Das National Geographic Museum of Exploration (MOE) ist ein Wissenschafts- und Naturkundemuseum der National Geographic Society in Washington, D.C., Vereinigte Staaten. Es befindet sich auf dem Campus der Hauptverwaltung der Gesellschaft an der Adresse 1600 M Street NW, an der Ecke M Street und 17th Street NW, in unmittelbarer Nachbarschaft des Weißen Hauses und des Dupont Circle. Die Eröffnung erfolgte am 26. Juni 2026.
Die National Geographic Society wurde 1888 gegründet und verlegte ihren Sitz 1903 in die neu fertiggestellte Hubbard Memorial Hall an der Ecke 16th und M Street. Der historische Teil des Campus umfasst drei Gebäude: den 1904 errichteten Ursprungsbau Hubbard Hall, das angrenzende Verwaltungsgebäude, dessen Nordflügel von 1912 bis 1913 und dessen Südflügel sowie Mittelpavillon von 1932 stammen, und das von 1963 bis 1964 errichtete Stone Building. Im Erdgeschoss des Stone Buildings befand sich die Explorers Hall, ein Ausstellungsraum, der 1964 unter anderem einen elf Fuß (ca. 3,35 Meter) großen Globus beherbergte, der über einem schwarzen Granitreflexionsbecken schwebte. Diese Halle diente jahrzehntelang als öffentlich zugänglicher Museumsbereich der Gesellschaft. Der Vorläuferbetrieb des neuen Museums wurde Anfang 2023 geschlossen.
Im Oktober 2022 begannen das Architekturbüro Hickok Cole und das in Virginia ansässige Bauunternehmen HITT Contracting mit dem Bau eines fünften Gebäudes: dem National Geographic Museum of Exploration. Alle vier bestehenden Gebäude sollten ebenfalls renoviert und mit dem neuen Museum verbunden werden. Die Bauarbeiten erwiesen sich als hochkomplex. Da der Campus während der gesamten Bauphase in Betrieb blieb und nie vollständig geschlossen wurde, erarbeitete HITT Contracting mehr als 500 sogenannte Methods of Procedure (MOPs): detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen für kritische Einzelvorgänge. Das Gesamtprojektbudget überstieg 300 Millionen US-Dollar und wurde durch eine gezielte Fundraising-Kampagne realisiert.
Der historische Teil des Campus besteht aus drei als contributing structures bezeichneten Gebäuden, die 2023 gemeinsam in das National Register of Historic Places aufgenommen wurden. Die Hubbard Hall und das Verwaltungsgebäude waren bereits zuvor als Teil des Sixteenth Street Historic District gelistet.
Die zwischen 1902 und 1904 erbaute Hubbard Memorial Hall ist der erste Zweckbau der National Geographic Society. Es handelt sich um ein zweigeschossiges, dreiachsiges Gebäude. Es wurde von dem in Washington ansässigen Architekturbüro Hornblower & Marshall entworfen, das für eine Reihe weiterer Einträge im National Register of Historic Places verantwortlich zeichnet. Das Büro entschied sich für den Stil der italienischen Renaissance, um das Gebäude in das damals von Wohnhäusern geprägte Viertel einzufügen, ihm aber gleichzeitig das Erscheinungsbild eines institutionellen Baus zu verleihen. Das Außenmauerwerk besteht aus ockerfarbenem Backstein mit Kalksteindetails, das Walmdach ist mit rotem Terrakotta gedeckt.
Verwaltungsgebäude (1912–1932): Das Verwaltungsgebäude an der 16th Street wurde 1912 nach Entwürfen des Architekten Arthur B. Heaton errichtet, der für seinen klassizistischen Stil bekannt war. Das Gebäude ist mit Kalkstein verkleidet und weist zweiflügelige Messingtüren sowie Rustika-Mauerwerk auf. Es ist durch einen gemauerten Innenhof mit Granitstufen mit der Hubbard Hall verbunden. Anbauten erfolgten 1931 und 1949.
