Pflügkuff Stadt Treuenbrietzen | ||
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| Koordinaten: | 52° 2′ N, 12° 46′ O | |
| Höhe: | 132 m ü. NHN | |
| Einwohner: | 53 (31. Dez. 2006) | |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1974 | |
| Eingemeindet nach: | Lobbese | |
| Postleitzahl: | 14929 | |
| Vorwahl: | 033748 | |
Lage von Pflügkuff in Brandenburg
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Dorfteich | ||
Pflügkuff ist ein bewohnter Gemeindeteil von Lobbese, einem Ortsteil der Stadt Treuenbrietzen im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.
Der Ort liegt südwestlich der Kernstadt Treuenbrietzen. Die Landesstraße L 82 verläuft westlich und die B 2 östlich. Pflügkuff ist ein Gassendorf mit angerartiger Verbreiterung, Teich und Dorfkirche auf einer östlichen Gassenseite. Im Süden befindet sich die wüste Feldmark Lüttgen Zeuden. Nördlich von Pflügkuff befindet sich die Gemarkung der Stadt Niemegk. Im Westen liegt der weitere Gemeindeteil Zeuden, südwestlich Lobbese und im Südosten der Ortsteil Marzahna gefolgt von seinem Gemeindeteil Schmögelsdorf. Östlich von Pflügkuff befinden sich außerdem der Gemeindeteil Schwabeck und der zugehörige Wohnplatz Schwabeck Gasthof an der Bundesstraße 2. Die nördlichen Flächen sind bewaldet, während die übrigen Flächen vorzugsweise landwirtschaftlich genutzt werden. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund 130 m ü. NHN im Norden und steigt auf 135 m ü. NHN im Süden an.
Das Dorf wurde erstmals durch einen petrus pluckaf in Treuenbrietzen im Jahr 1337 urkundlich erwähnt. Weitere Nennungen waren czu pluckaff im Jahr 1385, bluckaft im Jahr 1514 und Pflügkauff im Jahr 1591. Der Name leitet sich ab von der Aufforderung Pflüge ab und bedeutet so viel wie „trenne Land von einem Gebiet durch Pfügen ab!“.
Pflügkuff gehörte vor 1426 bis etwa 1550/1552 zur Vogtei beziehungsweise Pflege und zum Amt Rabenstein. Danach unterstand es bis 1872 dem Amt Belzig Rabenstein. Bereits 1506 werden ein Ober- und ein Untergericht erwähnt. Für 1419/1420 ist belegt, dass der Richter das Gericht mit vier Hufen innehatte. 1496 wurden zehn Türkensteuerpflichtige, darunter der Schulze und ein Hirte, sowie zwei Personen Gesinde gezählt.
Im Jahr 1506 bestanden neun Einwohnerstellen: Der Richter besaß das Gericht mit vier freien Lehnhufen, mehrere Einwohner entrichteten Abgaben aus ihren Erben sowie aus wüsten Hufen in Dietersdorf. Ein Einwohner hatte das wüste Gericht zu Dietersdorf mit sechs freien Hufen inne, ein weiterer zinste von einer Pfarrhufe. 1530 wurden neun Hufner verzeichnet. Die Bauern in Zeuden waren aufgefordert, ein Pfarrhaus zu errichten. Der Pfarrer erhielt von einer Hufe zehn Scheffel Hafer, während der Zehnt in Zeuden enthalten war. Der Küster bekam 32 Scheffel Roggen. Im Jahr 1542 zeigte sich eine stark von Wüstungen geprägte Struktur: Der Schulze besaß Haus, Hof und 9½ wüste Hufen; weitere Bauern verfügten jeweils über Haus, Hof und zwischen fünf und sieben wüsten Hufen. Ein Kossätengut bestand ebenfalls. Der Hirte hatte weder Familie noch Vieh. Zum Gesinde gehörten fünf Knechte und fünf Mägde, zudem wurden fünf Morgen Wiesen genannt. 1555 bestanden weiterhin neun Hufner. 1565 wurden der Lehnschulze, acht Häuser und Höfe, ein Windmüller sowie ein Hirte mit einer Kuh und 53 Schafen verzeichnet. Der Besitz umfasste 18 Dorfhufen, fünf bewirtschaftete Hufen sowie 11 wüste Hufen in Lüttgen Zeuden und 29 wüste Hufen in Dietersdorf. Der Fläche umfasste 8½ Morgen und ein Vierte Wiese. 1575 bestanden neun Hufner und ein Gärtner. Der Pfarrer hatte eine Hufe verpachtet, während der Küster zwölf Scheffel Korn und neun Brote erhielt. Die Kirche besaß eine Gotteshufe auf der wüsten Feldmark Dietersdorf. Im Jahr 1591 wurden zehn besessene Männer sowie ein Müller gezählt. Der Richter verfügte über vier Dorflehnhufen sowie zusätzlich über wüste Hufen in Dietersdorf und Lüttgen Zeuden. Es bestanden unterschiedliche Hufnergruppen (Dreihufner, Zweihufner), die umfangreiche Anteile an wüsten Hufen besaßen. Insgesamt wurden 68 Hufen gezählt, darunter 27 Dorfhufen, 29 wüste Hufen in Dietersdorf und 12 wüste Hufen in Lüttgen Zeuden. Der Wiesenbestand belief sich auf 27¼ Morgen, überwiegend vor und bei Linthe.
