Ourèye (auch: Oreï, Ourey, Ourhey, Oureille) ist ein Dorf in der Stadtgemeinde Agadez in Niger.
Geographie
Das von einem traditionellen Ortsvorsteher (chef traditionnel) geleitete Dorf befindet sich westlich des Stadtzentrums im ländlichen Gemeindegebiet von Agadez, der Hauptstadt der gleichnamigen Region Agadez. Zu den ländlichen Siedlungen in der Umgebung von Ourèye zählen Inbakatane und Dari im Nordosten, Maï Addoua im Südosten sowie Kourboubou im Südwesten.
Der Ortsname bezeichnet in der lokalen Sprache Tamascheq die Katzenart Karakal(Caracal caracal), die in Tälern in der Region lebt. Vorherrschende Pflanzenarten in der kargen Steppenlandschaft sind der Zahnbürstenbaum(Salvadora persica) und Akazien-Arten wie Acacia ehrenbergiana, Acacia nilotica und Acacia raddiana. In der Nähe von Ourèye verläuft das Trockental Téloua. Es herrscht das Klima der Sahara vor, mit einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von unter 200mm.
Geschichte
Die Stadt Agadez und ihre Umgebung wurden in der Nacht vom 1. auf den 2. September 2009 von verheerenden Regenfällen heimgesucht, die zu einer Flutkatastrophe führten. Die anschließenden Hilfsmaßnahmen erstreckten sich auch auf Ourèye. Eine 2025 durchgeführte Untersuchung der nigrischen Regierung mit Unterstützung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen stufte Ourèye als einen der 1285 Orte in Niger ein, die in Hinblick auf die Ernährungssicherheit äußerst verwundbar waren.
Bevölkerung
Bei der Volkszählung 2012 hatte Ourèye 543 Einwohner, die in 90 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 442 in 71 Haushalten und bei der Volkszählung 1988 belief sich die Einwohnerzahl auf 164 in 30 Haushalten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Es werden Kamele gezüchtet. Ferner ziehen Fulbe-Rinderhirten aus den Regionen Tahoua und Zinder im Süden auf ihrem Weg zu salzhaltigen Weidegründen im Norden durch die Gegend von Ourèye. Es gibt eine Schule im Dorf.
Literatur
Mahamadou Chaibou, Bernard Faye:Fonctionnement des élevages camelins de la zone périurbaine d’Agadez au Niger: enquête typologique. In: Revue d’élevage et de médecine vétérinaire des pays tropicaux. Vol. 58, Nr.4, 2005, ISSN1951-6711, S.273–283 (scispace.com[PDF]).
↑Mohamed Aoutchiki Kriska:Contribution à l’inventaire chorologique des biogéocènoses de I’Aïr et du Tamesna nigérien (=Jacques Bons, Jacques Michaux, Roger Prodon [Hrsg.]: Mémoires et Travaux de l’Institut de Montpellier. Nr.24). École Pratique des Hautes-Études, Montpellier 2001, Partie II (Atlas chorologique): MAM 015 Caracal caracal (Schreber, 1776) (agritrop.cirad.fr[PDF; abgerufen am 31.Oktober 2026]).
12Mahamadou Chaibou, Bernard Faye:Fonctionnement des élevages camelins de la zone périurbaine d’Agadez au Niger: enquête typologique. In: Revue d’élevage et de médecine vétérinaire des pays tropicaux. Vol. 58, Nr.4, 2005, ISSN1951-6711, S.275 (scispace.com[PDF; abgerufen am 27.Oktober 2026]).
↑Damien Hauswirth, Hassane Yayé, Abdoulaye Sambo Soumaila, Badamassi Djariri, Issaka Lona, Malam Boukar Abba:Appui à la formulation concertée de la SPN2A pour la République du Niger. Identification et évaluation des options d’agriculture intelligente face au climat prioritaires pour l’adaptation face aux changements climatiques au Niger. Volume 2: Annexes. Ministère de l’Environnement, de la Salubrité Urbaine et du Développement Durable / Ministère de l’Agriculture et de l’Elevage / Conseil National de l’Environnement pour un Développement Durable / Haut-Commissariat à l’Initiative 3N / AFD / Facilité Adapt’Action / Baastel – BRL – ONFI, Niamey / Brüssel 2020, S.7 (spn2a.org[PDF; abgerufen am 16.Oktober 2026]).
↑Recensement Général de la Population 1988: Répertoire National des Villages du Niger. Bureau Central de Recensement, Ministère du Plan, République du Niger, Niamey März 1991, S.22 (web.archive.org[PDF; abgerufen am 15.August 2026]).