| Oleschky | ||
|---|---|---|
| Олешки | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Oblast: | Oblast Cherson | |
| Rajon: | Rajon Cherson | |
| Höhe: | 9 m | |
| Fläche: | 60,5 km² | |
| Einwohner: | 24.124 (1. Januar 2022) | |
| Bevölkerungsdichte: | 399 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 75100 | |
| Vorwahl: | +380 05542 | |
| Geographische Lage: | 46° 38′ N, 32° 44′ O | |
| KATOTTH: | UA65100110010019482 | |
| KOATUU: | 6525010100 | |
| Verwaltungsgliederung: | 1 Stadt, 10 Dörfer, 2 Ansiedlungen | |
| Verwaltung | ||
| Adresse: | вул. Гвардійська 30 75100 м. Олешки | |
| Website: | https://www.oleshki.org.ua/ | |
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Oleschky (ukrainisch ; russisch Алёшки Aljoschki) ist eine Stadt in der südukrainischen Oblast Cherson mit einer Vorkriegsbevölkerung von rund 24.000 Einwohnern. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 wurde die Stadt durch das Hochwasser nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms im Juni 2023 getroffen und lag danach mit einer Bevölkerung von noch rund 5000 Menschen in der Nähe der Frontlinie am Dnepr.
Die Stadt war bis Juli 2020 das administrative Zentrum des gleichnamigen Rajons Oleschky.

Oleschky liegt am linken Ufer der Konka, eines linken Seitenarms des Dnepr, oberhalb der Böschung am Rand der 5 Kilometer breiten Flussniederung. Von der Konka zweigt bei Oleschky der Seitenarm Tschaika ab. Die Stadt ist 20 km vom Oblastzentrum Cherson entfernt und befindet sich am südlichen Ende der Zufahrt zu der 1985 eröffneten Antoniwkabrücke über den Dnepr, der hier nach Südwesten fließt. Über diesen Flussübergang führen die ukrainischen Fernstraßen M 14 und M 17 sowie zugleich ein Abschnitt der Europastraße 97 zwischen Cherson und Simferopol auf der Halbinsel Krim.
Das Industriegebiet von Oleschky ist mit einer Bahnlinie an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Stadt verfügt über keinen öffentlichen Bahnhof.
Im Mittelalter befand sich an der Stelle von Oleschky eine Exklave der Kiewer Rus namens Oleschje. Sie ging im Mongolensturm unter. Die heutige Stadt geht auf eine Kosakensiedlung, die Oleschkiwska Sitsch (ukrainisch Олешківська Січ), zurück, die 1711 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Später trug sie den Namen Олешки Oleschky (ukrainisch) bzw. russisch Алёшки Aljoschki, 1876 erhielt der Ort erstmals Stadtrechte. Bis 1897 war die Stadt auf 8.999 Einwohner angewachsen, darunter 69,44 % Russen, 21,68 % Ukrainer, 8,19 % Juden, 0,33 % Polen, 0,17 % Tataren und 0,1 % Deutsche. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Entwicklung der Stadt durch den Russischen Bürgerkrieg, die Hungersnot von 1932/33 und den Zweiten Weltkrieg stark behindert. 1928 wurde sie zu Ehren des hier geborenen sowjetischen Politikers Alexander Zjurupa in Zjurupynsk/Zjurupinsk (ukrainisch Цюрупинськ/ russisch Цюрупинск) umbenannt.
Bis 1956 wuchs die Ortschaft auf 11.700 Einwohner an. Nachdem der Ort zwischenzeitlich den Stadtstatus verloren hatte, wurde dieser 1959 erneut verliehen. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Stadt schnell an, sodass 2007 31.100 Einwohner in ihr lebten, darunter 82 % Ukrainer. Am 19. Mai 2016 wurde der Ort im Zuge der Dekommunisierung in der Ukraine auf seinen alten Namen Oleschky zurückbenannt.
Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 wurde das Gebiet von Oleschky durch russische Truppen besetzt. Zwei Tage lang dauerten die schweren Kämpfe zwischen russischen und ukrainischen Truppen um den Flussübergang, bis es den Angreifern gelang, die Antoniwkabrücke in Besitz zu nehmen und in den nördlichen Teil der Oblast Cherson einzufallen. Am 8. März fand in der Stadt eine Kundgebung gegen die russische Besatzungsmacht statt. Die Besatzer zerstörten Grabdenkmäler in der Ortschaft. Im September und im November 2022 beschoss die ukrainische Armee Standorte der russischen Truppen in Oleschky. Beim Rückzug über den Dnepr sprengten die russischen Truppen am 11. November 2022 Teile der Antoniwkabrücke. Am 18. April 2023 landeten amphibische Einheiten der ukrainischen Streitkräfte am Ostufer des Dnepr nördlich von Oleschky und begannen einen Brückenkopf zu bilden. Am frühen Morgen des 6. Juni 2023 wurde der flussaufwärts gelegene Kachowkaer Staudamm zerstört (siehe hierzu: Zerstörung des Kachowka-Staudamms). Große Landstriche wurden überschwemmt; Oleschky war davon besonders betroffen: Laut dem russischen Statthalter Andrei Aleksejenko stand die Stadt fast vollständig unter Wasser. Die Ukraine ordnete eine Evakuierung der Bezirke an, Aleksejenko sagte, dafür brauche man Spezialgerät. Ab dem Zeitpunkt der Überschwemmung gab es laut der Reportage vom Herbst 2026 der Nowaja Gazeta zu keiner Zeit eine Strom- oder Wasserversorgung.
