Pascale Grau

Pascale Grau (2020)

Pascale Grau (* 9. April 1960 in St. Gallen; heimatberechtigt in Ried bei Kerzers und Bargen im Kanton Bern) ist eine Schweizer Künstlerin, Kuratorin sowie Dozentin. Sie beschäftigt sich mit Performance, Konzept- und Videokunst. Als Kuratorin betreute Grau zahlreiche Performance-Veranstaltungen im Kaskadenkondensator Basel. Als Vorstandsmitglied von PANCH – Performance Art Network CH setzt sie sich für ein schweizweites Performance-Archiv ein. Eine Monografie über ihr Werk wurde 2009 veröffentlicht.

Ausbildung und Wirken

Pascale Grau ist in St. Gallen aufgewachsen. Sie absolvierte das Primarlehrerseminar und eine vierjährige Ausbildung in Modern Dance am HC-Studio von Heiner Carling in Bern. Danach studierte sie von 1986 bis 1992 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und erhielt ihr Diplom in Visueller Kommunikation. Zu ihren Lehrern gehörten Bernhard Blume (Freie Kunst) und Wilfried Minks (Bühnenbild). Anschliessend war Pascale Grau bis 1994 Meisterschülerin und Assistentin von Marina Abramović.

Seit 1995 arbeitet Pascale Grau als Künstlerin, Kuratorin sowie Dozentin und tritt regelmässig als Performancekünstlerin auf, unter anderem mit Andrea Saemann und Judith Huber. Von 1998 bis 2006 war sie im kuratorischen Team und Vorstand der selbstverwalteten Kultureinrichtung Kaskadenkondensator Basel. Eine Weiterbildung als Kunsttheoretikerin erhielt sie im MAS-Programm der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Pascale Grau war Mitglied der 2003 gegründeten Independent Performance Group (IPG).

Pascale Grau rief 1997 mit Monika Dillier, Katharina Erich, Susanne Fankhauser, Lisa Fuchs, Muda Mathis, Barbara Naegelin, Andrea Saemann und Sus Zwick zum Ersten Manifest grosser und angesehener Künstlerinnen auf. Das Projekt Erstes Manifest grosser und angesehener Künstlerinnen war im Rahmen der Ausstellung Fun Feminism täglich vom 16. Dezember 2022 bis 19. März 2023 zwischen 18 und 20 Uhr auf dem Lichtfries des Neubaus des Kunstmuseum Basel zu sehen.

Von 2003 bis 2005 war sie Lehrbeauftragte für Performance im Bereich Medienkunst an der FHA, Aarau und 2008/2009 Dozentin für Performancekunst an der F+F Schule für Kunst und Design, Zürich. Von 2010 bis 2012 leitete sie das SNF-DORE Forschungsprojekt «archiv performativ» am Institute for Cultural Studies in the Arts an der ZHdK. Seit 2007 führt sie Performance-Workshop im In- und Ausland (Indien, Thailand und Bolivien) durch. Ferner hält sie wissenschaftliche Vorträge an Universitäten, Akademien und Fachhochschulen. Sie ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Netzwerks PANCH. Innerhalb des Netzwerks setzt sie sich mit Symposien für die Sichtbarmachung von Performancekunst ein. Pascale Grau lebt und arbeitet in Basel.

Videostills aus der Serie Un tout petit peu – Performance für die Kamera

Zitat und Statement

«So setzt die Performerin ihre physische Präsenz als Ausdruckmittel ein und sich selbst den Reaktionen der ZuschauerInnen aus. – Die installativen Arbeiten von Pascale Grau entspringen der Logik der Performance-Art. Manche von ihnen sind Relikte und Zeugen von vergangenen Aktionen, andere transformieren Motive, Ideen und Bilder, die im Zusammenhang mit Live-Performances entstanden sind.»

