| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 50° 52′ N, 11° 21′ O | |
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Weimarer Land | |
| Höhe: | 350 - 390 m ü. NHN | |
| Fläche: | 113,75 km² | |
| Einwohner: | 6461 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 57 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 99444 | |
| Vorwahlen: | 036459, 036422 (Drößnitz, Wittersroda), 036454 (Meckfeld, Niedersynderstedt, Söllnitz, Tromlitz) | |
| Kfz-Kennzeichen: | AP, APD | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 71 008 | |
| LOCODE: | DE BLK | |
| Stadtgliederung: | 23 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktstraße 4 99444 Blankenhain | |
| Website: | www.blankenhain.de | |
| Bürgermeister: | Jens Kramer (CDU) | |
| Lage der Stadt Blankenhain im Landkreis Weimarer Land | ||
Blankenhain ist eine Kleinstadt im Süden des Landkreises Weimarer Land an der Thüringer Porzellanstraße. Sie liegt zwischen Weimar und Rudolstadt und gehört zu den flächengrößten Gemeinden Thüringens. Blankenhain trägt den Beinamen „Lindenstadt“.
Blankenhain (Kernstadt) liegt in etwa 350 Meter Höhe in der Talsenke der Schwarza, die die Stadt von Ost nach West durchfließt. Nördlich liegt der 497 Meter hohe Kaitsch und westlich erheben sich ebenfalls bewaldete Berge, die zur geologischen Formation der Ilm-Saale-Platte (Muschelkalk) gehören. Nach Süden und Osten erstreckt sich eine wellige Hochfläche, auf der die meisten Ortsteile Blankenhains liegen. Nachbarstädte sind Bad Berka im Norden, Magdala im Osten, Rudolstadt mit dem Ortsteil Teichel im Süden und Kranichfeld/Tannroda im Westen.
Weimar liegt etwa 15 Kilometer nördlich, Jena etwa 20 Kilometer östlich und Rudolstadt etwa 20 Kilometer südlich. Erfurt befindet sich etwa 30 Kilometer nordwestlich von Blankenhain.
Zur Stadt Blankenhain gehören neben der Kernstadt, zu der auch die Siedlung Egendorf gehört, 23 Ortsteile:

In der Kernstadt leben etwa 3.686 (Stand 31. Dezember 2025) Einwohner.
Im Mittelalter kreuzten sich zwischen Ilm und Saale mehrere wichtige Wege: Kahla–Erfurt, Weimar–Saalfeld, Gera–Arnstadt, Magdala–Großliebringen/Langewiesen/Dreiherrenstein/Frauenwald. Zum Schutz dieser Verbindungen gab es eine hochmittelalterliche Burg in Blankenhain, auf deren Gelände jetzt das Blankenhainer Schloss steht. Die Herren von Blankenhain sollen eine Nebenlinie der Herren von Mellingen gewesen sein. Sie waren Vasallen des Erzbischofs von Mainz. 1147 nannte man einen Zeugen Gottfried von Blankenhain. Unter der Herrschaft der Landgrafen von Thüringen, stiegen dann die Herren von Blankenhain durch Burgenbesitz in den Adel auf.
Im Mittelalter war Blankenhain eine gut befestigte Stadt mit Mauer, Graben, Wall und einer dichten Hecke. Neun Teiche sicherten die 4 bis 5 m hohen Mauern. Letzter Zeitzeuge dieser massiven Anlagen ist der kleine Ententeich, der sich früher durch die gesamte Parkanlage des Carl-Alexander-Platzes gezogen haben soll.
Im Bereich des Schlosses wurden Siedlungsreste aus dem 7. Jhd. nachgewiesen. Die damals hier errichtete fränkische Rundburg, diente vor allem dem Schutz der hier durchführenden zwei Handelsstraßen. Die erste urkundliche Erwähnung Blankenhains erfolgte am 7. Juli 1252. Zur Verleihung des Stadtrechts ist kein genaues Datum überliefert, erstmals als Stadt bezeichnet wurde Blankenhain 1424. Um 1500 wurde die Burg umgebaut und nach einem Brand 1667 bekam das Anwesen die heutige Gestalt.