Im März 2025 zerstörten ukrainische Streitkräfte die strategisch wichtige Brücke über den Konka-Flussarm gleich nördlich Oleschky, welche einst Teil der Zufahrt zur Antoniwkabrücke war. Sie erschwerten damit, dass russische Truppen ihre Kontrolle auf die Inseln im Dnepr-Ästuar ausweiten konnten.
Spätestens ab Dezember 2025 war die Lebensmittelversorgung in Oleschky eingeschränkt. Zuvor waren drei mit Lebensmitteln beladene Fahrzeuge auf der einzigen verbliebenen Zufahrtsstraße der Stadt durch Minen zerstört worden und ein örtlicher Händler, der Rentengelder und Brot aus Skadowsk transportierte, ausgeraubt und erschossen worden. Dies beeinträchtigte die Versorgung der Stadt weiter und zwang die Bewohner dazu, für ihr Überleben zunehmend auf den Anbau von Lebensmitteln in eigenen Gärten zu setzen sowie auf Jagd von Wildvögeln und Hasen zu gehen. Erschwert wurde die Lage zudem durch einen Mangel an Medikamenten. Die russische Verwaltung in den besetzten Gebieten unterstützte nur jene Einwohner, die bereit waren, die russische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Ukrainische Streitkräfte lieferten mithilfe von Drohnen mehrere humanitäre Hilfslieferungen aus. Im März 2026 appellierte der ukrainische Parlamentsbeauftragte für Menschenrechte mit Berufung auf die Genfer Konventionen an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und an die russische Menschenrechtsbeauftragte Tatjana Moskalkowa für die Einrichtung eines Korridors für humanitäre Hilfe und die Evakuierung.
Bis September 2026 hatte sich die eingeschränkte Nahrungsversorgung in Oleschky zu einer Hungersnot entwickelt. Zu der Zeit lebten noch zwischen 1200 und 2000 Einwohner in der Stadt. Die vorerst letzte Lebensmittellieferung hatte es im Mai 2026 gegeben. Die Kriegsparteien machten sich gegenseitig für die Hungersnot verantwortlich. Die Stadt ist von einem Minengürtel umgeben. Laut der Osteuropa-Korrespondentin Judith Huber im Echo der Zeit, „verhinderten die Besatzer“ die Evakuierung trotz ukrainischer Bemühungen; erstens sei die Bevölkerung dem russischen Militär, welches für die Bevölkerung verantwortlich sei, egal, zudem würde – plausiblerweise – geltend gemacht, die Russen benützten die Bevölkerung als menschliche Schutzschilder. Das Krankenhaus war im Oktober 2026 noch in Betrieb, jedoch fast ohne Medikamente und beschränkte sich auf das Stillen von Blutungen von Verwundeten.
Dmytro Lubinez, der ukrainische Beauftragte, hatte drei Anläufe für eine Evakuation genommen, im Mai, Juli und September. Der Kreml hatte abgelehnt.
Am 16. Oktober 2026 forderte der Papst den russischen Präsidenten Putin telefonisch auf, die Kampfhandlungen in Oleschky zwecks Evakuierung der Bewohner einzustellen. Der Präsident der Russischen Föderation machte die Ukraine für die Lage in der Stadt verantwortlich, und sprach von der „Lieferung von Hilfsgütern“.
Am 23. Oktober bestätigten Präsidentensprecher Dmitri Peskow sowie der russische Generalstabschef eine Vereinbarung, die der Bevölkerung von Oleschky und sechs nahe gelegenen Siedlungen die Möglichkeit verschaffen soll, direkt in ukrainisch kontrolliertes Gebiet evakuiert zu werden. Ein auch unter Vermittlung von First Lady Melania Trump vereinbarter Waffenstillstand trat dazu am 27. Oktober 2026 in Kraft. Laut ukrainischen Angaben von kurz vor der Vereinbarung befanden sich bis Mitte Oktober noch bis zu 6000 Menschen, darunter etwa 200 Kinder, in Oleschky und Umgebung. Einige Menschen in Oleschky hatten nach der Flut keine Papiere mehr oder diese waren unter Beschuss verbrannt. Einen Tag vor dem Waffenstillstand wussten evakuierungswillige Menschen nicht, wie sie zur Evakuierung gelangen sollten. Aus vorherigen Versuchen, die Abreise zu vermitteln, verfügten die ukrainischen Behörden über Listen der Bewohner, welche dies wünschten.
