
Pascale Grau (* 9. April 1960 in St. Gallen; heimatberechtigt in Ried bei Kerzers und Bargen im Kanton Bern) ist eine Schweizer Künstlerin, Kuratorin sowie Dozentin. Sie beschäftigt sich mit Performance, Konzept- und Videokunst. Als Kuratorin betreute Grau zahlreiche Performance-Veranstaltungen im Kaskadenkondensator Basel. Als Vorstandsmitglied von PANCH – Performance Art Network CH setzt sie sich für ein schweizweites Performance-Archiv ein. Eine Monografie über ihr Werk wurde 2009 veröffentlicht.
Pascale Grau ist in St. Gallen aufgewachsen. Sie absolvierte das Primarlehrerseminar und eine vierjährige Ausbildung in Modern Dance am HC-Studio von Heiner Carling in Bern. Danach studierte sie von 1986 bis 1992 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und erhielt ihr Diplom in Visueller Kommunikation. Zu ihren Lehrern gehörten Bernhard Blume (Freie Kunst) und Wilfried Minks (Bühnenbild). Anschliessend war Pascale Grau bis 1994 Meisterschülerin und Assistentin von Marina Abramović.
Seit 1995 arbeitet Pascale Grau als Künstlerin, Kuratorin sowie Dozentin und tritt regelmässig als Performancekünstlerin auf, unter anderem mit Andrea Saemann und Judith Huber. Von 1998 bis 2006 war sie im kuratorischen Team und Vorstand der selbstverwalteten Kultureinrichtung Kaskadenkondensator Basel. Eine Weiterbildung als Kunsttheoretikerin erhielt sie im MAS-Programm der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Pascale Grau war Mitglied der 2003 gegründeten Independent Performance Group (IPG).
Pascale Grau rief 1997 mit Monika Dillier, Katharina Erich, Susanne Fankhauser, Lisa Fuchs, Muda Mathis, Barbara Naegelin, Andrea Saemann und Sus Zwick zum Ersten Manifest grosser und angesehener Künstlerinnen auf. Das Projekt Erstes Manifest grosser und angesehener Künstlerinnen war im Rahmen der Ausstellung Fun Feminism täglich vom 16. Dezember 2022 bis 19. März 2023 zwischen 18 und 20 Uhr auf dem Lichtfries des Neubaus des Kunstmuseum Basel zu sehen.
Von 2003 bis 2005 war sie Lehrbeauftragte für Performance im Bereich Medienkunst an der FHA, Aarau und 2008/2009 Dozentin für Performancekunst an der F+F Schule für Kunst und Design, Zürich. Von 2010 bis 2012 leitete sie das SNF-DORE Forschungsprojekt «archiv performativ» am Institute for Cultural Studies in the Arts an der ZHdK. Seit 2007 führt sie Performance-Workshop im In- und Ausland (Indien, Thailand und Bolivien) durch. Ferner hält sie wissenschaftliche Vorträge an Universitäten, Akademien und Fachhochschulen. Sie ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Netzwerks PANCH. Innerhalb des Netzwerks setzt sie sich mit Symposien für die Sichtbarmachung von Performancekunst ein. Pascale Grau lebt und arbeitet in Basel.
Videostills aus der Serie Un tout petit peu – Performance für die Kamera
«So setzt die Performerin ihre physische Präsenz als Ausdruckmittel ein und sich selbst den Reaktionen der ZuschauerInnen aus. – Die installativen Arbeiten von Pascale Grau entspringen der Logik der Performance-Art. Manche von ihnen sind Relikte und Zeugen von vergangenen Aktionen, andere transformieren Motive, Ideen und Bilder, die im Zusammenhang mit Live-Performances entstanden sind.»
«Mit den Handlungen an und mit meinem Körper, dem Einsatz meiner Stimme, aber auch der Inszenierung von Bildern und Stimmungen möchte ich Emotionen wachrufen. Gerade in den Live-Performances versuche ich meine körperliche Präsenz im Raum so stark werden zu lassen, dass sich ihr niemand entziehen kann, dass eine Übertragung auf das Publikum stattfindet.»
Der Nachlass von Pascale Grau befindet sich bei der Stiftung SAPA (Swiss Archive of Performing Arts) in Bern.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Grau, Pascale |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Performancekünstlerin, Kuratorin und Dozentin |
| GEBURTSDATUM | 9. April 1960 |
| GEBURTSORT | St. Gallen |