Otto Penner

Otto Penner (* 1845; † 16. September 1900) war ein deutscher Baumeister und Architekt, der vor allem in seiner Heimatstadt Bonn wirkte.

Leben und Wirken

Über Otto Penner sind nur wenige grundlegende Angaben bekannt. Sein erstes Büro als Architekt bzw. Baumeister in Bonn befand sich an der Coblenzerstraße 118 (Stand: 1875), während er selbst in Poppelsdorf wohnhaft war (Stand: 1879). 1879 errichtete er für sich ein nach eigenem Entwurf ausgeführtes Wohnhaus in der Bonner Südstadt (Arndtstraße 21). Er ist als Architekt von 13 zumeist in geschlossener Bauweise entstandenen Wohnhäusern in der Südstadt bekannt. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen der umfassende Umbau der als Amtssitz des Bundespräsidenten bekannt gewordenen heutigen Villa Hammerschmidt in den Jahren 1877 und 1878, den er nach einem Entwurf Ludwig Bohnstedts für Leopold Koenig ausführte, sowie das für dessen Sohn Alexander Koenig von 1898 bis 1900 als Anbau an seine Villa errichtete Ornithologische Museum (heute Museum Koenig).

Penner war seit dem 7. Dezember 1892 Mitglied der Bonner Freimaurerloge Friedrich Wilhelm zum eisernen Kreuz.

Familie

Penner war zweimal verheiratet. Die erste Ehe schloss er am 26. Februar 1878 mit der aus Köln gebürtigen Matthilde (* 1857). Sie brachte zwei Kinder hervor; Matthilde starb nach der Geburt des zweiten Kindes am 12. Juni 1880.

Werk

Bauten in Bonn

BauzeitOrtsteilAdresseBildObjektMaßnahmeAnmerkungen
1877–1878GronauAdenauerallee 135
Lage

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Villa Koenig (später Hammerschmidt)Umbau: Ausführung (Bauherr: Leopold Koenig)seit 1950 Amtssitz des Bundespräsidenten; Denkmalschutz
1879/1880GronauArndtstraße 21
Lage

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WohnhausNeubau (Bauherr: Otto Penner)Denkmalschutz
1882GronauCoblenzerstraße 103Villa Eversmann: Stall- und RemisengebäudeNeubau1905 abgebrochen
1887/1888SüdstadtCoblenzerstraße 81Porzellan-Fabrik Franz Anton MehlemFabrikfassade: Ausführung1937 abgebrochen
1888SüdstadtCoblenzerstraße 37Villa (erbaut 1841)Um-/Anbauspäter Lese- und Erholungsgesellschaft
1889SüdstadtArgelanderstraße 1 / Poppelsdorfer Allee 51
Lage
Doppelvilla (Stadtpalais)NeubauDenkmalschutz
1890–1896PoppelsdorfKirschallee 1–3
Lage

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Hauptgebäude der Schreibwaren-Fabrik Friedrich SoenneckenNeubauheute Universitätsinstitute
1890/1891SüdstadtLennéstraße 35–37
Lage

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DoppelwohnhausNeubauDenkmalschutz
1891SüdstadtGoethestraße 27
Lage
WohnhausNeubauDenkmalschutz
1891–1892GronauCoblenzerstraße 83Villa ZitelmannAnbau, Abschlussgitter (Bauherr: Ernst Zitelmann)1953/54 abgebrochen
1892SüdstadtKaiserstraße 73
Lage
WohnhausNeubauDenkmalschutz
1892–1893GronauCoblenzerstraße 99Villa: PalmenhausNeubau1952 abgebrochen
1894Bonn-ZentrumBahnhofstraße 11GeschäftshausNeubaunicht erhalten
1894Beuel-MitteSiegfried-Leopold-Straße / Neustraße
Lage

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Evangelische VersöhnungskircheNeubau
1895GronauAdenauerallee 124
Lage

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WohngebäudeNeubauDenkmalschutz; 1957–1999 Kanzlei der Botschaft von Südkorea
1896–1897GronauRaiffeisenstraße 3
Lage

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Villa HeckmannNeubau: Ausführung (Entwurf: Hugo Licht)Denkmalschutz
1897SüdstadtGoebenstraße 32–34
Lage
Evangelisch-theologisches StudienhausNeubauDenkmalschutz
1898GronauWeberstraße 29
Lage
WohnhausNeubauDenkmalschutz
1898GronauCoblenzerstraße 103Villa von WoynaAnbau (Bauherrin: Witwe Wilhelm von Woynas)nur teilweise ausgeführt; 1905 abgebrochen
1898–1900GronauAdenauerallee 162–164
Lage
Ornithologisches MuseumNeubau (Bauherr: Alexander Koenig)heute Teil des „Museum Koenig“; Denkmalschutz

Nicht ausgeführte Entwürfe:

Commons: Otto Penner – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Olga Sonntag: Villen am Bonner Rheinufer: 1819–1914, Bouvier Verlag, Bonn 1998, ISBN 3-416-02618-7, Band 3, Katalog (2). (zugleich Dissertation Universität Bonn, 1994)
    1. ↑ S. 323
    2. ↑ S. 60–64, 90
  2. ↑ General-Anzeiger, 18. September 1900, S. 4
  3. Olga Sonntag: Villen am Bonner Rheinufer: 1819–1914, Bouvier Verlag, Bonn 1998, ISBN 3-416-02618-7, Band 1. (zugleich Dissertation Universität Bonn, 1994)
    1. 1 2 3 4 S. 192
    2. ↑ S. 322
  4. ↑ Adress-Buch der Stadt Bonn und der Gemeinde Poppelsdorf, Neusser, Bonn, 1875, S. 132
  5. ↑ Adress-Buch der Stadt Bonn und der Gemeinde Poppelsdorf, Neusser, Bonn, 1879, S. 148
  6. 1 2 3 4 5 6 Landeskonservator Rheinland (Hrsg.); Eberhard Grunsky, Volker Osteneck: Die Bonner Südstadt (=Arbeitsheft 6). Zweite, veränderte Auflage, Rheinland-Verlag, Köln 1976, ISBN 3-7927-0265-7, S. 21.
    1. 1 2 S. 39
  7. ↑ Alfred Toepel: Die Loge Friedrich Wilhelm zum eisernen Kreuz in Bonn und ihre Vorläufer: Festschrift zur Feier des 50jährigen Bestehens der Loge. Verlag Carl Georgi, Bonn 1907, S. 264/265.
  8. ↑ bei nicht mehr bestehenden Bauten – falls bekannt – die zuletzt gültige Adresse
  9. Olga Sonntag: Villen am Bonner Rheinufer: 1819–1914, Bouvier Verlag, Bonn 1998, ISBN 3-416-02618-7, Band 2, Katalog (1). (zugleich Dissertation Universität Bonn, 1994)
    1. ↑ S. 270–272
    2. 1 2 S. 107–115
    3. ↑ S. 111
    4. 1 2 S. 112
    5. ↑ S. 116–134
    6. ↑ S. 117, 119
    7. 1 2 3 S. 60–64
    8. ↑ S. 154–158
    9. ↑ S. 156
    10. ↑ S. 157
    11. ↑ S. 173–199
    12. ↑ S. 177 f.
    13. ↑ S. 182
    14. ↑ S. 54–60
    15. ↑ S. 111 f.
  10. 1 2 3 4 5 6 heute Adenauerallee
  11. ↑ Informationstafel am ehemaligen Hauptgebäude der Schreibwaren-Fabrik Friedrich Soennecken
  12. ↑ heute Am Hauptbahnhof
  13. 1 2 Olga Sonntag: Bonn in der Kaiserzeit 1871–1914. Eine Ausstellung zum 100jährigen Jubiläum des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins im Rheinischen Landesmuseum zu Bonn. Bonn 1986, S. 34.
  14. 1 2 Franz Josef Talbot, Judith Loosen: Denkmalpfade im Stadtbezirk Beuel. Hrsg.: Heimat- und Geschichtsverein Beuel am Rhein. 2. Auflage. Bonn 2004 (40 S.). – Digitalisat (Memento vom 31. Oktober 2016 im Internet Archive)
  15. ↑ Adress-Buch der Stadt Bonn. Druck und Verlag des General-Anzeigers für Bonn und Umgegend, Bonn 1899, S. 65. (online)
  16. ↑ Das Ornithologische Museum, Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig
Personendaten
NAME Penner, Otto
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt
GEBURTSDATUM 1845
STERBEDATUM 16. September 1900