Laut Angaben vom 27. Oktober dauere der Waffenstillstand bis am Abend des 1. November, zudem bestätigte die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa am 29. Oktober die absolute Einhaltung des Waffenstillstands „seit 56 Stunden“. Eine Verlängerung sei möglich. Laut US-Aussagen sollten zivile Vertreter beider Länder den Hilfsbedarf vor Ort abklären. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez beteiligte sich an der «Koordination der Mission» und erreichte Oleschky zur Begleitung der Evakuierungswilligen. Bei den von der First Lady erwähnten Journalisten, welche die russische Menschenrechtsbeauftragte nach Oleschky begleiteten, handelte es sich um Newsmax-Reporter («embedded with Russian and Ukrainian humanitarian leaders»). Während die zivilen Kräfte laut der Vereinbarung die Hilfeleistung und Evakuierung durchführten ("The humanitarian mission itself will be led by civilians from both countries, keeping Russian and Ukrainian troops apart as aid enters the city and residents are evacuated."), sollten die Reporter dokumentieren, welche Wünsche die Bewohner äußerten. Die Evakuierten mit Wunschziel Ukraine wurden laut Vereinbarung mit russischen Militärflugzeugen von Anapa nach Gomel (Belarus) geflogen gelangten von dort in die Ukraine.
Am 30. Oktober wurde nach einem 4 Stunden offenen Fenster für die Evakuierung der Abschluss der humanitären Operation bekannt gegeben; die Kapazität der 25 eingesetzten Busse habe 750 Personen betragen, dazu kamen einige Ambulanzen. Die Menschen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt zur Weiterreise nach Russland oder in die Ukraine. Die Anzahl der Einwohner Oleschkys, welche mit vier Flugzeugen von Anapa nach Gomel ausgeflogen wurden, wurde nach dem Eintreffen in der Ukraine mit 527 angegeben. Newsmax-Reporter Alex Alvarez hatte elf Busse mit Menschen erwähnt, welche in die Ukraine gingen, sowie vier Busse mit Menschen nach Russland.
Der Waffenstillstand für die Evakuierung war zur Zeit der Umsetzung der Längste und Umfassendste des ganzen Krieges.
Etwa 700 bis 1.000 vor allem ältere Menschen blieben in Oleschky. Sie weigerten sich zu gehen, aus Angst vor den womöglich falschen Angaben zur Operation oder weil sie ihre Häuser nicht verlassen wollten.
Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Oleschky (ukrainisch Олешківська міська громада/Oleschkiwska miska hromada), zu dieser zählen auch noch die 10 in der untenstehenden Tabelle angeführten Dörfer sowie die Ansiedlungen Pidlisne und Pojma, bis dahin bildete sie zusammen mit dem Dorf Sahy und der Ansiedlung Pojma die gleichnamige Stadtratsgemeinde Oleschky (Олешківська міська рада/Oleschkiwska miska rada) im Nordwesten des Rajons Oleschky.
Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons Cherson.
Folgende Orte sind neben dem Hauptort Oleschky Teil der Gemeinde:
| Name | ||
|---|---|---|
| ukrainisch transkribiert | ukrainisch | russisch |
| Kosatschi Laheri | Козачі Лагері | Казачьи Лагери (Kasatschji Lageri) |
| Kostohrysowe | Костогризове | Костогрызово (Kostogrysowo) |
| Krynky | Кринки | Крынки (Krynki) |
| Pidlisne | Підлісне | Подлесное (Podlesnoje) |
| Pidstepne | Підстепне | Подстепное (Podstepnoje) |
| Pischtschaniwka | Піщанівка | Песчановка (Pestschanowka) |
| Pody | Поди | Поды |
| Pojma (seit 2024 offiziell ukrainisch Saplawa) | Пойма | Пойма (Poima) |
| Radensk | Раденськ | Раденск |
| Sahy | Саги | Саги (Sagi) |
| Solonzi | Солонці | Солонцы (Solonzy) |
| Tschelburda | Челбурда | Челбурда |
Etwa 15 km östlich von Oleschky beginnen die nach der Stadt benannten Oleschky-Sande, eine ausgedehnte Sanddünenlandschaft (Halbwüste), von denen ein Teil als Nationaler Naturpark Oleschky-Sande geschützt ist.