
Das Nakiri (jap. 菜切り, dt. „Gemüseschneider“) ist ein beidseitig geschliffenes japanisches Küchenmesser (Hōchō) zur Verarbeitung von Gemüse. Es zählt zu den ältesten bis heute gebräuchlichen japanischen Messertypen und gehörte gemeinsam mit dem Fischmesser Deba über Jahrhunderte zur Grundausstattung der japanischen Küche, was die traditionelle Bedeutung von Gemüse und Fisch als Grundnahrungsmittel in Japan widerspiegelt.
Die rechteckige Klinge des Nakiri ist üblicherweise 165 bis 180 mm lang. Der flache Schneidenverlauf ermöglicht einen Kontakt mit dem Schneidebrett über nahezu die gesamte Länge der Klinge, sodass Gemüse beim abwärts gerichteten Druckschnitt vollständig durchtrennt werden kann. Die Höhe der Klinge erleichtert die kontrollierte Schnittführung durch festes Gemüse. Trotz seiner Ähnlichkeit mit einem Hackmesser ist das Nakiri aufgrund seiner dünnen Klinge nicht zum Durchtrennen von Knochen bestimmt.
Das Nakiri wird häufig aus Kohlenstoffstahl gefertigt und mit einem traditionellen japanischen Griff (Wa-Griff) sowie einer dunklen, beim Schmieden entstandenen Klingenoberfläche (Kurouchi) versehen.
Das Nakiri ist das einzige traditionelle japanische Küchenmesser, das – etwa im Gegensatz zu seinem nahen Verwandten, dem Usuba – beidseitig geschliffen ist. Das macht es für westliche Köche einfacher zu handhaben, da es beim Schneiden keinen seitlichen Zug erzeugt. Das Nakiri wiegt etwa halb so viel wie das Usuba und wird eher in Haushalten als in der Gastronomie eingesetzt.
Wie beim Usuba gibt es beim Nakiri regionale Varianten, die sich vor allem in der Klingenform unterscheiden. Bei der Kyoto-Form (京型, Kyō-gata) ist das vordere Schneidenende leicht nach oben geschwungen. Die Kantō-Form (関東型, Kantō-gata) besitzt eine abgerundete Klingenferse und einen kurzen Griff. Die in Westjapan verwendete Form weist eine kantige Klingenferse auf.