisenSchlöbenSchöngleinaSchöps (Thüringen)Schöps (Thüringen)SeitenrodaSerbaSilbitzSt. GangloffStadtrodaSulzaTautenburgTautendorf (Thüringen)TautenhainThierschneckTissaTrockenborn-WolfersdorfTröbnitzUnterbodnitzWaldeck (Thüringen)WalpernhainWaltersdorf (Thüringen)Weißbach (Thüringen)Weißenborn (Holzland)WichmarZimmern (Saale-Holzland-Kreis)Zöllnitz
Karte

Milda ist eine Gemeinde im Südwesten des Saale-Holzland-Kreises und ein Teil der Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal. Zur Gemeinde Milda gehören Milda, Zimmritz, Dürrengleina, Kleinkröbitz und Großkröbitz, Rodias und Plinz.

Geographie

Milda ist der zweitwestlichste Ort im Saale-Holzland-Kreis. Bis zur Kreisstadt Eisenberg sind es allein 30 Kilometer Luftlinie. Die Gemarkung liegt auf einer leicht kupierten Hochebene auf Muschelkalk. Die Ackerstandorte sind meist grundwasserfern. Im Gemeindegebiet liegt die Wüstung Zettelwitz.

Geschichte

Kirchhof von oben

Der Ortsname ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass das Dorf zwar auf der Hochfläche, aber in einer Mulde im Quellgebiet der Leutra liegt. Damit wäre er germanischen Ursprungs.

Der romantische Leutragraben zieht sich vom Ort bis zur ehemaligen Autobahn A4 (Abschnitt Jena-Göschwitz – Schorba). Ab hier verlief die Autobahn bis Maua parallel zur Leutra. Seit Inbetriebnahme des Jagdbergtunnels wird dieser Abschnitt derzeit wieder renaturiert. In Maua mündet die Leutra in die Saale.

Urkundliche Erwähnungen fand der Ort unter den Namen Immelden (um 1070), Muldau oder Muldauw (um 1200), Mylda (1534), Mülda (1750), Milda (1761).

Der Ort war möglicherweise sorbisch bzw. slawisch besiedelt, darauf deuten in der Umgebung der Ortsname Schorba und zahlreiche auf –itz endende Siedlungsnamen sowie ein 1932 entdecktes slawisches Grab.

Der Ort war ein Rundling mit nur einem Eingang zwischen Kirche und Pfarrhaus. Milda gehörte als Exklave zur Oberherrschaft Kranichfeld, die wechselnde Eigentümer hatte (zu Gotha ab 1663, zu Meiningen ab 1826) und war so ganz von Weimarer bzw. Altenburger Gebiet umgeben.

Ein Ausbruch der Pest forderte 1564 99 Tote, dies entsprach etwa der Hälfte der Einwohner. Im Dreißigjährigen Krieg kam es am 6. Mai 1639 zu einer Auseinandersetzung der Bauern mit den Schweden, daher rührt der Flurname „Mordgraben“ südlich des Ortes. Am 10. September 1793 vernichtete ein Brand fast das gesamte Dorf.

Im April 1945 wurde der Ort von der US Army befreit, die Anfang Juli 1945 von der Roten Armee abgelöst wurde. Ab 1952 wurde die Landwirtschaft in dem bisherigen Bauerndorf zwangsweise kollektiviert.

Einwohnerentwicklung

1693 hatte Milda 232 Einwohner, darunter einige Träger des seltenen Namens Kornarius, Nachkommen des Gelehrten Janus Cornarius, der 1558 im nahen Jena starb.

Jahr17281843189519101936
Einwohner218231289303282

Die Einwohnerentwicklung von Milda ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

JahrEinwohner
31.12.1994726
31.12.1995759
31.12.1996784
31.12.1997806
31.12.1998840
31.12.1999856
31.12.2000836
31.12.2001820
31.12.2002828
31.12.2003830
JahrEinwohner
31.12.2004813
31.12.2005828
31.12.2006828
31.12.2007822
31.12.2008812
31.12.2009805
31.12.2010810
31.12.2011779
31.12.2012770
31.12.2013773
JahrEinwohner
31.12.2014716
31.12.2015748
31.12.2016727
31.12.2017728
31.12.2018739
31.12.2019742
31.12.2020726
31.12.2021722
31.12.2022726
31.12.2023722
JahrEinwohner
31.12.2024728
31.12.2025749

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus acht Mitgliedern. Seit der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 verteilen sich die Sitze wie folgt (in Klammern der jeweilige Stimmenanteil):

Bürgermeister

Aus den Wahlen der vergangenen Jahre gingen als gewählte Bürgermeister hervor:

Wappen

Wappenbeschreibung: „Gespalten von Gold und Grün; vorn ein grüner Laubbaum, hinten ein goldener Kranich.“

Sehenswürdigkeiten

Dorfkirche St. Jakob (2021) (Lage→)
Merten-Mauerstein

Verkehr

Milda liegt wenige Kilometer entfernt von der nördlich verlaufenden Bundesautobahn 4 (Anschlussstelle 52, Bucha). Mit dieser verbunden ist Milda durch die Landesstraße 2309, die 2007 grundlegend neu ausgebaut wurde. Von Milda nach Osten führt diese Straße zur B 88 in Richtung Kahla und Jena, nach Westen in Richtung Blankenhain. Nach Süden verläuft eine geschotterte Forststraße von Milda zum 3,7 km entfernten Beckerskirchhof und weiter über 3,3 km als öffentliche Straße nach Reinstädt.

Commons: Milda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. ↑ Jana Scheiding: Wahl im Saale-Holzland: Das ist die neue Bürgermeisterin von Milda. In: otz.de. Funke Medien, 8. März 2026, abgerufen am 10. März 2026.
  3. ↑ Thüringer Landesamt für Statistik: Gemeinde Milda, abgerufen am 1. Mai 2026
  4. ↑ Thüringer Landesamt für Statistik: Wahlen in Thüringen, Gemeinderatswahl 2019 in Thüringen, Milda. Abgerufen am 5. November 2022.
  5. ↑ Wahlen in Thüringen, Bürgermeisterwahl 2026 in Thüringen, Milda. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 30. März 2026.