| Neil Gehrels Swift Observatory | |
|---|---|
| Typ: | Forschungssatellit |
| Land: | |
| Betreiber: | |
| COSPAR-ID: | 2004-047A |
| Missionsdaten | |
| Masse: | 1470 kg |
| Start: | 20. November 2004, 17:16 UTC |
| Startplatz: | Cape Canaveral LC-17A |
| Trägerrakete: | Delta II 7320-10C D-309 |
| Status: | in Betrieb |
| Bahndaten | |
| Umlaufzeit: | 96,6 min |
| Bahnneigung: | 20,6° |
| Apogäumshöhe: | 604 km |
| Perigäumshöhe: | 584 km |
| Am: | 18. September 2012 |


Das Neil Gehrels Swift Observatory, auch Explorer 84 oder Swift Gamma Ray Explorer, ist ein Forschungssatellit der NASA mit britischer und italienischer Beteiligung, der Gammablitze detektiert und untersucht. Der Satellit wurde 2004 in eine niedrige Erdumlaufbahn gestartet; seitdem ist er ununterbrochen bis zum 20. Oktober 2026 in Betrieb. 2018 benannte die NASA ihn nach dem Astronomen Neil Gehrels, der von Beginn an bis zu seinem Tod im Februar 2017 der leitende Wissenschaftler der Mission war.
Swift wurde am 20. November 2004 von Cape Canaveral mit einer Rakete des Typs Delta II 7320-10C gestartet. Der Satellit befand sich anfangs in einem ca. 600 km hohen Orbit mit einer Bahnneigung von 20,6°. Die Mission war zunächst für zwei Jahre finanziert, während der Satellit für eine Betriebsdauer von mindestens sieben Jahren ausgelegt war.
Ziel von Swift ist eine schnellstmögliche und genaue Lokalisierung kurzlebiger Gammablitze. Damit sollen weitere Beobachtungen noch während des Nachleuchtens des Gammablitzes auf das richtige Objekt gelenkt werden können. Das Burst Alert Telescope (BAT) detektiert Gammablitze im Photonen-Energiebereich 15 bis 150 keV und hat ein weites Sichtfeld von ca. 2 Steradiant, es hat einen Winkeldurchmesser von etwa 90°. Ungefähr 100 Gammablitze sollen pro Jahr detektiert werden. Das Instrument kann die Position eines Gammablitzes am Himmel auf 1 bis 4 Bogenminuten genau bestimmen. Dadurch kann das X-Ray Telescope (XRT) auf die Quelle des Gammablitzes gerichtet werden und das Nachleuchten im Röntgenbereich untersuchen. Dieses Röntgenteleskop, das im Bereich von Photonenenergien von 300 eV bis 3 keV arbeitet, bestimmt die Position der Quelle auf 3 bis 5 Bogensekunden genau und nimmt auch Röntgenspektren auf. Schließlich kann das Ultraviolet/optical Telescope (UVOT), ein Teleskop mit 30 cm Spiegeldurchmesser, das im visuellen und ultravioletten Wellenlängenbereich (170 – 650 nm) arbeitet, auf die Quelle gerichtet werden und deren Position auf 0,3 Bogensekunden genau bestimmen. Auch Spektren werden mit diesem Teleskop aufgenommen.
Der Satellit ist 1470 kg schwer und 5,57 m hoch. Er wird durch zwei Solarzellenflächen von 5,41 m Spannweite mit 1040 Watt an elektrischer Leistung versorgt.
Der Satellit besitzt kein eigenes Antriebssystem, weshalb sich seine Umlaufbahn durch den Luftwiderstand der Hochatmosphäre stetig absenkt. 2024 erreichte die Aktivität der Sonne einen zyklischen Höhepunkt. Vermehrte Sonnenstürme bremsten Swift auf seiner Umlaufbahn stärker ab als erwartet.
Da die NASA das Observatorium wegen seiner Vielseitigkeit als besonders wertvoll ansieht, entschloss sie sich, einen Bahnanhebungsversuch mit einem Raumschlepper (die NASA spricht von einem Servicing-Satellit) in Auftrag zu geben. Innerhalb von weniger als einem Jahr baute das Start-up-Unternehmen Katalyst den Raumschlepper Link für diese „Rettungsmission“. Als Trägerrakete wählte Katalyst die flugzeuggestützte Pegasus XL und als Startplatz des Trägerflugzeugs das Kwajalein-Atoll, weil von dort die niedrig geneigte Umlaufbahn des Satelliten besonders gut erreichbar ist.
Link startete am 3. Juli 2026. Der Raumschlepper sollte an Swift koppeln und den Satelliten über mehrere Monate hinweg in eine höhere Bahn beschleunigen. Am 19. August 2026 gaben die NASA und Katalyst das Scheitern der Rettungsmission für Swift bekannt, nachdem technische Probleme an Link aufgetreten waren.

Bei Link fielen zwei der drei Reaktionsräder (Schwungräder) aus und Teile des Kaltgas-Steuerdüsensystems funktionierten nicht mehr, wodurch der Raumschlepper seine Lageregelung verlor und Swift nicht sicher einfangen konnte.