Neiman-Tillar Associates

Neiman-Tillar Associates
Rechtsform
Gründung 1971
Sitz Los Angeles, Kalifornien
Leitung Lawrence E. Neiman (President),
Jack K. Tillar
Mitarbeiterzahl 23 (1982)
Branche Tonstudio für Film-Postproduktion

Neiman-Tillar Associates war ein in Los Angeles ansässiges Tonstudio, das auf die Tongestaltung in der Postproduktion von Film- und Fernsehproduktionen spezialisiert war. Für die Entwicklung des digitalen Tonbearbeitung-Systems ACCESS wurde das Unternehmen 1980 mit einem Oscar für Wissenschaft und Entwicklung ausgezeichnet.

Geschichte

Neiman-Tillar Associates wurde 1971 vom Film- und Toneditor Lawrence „Larry“ E. Neiman und dem Komponisten und Soundeditor Jack K. Tillar in der Nähe des Farmers Market in Los Angeles gegründet.

Ab Mitte der 1970er Jahre entwickelten Neiman und Tillar gemeinsam mit dem Konstrukteur William „Bill“ R. Deitrick von Mini-Micro Systems, Inc. und dem Programmierer Jim McCann mit dem Automated Computer Controlled Editing System (ACCESS) ein vielseitiges Bearbeitungs- und Synchronisationswerkzeug für Musik, Dialoge und Spezialeffekte. Der Bau des mit zwei Intel-8080-8-Bit-Mikroprozessoren sowie einer Projektionswand, einem Bildschirm und einer Konsole ausgestatteten Systems dauerte allein zwei Jahre und kostete 1,5 Mio. US-Dollar. Installiert wurde das System im Studio von Neiman-Tillar im Januar 1977. Weitere fünf Jahre benötigte das Team, um die Software für Soundeffekt-, Musik- und Dialogbearbeitung weiterzuentwickeln. Alle Prozesse des ACCESS-Systems wurden digital ausgeführt, was die Bearbeitungsgeschwindigkeit für bestimmte Editing-Aufgaben von 15–20 Minuten auf wenige Sekunden reduzierte. Die Sound-Bibliothek umfasste über 250 Stunden an Soundeffekten.

1979 funktionierte das System bereits so gut, dass Neiman-Tillar Associates und Mini-Micro Systems, Inc. bei der Oscarverleihung 1980 gemeinsam mit einem Oscar für Wissenschaft und Entwicklung (Scientific or Engineering Award) „für die kreative Entwicklung (Neiman-Tillar Associates) und für die Konstruktion und technische Umsetzung (Mini-Micro Systems, Inc.) eines automatisierten computergesteuerten Tonbearbeitungssystems (ACCESS) für die Filmnachbearbeitung“ („To NEIMAN-TILLAR ASSOCIATES for the creative development and to MINI-MICRO SYSTEMS, INCORPORATED, for the design and engineering of an Automated Computer-Controlled Editing Sound System (ACCESS) for motion picture post-production.“) ausgezeichnet wurden.

1981 wurde ein zweites ACCESS-System bei Reeves Sound Shop in New York City installiert. Weitere Systeme wurden nicht gebaut und das kurz darauf von Glen Glenn Sound entwickelte Tonbearbeitungs-System PAP (Post Audio Processing) setzte sich am Markt durch. Bereits 1983 war Neiman-Tillar Associates kein eigenständiges Unternehmen mehr und gehörte zum Unternehmen TAV Sound.

Zu den Mitarbeitern von Neiman-Tillar Associates gehörten unter anderem die Tontechniker Roy Prendergast, Bob Beemer, Pamela Bentkowski, Mark Linden und Robert B. Fisher.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Wolf Schneider: Film Sound Effects. In: Mix – The Recording Industry Magazine. Volume 6, Number 9, September 1982, S. 20–25, Digitalisat.
  2. ↑ Alan Garrott: ACCESS: A Computerized Sound Effects Editing System. In: American Cinematographer, Vol. 63, No. 7, Juli 1982, S. 667–670, Textarchiv – Internet Archive.
  3. 1 2 Richard Hackmeister: The Computers of Hollywood. In: Creative Computing Magazine. Volume 7, Number 6, Juni 1981, S. 82–87, Textarchiv – Internet Archive
  4. ↑ William R. Deitrick: Automated computer controlled editing sound system (ACCESS). In: AFIPS '80: Proceedings of the May 19-22, 1980, National Computer Conference, Mai 1980, ISBN 978-1-450-37923-6, doi:10.1145/1500518.1500532.
  5. ↑ Recording Engineer Producer. Volume 13, Number 5, Oktober 1982, S. 124, Digitalisat.
  6. ↑ Neiman-Tillar Associate. In: awardsdatabase.oscars.org, abgerufen am 17. Februar 2026.
  7. 1 2 Recording Engineer Producer. Volume 16, Number 5, Oktober 1985, S. 136, Digitalisat.
  8. ↑ Roy M. Prendergast: Film Music: A Neglected Art – A Critical Study of Music in Films. Second Edition, W. W. Norton & Company, New York, London, 1992, ISBN 0-393-02988-3, S. 292, Textarchiv – Internet Archive