Blankenhain war im Spätmittelalter zum Sitz einer Seitenlinie der Grafen von Gleichen geworden, nach dem Aussterben der Grafen von Gleichen fiel deren Lehen zunächst an das Erzbistum Mainz, 1639 übergab man wie auch in Ohrdruf und Wandersleben das heimgefallene Lehen an die Grafen von Hatzfeld. Nach deren Aussterben fiel Blankenhain 1794 an Mainz zurück.
Der heutige Marktplatz entstand 1716 und das Rathaus wurde 1739 erbaut. 1794 zum Kurfürstentum Mainz gehörend, wurde Blankenhain 1803 preußisch und 1806 den Franzosen untertan. In dieser Zeit schenkte Napoleon der Universität Jena zur Wiedergutmachung für deren Kriegsschäden das Lindengrundstück (heute Helios). Die Universität Jena brauchte allerdings bereits 1812 dringend Geld zum Ankauf einer Bibliothek und veräußerte das Grundstück. So gehörte es zunächst der Französischen Kriegs- und Domänenkammer, dann 1813 der Preußischen Verwaltung und schließlich seit 1815 der Großherzoglichen Landesregierung Sachsen-Weimar-Eisenach, zu dem es bis 1920 gehörte. Das Blankenhainer Schloss war für kurze Zeit Aufenthaltsort des Preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. und seiner Frau Königin Luise bei dem fluchtartigen Rückzug in Richtung Königsberg nach der verlorenen Schlacht von Jena und Auerstedt.

In der Zeit des Nationalsozialismus gab es im Ort eine Adolf-Hitler-Schule, eine Internatsschule, die einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt („Napola“) ähnelte und zu den nationalsozialistischen Ausleseschulen zählte.
Bei Einmarsch der US-Truppen am 12. April 1945 befand sich Konrad Fuß, langjähriger Vorsitzender der KPD, während eines Gefechtes zwischen deutscher und amerikanischer Infanterie im Feuerbereich und erlag noch vor Ort seinen Schussverletzungen. Der amtierende NSDAP-Bürgermeister Paul Garke, der auf dem Rathaus die weiße Fahne hissen ließ und dem amerikanischen Kommandanten für wenige Wochen hilfreich zur Seite stand, wurde nach Ankunft der Sowjets am 3. Juli 1945 festgenommen. Er verstarb am 10. Februar 1946 im sowjetischen Speziallager Jamlitz.
Nach Befreiung des KZ Buchenwald am 11. April 1945 wurde in der früheren Landesheilanstalt das american protected TBC-hospital of Buchenwald eingerichtet. Hier erhielten die nun freien Tuberkulose kranken Häftlinge ab Mai medizinische Versorgung und Pflege. Dennoch starben viele auf Grund ihres schlechten Allgemeinzustandes. Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter waren 1942 bis 1944 im Reservelazarett Egendorf nahe Blankenhain gestorben. Sie alle wurden auf dem Blankenhainer Friedhof beigesetzt. 1947/48 wurde separat ein „Sowjetischer Ehrenfriedhof“ angelegten und die sterblichen Überreste der Menschen aus der damaligen UdSSR dahin umgebettet.
Die „Kernstadt“ Blankenhain verfügt seit 1908 über eine leitungsgebundene öffentliche Wasserversorgung; einige der 1994 eingemeindeten Orte hatten für ihre Einwohner schon zuvor derartige Einrichtungen geschaffen. Heute obliegt die Aufgabe der Wasserversorgung im gesamten Gebiet der Stadt dem Wasserversorgungszweckverband Weimar; die Abwasserbeseitigung ist dem Zweckverband JenaWasser übertragen worden.
Die deutsche Fußballnationalmannschaft trainierte zur Vorbereitung auf die Fußball-Europameisterschaft 2024 im Spa- und GolfResort Weimarer Land in Blankenhain vom 26. bis 30. Mai 2024.
Im Jahre 1840 wurde in Blankenhain das „Thüringische Landeshospital“ errichtet, in dem "Geistig Kranke und Sieche" untergebracht und betreut werden sollten. Weil die Zugänge von psychisch Erkrankten und Behinderten weiter anstiegen, folgten in den kommenden Jahrzehnten Erweiterungsbauten, bis auch das Schloss zur Unterbringung von 80 Patienten hergerichtet wurde. Ein monumentaler Zweckbau, das sogenannte Zentralgebäude beherbergte die Patienten der "Landesheilanstalt Thüringen" dann bis ca. 1920. In dieser Zeit erfolgte der Umzug in die eigens dafür neu erbauten Gebäude auf dem Gelände der heutigen Helios-Klinik. Im Jahre 1940 wurde die Anstalt weitgehend geräumt. Die Mehrzahl aller Patienten wurde nach Mühlhausen und Stadtroda, die meisten darunter jedoch nach Zschadraß verlegt, bis sie in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein überstellt worden sind, wo sie mit Gas erstickt wurden.
