Niebelhorst

Niebelhorst
Koordinaten: 52° 8′ N, 12° 58′ OKoordinaten: 52° 7′ 34″ N, 12° 57′ 41″ O
Höhe: 42 m
Eingemeindung: 31. Dezember 2002
Postleitzahl: 14929
Vorwahl: 033748
Luftaufnahme von Niebelhorst
Luftaufnahme von Niebelhorst

Niebelhorst ist ein Ortsteil der Stadt Treuenbrietzen im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Geographische Lage und Gliederung

Niebelhorst liegt nordöstlich des Stadtzentrums und ist als gassenförmige Siedlung ausgebildet. Diese Siedlungsform war bereits 1682 kartographisch belegt und blieb bis in das 20. Jahrhundert hinein prägend. Im Norden befinden sich der Treuenbrietzener Ortsteil Lühsdorf. Es folgen im Uhrzeigersinn die Ortsteile Kemnitz, Zülichendorf und Felgentreu der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, die Treuenbrietzener Ortsteile Bardenitz und Pechüle, das Stadtzentrum, der Ortsteil Schlalach der Gemeinde Mühlenfließ und schließlich der Ortsteil Niebel, der wiederum zu Treuenbrietzen gehört. Der Nieplitzdamm führt von Nordwesten kommend in südöstlicher Richtung durch den Ort. Er stellt die Verbindung zur Bundesstraße 2 und einer Landstraße im Westen nach Kemnitz und Bardenitz her. Im nördlichen Teil entwässert der Friedrichsgraben in die Nieplitz.

Geschichte

16. bis 17. Jahrhundert

Die Geschichte von Niebelhorst hängt eng mit der Gründung des benachbarten Niebel zusammen. Nachdem Niebel 1579 wieder in den Besitz der Stadt Treuenbrietzen gelangte, gründete diese im selben Jahr das Vorwerk Niebelhorst. Dieses bestand zunächst aus einer Meierei, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Langehorst bei der Niebelschen Wische erwähnt wurde. Der Rat der Stadt Treuenbrietzen ließ diese zu einem Viehhof ausbauen. Im Jahr 1682 erschien der Ort unter der Bezeichnung Horst, im Jahr 1720 als Schäferei die so genannte Horst. Niebelhorst gehörte bis 1682 zur Stadt Treuenbrietzen. Von 1682 bis 1826 unterstand der Ort dem Amt Saarmund und wurde anschließend dem Amt Potsdam zugeordnet.

18. Jahrhundert

Das Vorwerk wurde auf Initiative Friedrichs des Großen im 18. Jahrhundert ausgebaut und mehrfach umgestaltet. In den Jahren 1751 und 1752 wurden 15 sächsische Kolonisten angesiedelt. Das Amtsvorwerk verfügte über 363 Morgen und 114 Quadratruten Land, darunter 141 Morgen 55 Quadratruten Ackerland, 220 Morgen 110 Quadratruten Wiesenwachs sowie etwas Gartenland. Der Viehbestand umfasste zwanzig Kühe, zehn Stück Güstvieh sowie Schweine- und Federvieh. 1764 bestand Niebelhorst aus sechzehn Bauern und vier Einliegern. 1772 wurde der Ort als Vorwerk mit fünfzehn Kossäten angegeben.

19. Jahrhundert

Im Jahr 1801 war Niebelhorst ein Erbzinsgut und eine Kolonie mit 16 Bauern, vier Einliegern, sechs Lehnhöfen und insgesamt neunzehn Feuerstellen. 1837 war Niebelhorst als Kolonie mit 18 Wohnhäusern verzeichnet. Im Jahr 1858 bestanden 19 Wohnhäuser sowie 39 Wirtschaftsgebäude. Die Gemarkung umfasste insgesamt 268 Morgen, darunter 4 Morgen Gehöfte, 18 Morgen Gartenland, 144 Morgen Acker, 40 Morgen Wiesen und 62 Morgen Weideland.

20. Jahrhundert

Im Jahr 1900 verfügte Niebelhorst über 23 Häuser auf einer Fläche von 68 Hektar. Im Jahr 1931 bestanden 23 Wohnhäuser mit 25 Haushaltungen. Bis 1939 war die land- und forstwirtschaftliche Struktur weiterhin vorherrschend; es bestanden 14 Betriebe mit 10 bis 20 Hektar, acht Betriebe mit 5 bis 10 Hektar sowie ein Betrieb mit 0,5 bis 5 Hektar.

1959 entstand in Niebelhorst eine LPG des Typs I mit vier Mitgliedern und 15 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. 1960 bestand eine LPG des Typs I mit 45 Mitgliedern und 213 Hektar Nutzfläche. 1974 wurde diese an die LPG des Typs III in Niebel angeschlossen. 1973 bestand im Ort eine LPG.

1992 erhielt der Ort einen Anschluss an eine zentrale Wasserver- und Abwasserentsorgung. Die Abwasserentsorgung konnte aber erst 1994 genutzt werden. In diesem Zuge wurden 1992 Gehwege und Einfahrten im Nieplitzdamm einheitlich gepflastert.

Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Ort existieren neben einigen landwirtschaftlichen Betrieben eine Gaststätte.

Durch den Ort verläuft der Nieplitzdamm. Dies ist neben einigen landwirtschaftlich genutzten Wegen die einzige Verbindung des Ortes mit den Nachbargemeinden. Die Buslinien 545 und 546 eines im öffentlichen Auftrag tätigen Transportunternehmers verbinden den Ortsteil mit Treuenbrietzen und Beelitz.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Auflistung als Ortsteil von Treuenbrietzen im Kommunalverzeichnis Brandenburg; abgerufen am 5. Mai 2026
  2. 1 2 3 4 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 299)
  3. ↑ Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 300)