
Mitsui Takaharu (japanisch 三井 高陽; 10. Juli 1900 – 19. Mai 1983) war ein japanischer Industrieller, Privatgelehrter und Philatelist. Er entstammte der Industriellendynastie Mitsui und wurde 1937 Familienvorstand des sogenannten Südhauses der Familie.
Mitsui wurde am 10. Juli 1900 als ältester Sohn von Baron Mitsui Takanori (1874–1937), Oberhaupt des Südhauses der Familie Mitsui, geboren. 1922 schloss er ein Studium der Wirtschaftsgeschichte an der Keiō-Universität in Tokio ab. Im folgenden Jahr trat er in die Dienste von Mitsui Mining ein. Von 1925 bis 1929 studierte er in Berlin und arbeitete in dortigen familieneigenen Betrieben. Nach seiner Rückkehr wurde er Vorstandsmitglied bei Mitsui Mining, bevor er 1942 der erste Präsident der von ihm gegründeten Mitsui Schifffahrt wurde. 1937 erhielt er zusammen mit Übernahme des Familienvorstands den Adelstitel „Baron“ (danshaku 男爵).
Zwischen 1933 und 35 bereiste Mitsui mehrere Länder in Mittel- und Osteuropa (darunter Finnland, Polen, die Tschechoslowakei, Ungarn und Österreich), um die japanische Kultur zu fördern und bilaterale Kulturvereine zu gründen. Außerdem stellte er Mittel bereit, um in diesen Ländern Japanstudien ins Leben zu rufen. Die nachhaltigste Initiative in dieser Hinsicht war seine Unterstützung des 1939 gegründeten Wiener Japan-Instituts (heute Institut für Ostasienwissenschaften, Fachbereich Japanologie an der Universität Wien), dessen erster Leiter der japanische Gelehrte Oka Masao wurde. Im Jahr 1940 spendete Mitsui 200.000 japanische Yen für den Bau des neuen Japanisch-Deutschen Kulturinstituts (gegründet 1927) in Tokio, wofür er von Adolf Hitler persönlich eine Medaille erhielt. 1943 wurde er Vorstandsvorsitzender dieser für die deutsch-japanischen Beziehungen wichtigen Einrichtung. Darüber hinaus wurde Mitsui der Titel eines Ehrensenators der Universität Wien verliehen. Diese Ehrungen zeugen von Mitsuis ausgezeichneten Beziehungen zum NS-Regime.
Nach der Kapitulation Japans 1945 wurde das Mitsui-Imperium ebenso wie andere japanische Zaibatsu aufgelöst und Mitsui Takaharu aus allen Ämtern entfernt. Er wurde zwar für unmenschliche Zwangsarbeiten von Kriegsgefangenen in Mitsui-Betrieben verantwortlich gemacht, entging jedoch einer Verurteilung als Kriegsverbrecher. Er engagierte sich von da an hauptsächlich in kulturellen und philatelistischen Bereichen, wurde 1964 neuerlich Vorsitzender der Japanisch-Deutschen Gesellschaft und unterrichtete an der Joshibi-Universität für Kunst und Design in Tokio. Neben der Gründung und der Mitarbeit an japanischen philatelistischen Zeitschriften war Mitsui auch offizieller Berater des japanischen Kommunikationsministeriums und des Postministeriums sowie Ehrenberater der Internationalen Gesellschaft für japanische Philatelie.
Mitsui gilt als ein Pionier der japanischen Philatelie und verfasste bereits ab seinem sechzehnten Lebensjahr zahlreiche Schriften zu diesem Thema. 1923 gründete er die Zeitschrift Yūbin kitte zasshi („Zeitschrift für Briefmarken“). Zu seinen frühesten Büchern zählt ein „Überblick über die militärischen Postsysteme der Welt“ (Sekai gunji yubin gaiyō), das er 1939 in Zusammenarbeit mit Professor Masui Yukio von der Keiō-Universität verfasste. 1941 veröffentlichte er einen englischen Fachartikel über das historische Post- und Kommunikationswesen Japans in der Zeitschrift Monumenta Nipponica. Außerdem veröffentlichte er 1975 Fuiraterisuto no ashiato (Spuren eines Philatelisten), einen detaillierten persönlichen Bericht über sein Leben als Philatelist.
Als Sammler spezialisierte sich Mitsui auf Briefmarken und die Postgeschichte Japans sowie auf deutsche und österreichische philatelistische Objekte. 1964 vermachte er der Smithsonian Institution in Washington, D.C. Originalskizzen und Entwürfe von Briefmarken von Kasori Teizō. Seine umfangreichen Sammlungen japanischer und internationaler Briefmarken gingen nach seinem Tod an das Kommunikationsmuseum in Tokio.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mitsui, Takaharu |
| ALTERNATIVNAMEN | 三井高陽 (japanisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | japanischer Industrieller, Privatgelehrter und Philatelist |
| GEBURTSDATUM | 10. Juli 1900 |
| STERBEDATUM | 19. Mai 1983 |