Pamela Granderath

Pamela Granderath im Holli 199, ca. 1999

Pamela Granderath (* 26. August 1968 in Duisburg; † 17. Februar 2026 in Hilden) war eine deutsche Autorin, Lyrikerin, Moderatorin, Kulturvermittlerin und Frisörin.

Leben und Werk

Pamela Granderath war langjährig Teil der Düsseldorfer Literatur- und Kunstszene und beteiligt an der Verbindung von Pop-Literatur, Nachwuchsförderung und Inklusion. 1999 wurde ihr der Literaturförderpreis der Stadt Düsseldorf verliehen. Nach ihrem Umzug im Jahre 2018 nach Portugal erprobte Granderath alternative Lebensmodelle. Granderath gehörte zu den frühen Initiatoren des Poetry Slams in Deutschland. Über zwei Jahrzehnte blieb sie als Moderatorin und Performerin aktiv. Ihr literarischer Stil zeichnet sich durch eine direkte Sprache aus. Granderath war Erfinderin des Literaturautomaten, der Literatur und Poesie im öffentlichen Raum zugänglich macht. Damit entwickelte sie eine Methode, um Poesie und Literatur überall zu verbreiten. In umgebauten Zigarettenautomaten werden kleine Päckchen mit gedruckten Texten zum Selbstkostenpreis angeboten.

Pamela Granderath wirkte in Düsseldorf durch Projekte an der Schnittstelle von Handwerk, Subkultur und Literatur. Sie entwickelte das Konzept des Cyber Razor Cut, der ab 1997 im Kulturprojekt Holli 199 als neue Form der Vernetzung von Literatur, Kunst, Musik und Design fungierte und einen Anlaufpunkt der nationalen und internationalen Kunst- und Subkulturszene bildete. Ihr Ansatz umfasste ein frühes Unisex-Modell sowie die Nutzung des Salons für Lesungen und Performances, was mediale Beachtung fand. Die für den Cyber Razor Cut entwickelte Werbekampagne thematisierte Genderdebatten und trug diese in die Öffentlichkeit. Die Kampagne fand Einzug in das Lürzer’s Archive. Der Cyber Razor Cut und das Holli 199 erreichten durch Berichte in Presse und Medien wie dem Lifestyle-Magazin Max oder dem Kulturjournal der ARD regionale und überregionale Aufmerksamkeit. Das Holli 199 diente als interdisziplinäre Plattform. Granderath arbeitete dort mit der Designerin Yvonne Hollunder und dem Musiker Christian Koch (Bandleader von Vibravoid) zusammen. Dies machte den Ort zu einem Anlaufpunkt der Kunst- und Subkulturszene. Ebenso arbeitete Granderath mit weiteren Künstlern zusammen oder förderte ihr Werk. Ein Aspekt ihres Schaffens war die Förderung junger Talente, was ihr den Beinamen „Die Königin von Flingern“ einbrachte.

Granderath lehnte für ihre eigene Arbeit eine geschlechtergerechte Sprache ab. Sie begründete dies mit ihrem Verständnis von Gleichberechtigung, das sie auch in ihrem Haarsalon durch ein Unisex-Konzept ohne geschlechtsspezifische Unterschiede umsetzte.

Nach kurzer, schwerer Krankheit starb Pamela Granderath am 17. Februar 2026 im Alter von 57 Jahren in Hilden.

Auszeichnungen

Werke

Eigenständige Veröffentlichungen

Weitere Veröffentlichungen ohne ISBN-Registrierung:

Herausgeberschaften

Beiträge in Anthologien und Zeitschriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Stephan Ditschke: Literatur live. Formen und Funktionen von Literaturperformances (= Dissertation an der Universität Göttingen). Georg-August-Universität Göttingen, 2022, S. 200–204 (uni-goettingen.de [abgerufen am 4. Mai 2026]).
  2. 1 2 Alexandra Wehrmann: Schere schneidet Papier. Letzter Gruß an Pamela Granderath. In: theycallitkleinparis. 22. Februar 2026, abgerufen am 4. Mai 2026.
  3. ↑ Marion Troja: Lyrikerin Granderath: „Ich hab' den Hang zu kantigen Wörtern“. In: Westdeutsche Zeitung. 26. Juli 2013, abgerufen am 4. Mai 2026.
  4. ↑ WDR Lokalzeit Bochum: Eröffnung des Literaturautomaten mit Pamela Granderath. In: YouTube / WDR. Abgerufen am 4. Mai 2026.
  5. ↑ Prämierte Werbekampagne Holli 199 (Motiv: Dreadlocks) – Dokumentation in Lürzer’s Archive. In: AdsSpot / Lürzer’s Archive. Abgerufen am 4. Mai 2026.
  6. ↑ Barbara Wörma: Pfeffer aus Düsseldorf. In: W&V. Nr. 3, 2000, S. 152.
  7. ↑ Annette Kanis: Schneidige Dichterin. In: taz. 26. Mai 2001, abgerufen am 4. Mai 2026.
  8. ↑ Libuda: Lesungen in Düsseldorf: So literarisch sind Hinterhöfe. In: Rheinische Post. 15. August 2018, abgerufen am 4. Mai 2026.
  9. ↑ Stephan Ditschke: Literatur live. Formen und Funktionen des Poetry Slams. Dissertation. Georg-August-Universität Göttingen, 2007.
  10. ↑ Förderpreis für Literatur. Alle Preisträger*innen seit 1972. Landeshauptstadt Düsseldorf, abgerufen am 28. Mai 2026.
  11. 1 2 3 4 Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 2024/2025. Band 1, A–O. De Gruyter, 2024, ISBN 978-3-11-138279-1, S. 281, doi:10.1515/9783111382791.
Personendaten
NAME Granderath, Pamela
KURZBESCHREIBUNG deutsche Autorin, Lyrikerin, Moderatorin, Kulturvermittlerin und Frisörin
GEBURTSDATUM 26. August 1968
GEBURTSORT Duisburg
STERBEDATUM 17. Februar 2026
STERBEORT Düsseldorf