In Erinnerung an diesen Teil der Anstaltsgeschichte wurde am 28. September 2013 unter dem Beisein des Thüringer Innenministers Jörg Geibert eine Gedenktafel an der Grundmauer des Zentralgebäudes eingeweiht, die von vier Schülerinnen des Gymnasiums Bergschule in Apolda gestiftet wurde. Die Abiturientinnen legten als Bestandteil ihrer Projektarbeit eine Broschüre über den Mord an Blankenhainer Patienten in der NS-Zeit vor.
| Ehemalige Gemeinde | Datum | Anmerkung |
|---|---|---|
| Alt- und Neudörnfeld | 1. Oktober 1993 | |
| Drößnitz | 2. September 1995 | |
| Großlohma | 1. April 1959 | Zusammenschluss mit Kleinlohma zu Lohma |
| Hochdorf | 1. Oktober 1993 | |
| Keßlar | 1. Oktober 1993 | |
| Kleinlohma | 1. April 1959 | Zusammenschluss mit Großlohma zu Lohma |
| Krakendorf | 1. Oktober 1993 | |
| Lengefeld | 1. Oktober 1993 | |
| Lohma | 1. Oktober 1993 | |
| Loßnitz | 1. Oktober 1993 | |
| Lotschen | 1. März 1974 | Eingemeindung nach Keßlar |
| Meckfeld bei Blankenhain | 1. März 1974 | Eingemeindung nach Keßlar |
| Neckeroda | 1. Januar 1997 | Umgliederung aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt |
| Niedersynderstedt | 1. Oktober 1993 | |
| Obersynderstedt | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Loßnitz |
| Rettwitz | 6. Mai 1984 | Eingemeindung nach Krakendorf |
| Rottdorf | 1. Oktober 1993 | |
| Saalborn | 9. April 1994 | |
| Schwarza | 1. Oktober 1993 | |
| Söllnitz | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Loßnitz |
| Thangelstedt | 1. Oktober 1993 | |
| Tromlitz | 1. Oktober 1993 | |
| Wittersroda | 17. Februar 1965 | Eingemeindung nach Drößnitz |
Die Kommunalwahl vom 26. Mai 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 63,3 % zu folgendem Ergebnis:
| Partei / Liste | Stimmenanteil | Sitze |
| CDU | 47,2 % | 9 |
| SPD | 8,0 % | 2 |
| BI der Einheitsgemeinde Blankenhain | 32,2 % | 6 |
| Soziale Initiative Blankenhain | 12,5 % | 3 |
Die Kommunalwahl vom 26. Mai 2019 führte bei einer Wahlbeteiligung von 62,8 % zu folgendem Ergebnis:
| Partei / Liste | Stimmenanteil | Sitze |
| CDU | 45,6 % | 9 |
| BI der Einheitsgemeinde Blankenhain | 16,7 % | 3 |
| Die Linke | 14,8 % | 3 |
| Unabhängige BI Weimarer Land | 10,8 % | 2 |
| SPD | 7,1 % | 2 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 4,9 % | 1 |
Von 2006 bis 2018 war dies Klaus-Dieter Kellner (SPD), der aus Altersgründen nicht erneut kandidierte. Seit 2018 ist der vormalige Stadtkämmerer Jens Kramer (CDU) Bürgermeister. Er wurde 2024 mit 72,1 % wiedergewählt.
Eine Städtepartnerschaft besteht seit dem 1. September 1990 zu Waldeck in Hessen.
Der Name Blankenhain „Bei dem blanken Hain“ bedeutet sauber gerodete Waldstätte. Rund 260 Linden auf dem Stadtgebiet sorgten einst für den Beinamen „Lindenstadt“. Die Stadtväter nahmen den Beinamen „Lindenstadt“ zum Anlass, im Stadtgebiet hauptsächlich Linden anzupflanzen.


