Die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim ist eine gemeinnützig arbeitende Kulturstiftung bürgerlichen Rechts, die von der Stadt Rüsselsheim im Jahr 2001 gegründet wurde. Zu ihren Aufgaben zählen der denkmalgerechte Erhalt der ihr zugehörigen Gebäude, die Veranstaltung kultureller Projekte in Form von Ausstellungen, die Bildung und Vermittlung sowie die Förderung von Kunst.
„Opelvillen“ bezeichnet die Villenanlage in der Stadt Rüsselsheim am Main, die direkt an den Mainwiesen zwischen Verna-Park und Festung liegt. Die Villen wurden 1931/32 von Friedrich „Fritz“ Opel erbaut. Heute werden die Villen von der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim genutzt.
Namenspatron der Kunst- und Kulturstiftung ist Fritz Opel. Der Sohn des Gründers der Opelwerke, Adam Opel, kaufte 1920 eine bereits 1916 für den Direktor der Opelwerke Wilhelm Wenske erbaute „Villa Wenske“ und errichtete 1931/32 die zweite Villa, das heute als Ausstellungshaus genutzte sogenannte „Herrenhaus“, das durch einen Wintergarten mit der kleineren „Villa Wenske“ verbunden wurde. Bis zu seinem Tod 1938 bewohnte Fritz Opel mit seiner Frau Marta die von ihm als „Schloss am Main“ bezeichnete Villenanlage. Wechselnde Nutzungen vom Krankenhaus (bis 1956) bis zum Amtsgericht, das 1995 auszog, erfolgten, nachdem die Villen 1955 in den Besitz der Stadt Rüsselsheim übergegangen waren, es wurden bis zu 17 verschiedene Nutzer gezählt.
Die Frage der Nutzung wurde nach dem Leerstand 1996 auf Betreiben regionaler Kunstschaffender schließlich zu Gunsten kultureller Belange entschieden. 1998 fasste die Stadt Rüsselsheim den Beschluss, die Opelvillen zu einem kulturellen Ort mit Gastronomie und Trauzimmer auszubauen. Durch die Gründung der Stiftung konnte, getragen von Ausstellungen, Veranstaltungen, Konzerten, Vorträgen und Lesungen, ein Kunstzentrum in Rüsselsheim geschaffen werden.
Zu dem Ensemble der Opelvillen am Mainvorland zählen die Villa Wenske, das Herrenhaus sowie der neu gestaltete Zwischenbau. 1916 ließ der Ingenieur und Werksdirektor Wilhelm Wenske die kleinere Villa errichten, die Fritz Opel 1920 erwarb und zehn Jahre später um einen Wintergarten erweiterte. Das heutige Ausstellungshaus, das sogenannte Herrenhaus, ließ der Sohn von Adam Opel daraufhin 1931/32 errichten. 2002 begann die Errichtung des Zwischenbaus „Dritte Villa“ durch das Kassler Architekturbüro Schultze + Schulze. 2012 wurde der Garten der Villa Wenske in seinen ursprünglichen Zustand versetzt, wobei die Geradlinigkeit der neueren Architektur berücksichtigt wurde. Erklärte Aufgabe der Stiftung ist es, die Opelvillen als repräsentativen Bau des Rüsselsheimer Mainufers zu pflegen und instand zu halten.
Die Architektur der Opelvillen gibt den zeitlichen Rahmen der Ausstellungen vor. Ausgehend von den Gebäuden, werden Ausstellungen von der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim konzipiert, die die Entwicklung der Kunst vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute beleuchten. Der Ausstellungsschwerpunkt „Von der Moderne zur Gegenwart“ ist eine Anlehnung und inniger Bezug zum Erbauungszeitraum.
Die Vermittlungsprogramme „Sprachförderung für Kindergartenkinder“ und „Führungen für Menschen mit Demenz“ zeugen vom Spektrum und Anliegen der Opelvillen, alle Altersgruppen teilhaben zu lassen und zu fördern.
Die Schleuse ist ein Ausstellungsraum der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim zur Förderung von Kunststudenten. Angehende Künstler aus hessischen Kunsthochschulen können ihre Werke in der Schleuse der Opelvillen erstmals einem breiten Publikum präsentieren. Eröffnet wurde die Schleuse 2005 mit Andrei Koschmieder. Schleusen-Künstlerinnen wie Lena Henke und Anne Imhof nehmen mittlerweile am internationalen Kunstgeschehen teil.
Zusätzlich zur Schleuse beinhaltet das Förderprogramm der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim ein Gastatelier, das Labor, im Untergeschoss des Hauses. Dort haben junge Künstler die Möglichkeit zu arbeiten und das Publikum zur Präsentation ihrer in Rüsselsheim entstanden Werke einzuladen. Diese Plattform experimenteller Kunst wurde 2009 mit dem Städelschüler Max Brand eröffnet.