Im Jahr 1640 waren von neun Hufnerstellen sechs wüst; auch eine Häuslerstelle und die Hirtenstelle lagen wüst. 1661 bestanden neun Hufner, davon vier wüst, sowie ein Häusler und ein Hirte. Der Wiesenbesitz betrug 78¼ Morgen, wovon 30½ Morgen der Gemeinde gehörten. Im Jahr 1676 wurden sechs Anspänner (Hufner) gezählt. Der Besitz umfasste 19 Erbhufen und 26½ wüste Hufen. Im Jahr 1682 bestand folgende Struktur: Der Schulze verfügte über vier Lehnhufen und 5½ wüste Hufen. Daneben gab es fünf Dreihufner, zwei Dreierbhufner und einen Zweierbhufner, die jeweils ebenfalls zahlreiche wüste Hufen besaßen. Eine Häuslerstelle war wüst, hinzu kam ein Hirte. Der Wiesenbestand betrug 46½ Morgen.
1701 wurden in Pflügkuff neun Hufner, ein Häusler sowie ein Hirte gezählt; der Wiesenbesitz belief sich auf 47½ Morgen. Im Jahr 1718 bestand die Siedlung aus sieben Hufnern; insgesamt wurden 66 Hufen verzeichnet, darunter 37 wüste Hufen in den Feldmarken Dietersdorf und Lüttgen Zeuden. 1743 zeigte sich eine differenzierte Besitzstruktur: Ein Vierhufner (der Schulze), sieben Dreihufner und ein Zweihufner verfügten über zahlreiche wüste Hufen in den genannten Feldmarken. Insgesamt bestanden 27 Dorfhufen sowie 12 wüste Hufen in Lüttgen Zeuden und 29 wüste Hufen in Dietersdorf. 1764 wurden verschiedene Hufnerklassen erfasst, darunter ein Sechsdreiviertelhufner, ein Sechseinhalbhufner, ein Fünfdreiviertelhufner, vier Fünfhufner, ein Viereinhalbhufner (Schulze) sowie ein Vierhufner. Ein weiterer Bewohner besaß ein einzelnes oder walzendes Grundstück, hinzu kam ein Häusler. Insgesamt wurden 47½ Hufen gezählt, davon 18 tragfähig, während 29½ Hufen verpachtet und mit Heidekraut bewachsen waren. Die Aussaat betrug je Hufe 11 Dresdner Scheffel und 14 Metzen. 1777 wurden zehn angesessene Einwohner verzeichnet, darunter neun Hufner und ein Häusler; außerdem bestanden zwei Hirtenhäuser.
1806 bestand in Pflügkuff eine differenzierte Hufnerstruktur mit einem Sechsdreiviertelhufner (Schulze), einem Fünfdreiviertelhufner, einem Fünfeinhalbhufner, vier Fünfhufnern, einem Viereinhalbhufner, einem Vierhufner sowie einem Einhufner. Hinzu kamen zwei Häusler. Insgesamt umfasste der Besitz 47½ Hufen. 1822 wurden neun Vollhufner, darunter der Erbgerichtsschulze, sowie zwei Kossäten und zwei Häusler gezählt. Eine Schmiede bestand nur als Laufschmiede und wurde von Lobbese versorgt. Ein Krug war nicht vorhanden; die Herberge wurde reihum betrieben. Der Hufenbestand belief sich auf 28 Erbhufen, darunter eine Pfarrhufe, sowie weiterhin 29 wüste Hufen zu Dietersdorf und 12 wüste Hufen zu Lüttgen Zeuden, insgesamt 68 Hufen. 1837 bestand Pflügkuff als Dorf mit 23 Wohnhäusern. 1858 wurden drei öffentliche Gebäude, 16 Wohnhäuser und 46 Wirtschaftsgebäude verzeichnet, darunter eine Ziegelei. Pflügkuff bestand 1871 mit dem Wohnplatz Dietersdorf.
Im Jahr 1900 wurden für Pflügkuff 68 Häuser verzeichnet. 1931 bestand das Dorf aus 20 Wohnhäusern mit 21 Haushaltungen. 1939 wurden land- und forstwirtschaftliche Betriebe unterschiedlicher Größenstruktur erfasst: ein Betrieb mit über 100 Hektar, zehn Betriebe mit 20 bis 100 Hektar, vier Betriebe mit 10 bis 20 Hektar, zwei Betriebe mit 5 bis 10 Hektar sowie ein Betrieb mit 0,5 bis 5 Hektar.
Im Zuge der Bodenreform wurden 1946 insgesamt 160,92 Hektar enteignet und aufgeteilt, darunter 48 Hektar Acker, 3,75 Hektar Wiese und 109,17 Hektar Wald. Im Jahr 1958 wurde eine LPG des Typs III mit sechs Mitgliedern und 88 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche gegründet. 1960 bestand eine LPG Typ III mit 29 Mitgliedern und 263 Hektar Nutzfläche sowie eine LPG Typ I mit elf Mitgliedern und 108 Hektar Nutzfläche, die noch im selben Jahr der LPG Typ III angeschlossen wurde. 1973 bestand im Ort eine LPG, womit die landwirtschaftliche Produktion vollständig genossenschaftlich organisiert war. Am 1. Januar 1974 wurde Pflügkuff nach Lobbese eingemeindet.
Die Eingemeindung von Lobbese nach Treuenbrietzen erfolgte am 31. März 2003.
| Einwohnerentwicklung in Pflügkuff von 1817 bis 1971 | ||||||||||||||||||
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| Jahr | 1817 | 1837 | 1858 | 1871 | 1895 | 1885 | 1905 | 1925 | 1939 | 1946 | 1964 | 1971 | ||||||
| Einwohner | 86 | 156 | 112 | 108 | 108 | 106 | 410 (incl. Dietersdorf) | 97 | 97 | 166 | 88 | 76 | ||||||

In der Liste der Baudenkmale in Treuenbrietzen ist für Pflügkuff ein Baudenkmal aufgeführt: