Otto Schubart

Otto Schubart (* 17. Februar 1900 in Berlin; † 8. November 1962 in Pirassununga, Brasilien) war ein deutsch-brasilianischer Entomologe. Als Myriapodologe befasste er sich vor allem mit Tausendfüßern.

Leben

Schubart schloss 1922 sein Studium an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit Diplom ab, arbeitete nachfolgend an der Hydrobiologischen Anstalt der Max-Planck-Gesellschaft in Plön, am Zoologischen Museum in Kiel, an der Abteilung für Fischereibiologie des Museums für Naturkunde in Hamburg und am Zoologischen Museum in Berlin. 1934 erschien sein als Hauptwerk geltender Tausenfüßer-Band in Friedrich Dahls Tierwelt Deutschlands (1934), mit der er es schaffte, „weltweit als Erster eine komplette, moderne Bearbeitung der Diplopodenfauna eines Landes zu publizieren“. Seine Schlüssel prägen die taxononomisch Bestimmung von Diplopoden (Doppelfüßern, zoologisch ein Teil der Tausendfüßer) bis in die Gegenwart.

1934 folgte er einer Einladung des brasilianischen Zoologen Rodolpho von Ihering, in Pernambuco ein Labor für Fischereiwissenschaft aufzubauen und zu leiten. Es wurde 1937 aufgelöst. Schubart wechselte danach in den Serviço Nacional de Piscicultura (Nationaldienst für Fischzucht). 1938/39 studierte er die phänomenreiche Laichwanderung von Fischen zur Paarungszeit (Piracema) und blieb für mehr als 20 Jahre bis zu seinem Tod an der Forschungsstation von Pirassununga bei São Paulo.

Über die Hintergründe seiner Auswanderung führt ein Nachruf verschiedene Ansichten auf: vom Glück, den Nationalsozialismus „in besseren Gefilden“ überdauern zu können, über eine Ablehnung der politischen Verhältnisse bis hin zur Rücksicht auf seine erste Ehefrau Martha (1905–1944), die jüdischer Herkunft war. Später heiratete Schubart erneut. Der Ehe entstammte ihr Sohn Herbert Otto Roger Schubart, der selbst Zoologe und Hochschullehrer wurde. Otto Schubart starb 62-jährig infolge eines chirurgischen Eingriffs.

Werk

Otto Schubart veröffentlichte etwa 200 Beiträge über Diplopoda aus aller Welt, zudem weitere über regionale Fischbestände und Insekten. Ferner stellte er eine Bibliographie zur Entdeckungsgeschichte der Myriapoden-Arten von 1758 bis 1957 zusammen. Schubart beschrieb 552 neue Taxa, davon aus Südamerika 320 und aus Afrika 103.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Ehrungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ E. Norman Lindner u. a.: Dr. Otto Schubart (17. Februar 1900 – 8. November 1962). Zum 50. Todestag. In: Schubartiana Nr. 5 (2012), S. 3
  2. ↑ E. Norman Lindner u. a.: Dr. Otto Schubart (17. Februar 1900 – 8. November 1962). Zum 50. Todestag. In: Schubartiana Nr. 5 (2012)S. 3 f.
  3. ↑ E. Norman Lindner u. a.: Dr. Otto Schubart (17. Februar 1900 – 8. November 1962). Zum 50. Todestag. In: Schubartiana Nr. 5 (2012), S. 9
  4. ↑ E. Norman Lindner u. a.: Dr. Otto Schubart (17. Februar 1900 – 8. November 1962). Zum 50. Todestag. In: Schubartiana Nr. 5 (2012), S. 24
  5. ↑ E. Norman Lindner u. a.: Dr. Otto Schubart (17. Februar 1900 – 8. November 1962). Zum 50. Todestag. In: Schubartiana Nr. 5 (2012), S. 38