Das von Edward Durell Stone entworfene Stone Building (1963–1964) gilt als qualitativ hochwertiges Beispiel des New Formalism. Stone verwendete armierten Beton, der mit weißem Marmor verkleidet ist, sowie schmale, vertikale Fassadenrippen aus weißem Vermont-Marmor, die Glasstreifen in schwarzen, schwedischen Granitbrüstungen rahmen. Später entwarf Stone auch das John F. Kennedy Center for the Performing Arts.
Das von dem Büro Skidmore, Owings & Merrill (SOM) entworfene SOM-Gebäude (1981/1984) wurde nach dem Abriss des Redaktionsflügels fertiggestellt. Es verfügt über einen multifunktionalen Bau mit einem Theatersaal für 400 Personen und einen öffentlich zugänglichen Außenbereich. Im Jahr 1984 wurde auf diesem Platz die Skulptur Marabar der Künstlerin Elyn Zimmerman installiert.
Da die verfügbaren Flächen in den Bestandsgebäuden für das angestrebte Raumprogramm nicht ausreichten, wurde ein eigenständiges fünftes Gebäude, der sogenannte Pavillon, errichtet. Der Entwurf des Pavillons bezieht seine gestalterischen Leitmotive aus der Natur: Die Wandrippen im Saal mit 400 Plätzen sind von windgeformten Sandstrukturen abgeleitet und der 45 Fuß (ca. 14 Meter) hohe Oculus des Hauptpavillons ist von geschwungenen Akustikdecken umgeben, die an eine von Regen bewegte Teichwasseroberfläche erinnern. Weitere architektonische Merkmale sind ein geschwungener Außenhof mit Pflanzbeeten und Pflastermustern, die Inselgruppen und Gletscherflüsse nachempfinden, sowie geologisch inspirierte Innenholzarbeiten aus digital gefertigten Oberflächen, die an die Slot Canyons Arizonas erinnern. An der Fassade befindet sich zudem ein parametrisch modelliertes Gesims, das Sanddünen nachahmt und laut Herstellerangaben eine Komplexität der 3D-Modellierung aufweist, die in den USA zuvor nicht realisiert wurde. Das Holzwerk im Pavillon wurde aus Eschenholz einer Farm in Neuengland gefertigt. Es musste gefällt werden, da sich der invasive Asiatische Eschenprachtkäfer (Agrilus planipennis) ausgebreitet hatte.
Das Museum umfasst insgesamt mehr als 100.000 Quadratfuß (ca. 9300 m²) öffentlich zugängliche Fläche, die sich auf einen Neubau und renovierte Bestandsgebäude verteilen. Zu den Räumlichkeiten zählen ein repräsentativer Eingangsbereich mit einem überlebensgroßen Nachbau des ikonischen gelben Rahmens der National-Geographic-Zeitschrift, eine Dachterrasse, die für Abendveranstaltungen und Projektionsinstallationen genutzt werden kann, ein Hauptpavillon mit einer Oculus-Oberlichtkuppel, eine Mediengroßwand, ein Museumsshop, ein Gastronomieangebot sowie das Bildungszentrum National Geographic Learning Launchpad.
Die Ausstellungen und Programmbereiche (Stand: Eröffnung 2026) umfassen die folgenden Bereiche: Rolex Explorers Landing, Photo Ark: Animals of Earth, die Fotogalerie In Focus, die Archive, die Magazine Gallery sowie das Nachtprogramm im Außenhof.
Das Museum ist eine Einrichtung der 1888 gegründeten National Geographic Society, einer gemeinnützigen, wissenschaftlichen und pädagogischen Organisation (501(c)(3)) mit Sitz in Washington, D.C. Das Gesamtprojektbudget belief sich auf mehr als 300 Millionen US-Dollar. Als Eckpfeiler-Stiftungen (Base Camp Cornerstone Gifts) fungierten Rolex und die Lilly Endowment Inc. Zu den weiteren Gründungsförderern (Base Camp Founding Donors) zählen unter anderem Jean und Steve Case, die Bill and Donna Marriott Foundation, Katherine und David Bradley, die Brendan & Helen Bechtel Foundation, Jack und Laura Dangermond/Esri, Lyda Hill Philanthropies sowie die Trebek Family Foundation.
Koordinaten: 38° 54′ 18,8″ N, 77° 2′ 14,6″ W