Blankenhain ist eine ehemals landwirtschaftlich geprägte Kleinstadt und erlangte im 18. Jahrhundert mit Handwerksbetrieben überörtliche Bedeutung. Hier befand sich der Sitz der 1790 von Christian Andreas Speck gegründeten Weimarer Porzellanmanufaktur. Das Porzellan nannte man das „Weiße Gold von Blankenhain“. Es wurde hier von 1790 bis 2018 produziert. Ansässig waren eine Glasbläserei, eine Leinenweberei, später eine Baumwollweberei.
Die Blankenhainer Ortschronik dokumentiert eine mehr als 400-jährige Brautradition in der Lindenstadt, denn Bier war eine begehrte Handelsware. Die älteste erhaltene Brauordnung der Stadt datiert aus dem Jahr 1522. Heute wird kein Bier mehr in Blankenhain gebraut.
Viele Einwohner finden heute auch in den nahe gelegenen Städten Jena, Weimar und Erfurt Arbeit.
Die Klinik in Blankenhain ist ein Regelversorger mit einem Zentrum für Dialyseshuntchirurgie. Sie nahm 1835 ihre Arbeit auf. Sie gehört seit 1997 zu den Helios Kliniken.
Die Grafe GmbH & Co. KG mit Sitz in Blankenhain ist ein weltweit agierendes Unternehmen für Farb-Masterbatche und Additive für die Kunststoffindustrie.

Die Bier- und Burgenstraße und die Thüringer Porzellanstraße verlaufen durch Blankenhain.
Hauptverkehrsader der Stadt ist die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Bundesstraße B 85, die Weimar mit Rudolstadt verbindet. Weitere Straßenverbindungen bestehen nach Tannroda im Westen, Apolda im Nordosten und Kahla im Osten. Der Anschluss an die Bundesautobahn A4 liegt ca. 12 km entfernt bei Magdala.
Mit der Buslinie 114 der KomBus erreicht man unter anderem Rudolstadt. Mit der Linie 221 der PVG Weimarer Land erreicht man Bad Berka und Weimar.
Die Eisenbahnverbindung nach Weimar bestand mit der Weimar-Berka-Blankenhainer Eisenbahn zwischen 1887 und 1967. Der Kopfbahnhof von Blankenhain befand sich auf der Weimarer Straße 19A, Ecke Marienstraße.
Blankenhain hat eine staatliche Grundschule, eine Regelschule, das staatliche Förderzentrum „Hans Bürger“ Blankenhain und eine Musikschule.
Die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Blankenhain zählten 178 aktive Personen. Stadtbrandmeister ist Manfred Nagel.
Blankenhain verfügt über ein Freibad (Wald- und Erlebnisbad) mit einem 25-m-Sportbecken, sowie eine Kunststoffeisbahn im Winter. Das Spa- und Golfresort Weimarer Land bietet eine 36-Loch-Golfanlage mit Hütte, Restaurant und Hotel. Es wird zeitweise zu Trainingszwecken durch den DFB genutzt. Das Resort wurde um den ehemaligen Gutshof Krakau angelegt. Ab 2027 wird das Spa & GolfResort Weimarer Land in Blankenhain das neue, dauerhafte Quartier und Trainingszentrum für die deutschen Fußball-Nationalmannschaften der Männer und Frauen.
Die Stadt verfügt über gut markierte Wanderwege mit Bänken und Schutzhütten. Zum Stadtgebiet zählt das Landschaftsschutzgebiet Mittleres Ilmtal. Markierte Wanderwege (Auswahl mit Längenangabe): Kohlgrundweg (4 km), Dambachgrund (9 km), Wanderweg nach Müllershausen/Kötsch (4 km), Pfingsttal (6 km), Wanderweg nach Bad Berka über Buchfart (12 km), Wanderweg zur Alexanderhütte in Tannroda (7 km) und Wanderweg über den Spaal nach Großkochberg (Goethewanderweg) (7 km).
Unmittelbar vor der Stadt Blankenhain in Richtung Egendorf gelegen ist der Seeteich, ein Kleinod mit einer Fläche von rund 20 Hektar – das größte natürliche Flächendenkmal im Weimarer Land. Hier leben geschützte und selten gewordene Vogelarten und Lurche. Die Pflanzen- und Tierwelt in dem stark bewaldeten Gebiet um die Stadt ist sehr vielseitig und artenreich.