– Katrin Grögel

«Mit den Handlungen an und mit meinem Körper, dem Einsatz meiner Stimme, aber auch der Inszenierung von Bildern und Stimmungen möchte ich Emotionen wachrufen. Gerade in den Live-Performances versuche ich meine körperliche Präsenz im Raum so stark werden zu lassen, dass sich ihr niemand entziehen kann, dass eine Übertragung auf das Publikum stattfindet.»

– Pascale Grau

Auszeichnungen

Performance und Installationen

Videokunst

Ausstellungen

Schriften

Literatur/Veröffentlichungen

Audiografie/SRF Radiointerviews

Archiv

Der Nachlass von Pascale Grau befindet sich bei der Stiftung SAPA (Swiss Archive of Performing Arts) in Bern.

Commons: Pascale Grau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Grau, Pascale - SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz. Abgerufen am 5. Februar 2021.
  2. ↑ xcult.org: Erstes Manifest grosser und angesehener Künstlerinnen. Abgerufen am 3. Februar 2020.
  3. ↑ theartofintervention: «Geht weiter als erlaubt. Zögern ist blöd». 20. Juni 2023, abgerufen am 22. August 2023.
  4. ↑ ZHdK: archiv performativ. Abgerufen am 5. Februar 2021.
  5. ↑ PANCH. Abgerufen am 5. Februar 2021.
  6. ↑ ZHdK-Zürcher Hochschule der Künste: Archive des Ephemeren. Denken, Praktizieren, Vernetzen – eine Debatte zur Zugänglichkeit von Performancekunst in der Schweiz | ZHdK.ch. Abgerufen am 5. Februar 2021.
  7. ↑ pascalegrau.ch: Zitat. Abgerufen am 3. Februar 2020.
  8. ↑ pascalegrau.ch: Statement. Abgerufen am 3. Februar 2020.
  9. 1 2 Dotmov.bl: Künstler. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  10. 1 2 SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  11. ↑ ARCHIVES & BEYOND. In: LICHTHOF Theater. 5. Dezember 2024, abgerufen am 14. Juli 2025 (deutsch).
  12. ↑ Performancefestival | 6 x 2 Performance-Duos. Abgerufen am 7. Februar 2021.
  13. ↑ Nina Keel: Hexenhafte Wesen und ein menschgewordener Brunnen. Abgerufen am 7. Februar 2021.
  14. ↑ Ancienne synagogue Hégenheim # Ehemalige Synagoge Hégenheim, Rue D'Alsace 4, Hégenheim (2021). Abgerufen am 7. Februar 2021.
  15. ↑ DOCK. Abgerufen am 7. Februar 2021.
  16. ↑ Sandra De los Santos: Pascale Grau auf der Srinagar Biennal Basel — ApresPerf — moving performance to text. Abgerufen am 8. Februar 2021 (englisch).
  17. ↑ Heimspiel. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  18. ↑ Mediathek - Reflexion: Pascale Grau IM HAUSE SCHLAFEN HUNDERT HUNDE. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  19. ↑ Archiv Ostschweizer Kunstschaffen - Pascale Grau. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  20. ↑ Kunsthof Zürich – Video- und Audiomaterial. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  21. ↑ SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  22. 1 2 3 Grau Pascale – Performance als Projekt | Annelise Zwez. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  23. ↑ Initiale '92: junge europäische Kunst; MeisterschülerInnen von documenta IX KünstlerInnen; Kloster Haydau, Morschen, 4.- 20.9.1992; Hessische Landesvertretung Bonn, 9.-23. 12.92. 1992 (google.ch [abgerufen am 8. Februar 2021]).
  24. ↑ Mariona Benaiges Pecanins: Initiale '92 | Chema Alvargonzalez. Abgerufen am 8. Februar 2021 (englisch).
  25. ↑ Dotmov.bl: Werke. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  26. ↑ Dotmov.bl: Werke. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  27. ↑ Dotmov.bl: Werke. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  28. ↑ Aus Falten der Erinnerung: Ausstellung. Abgerufen am 3. November 2022 (englisch).
  29. ↑ S11. In: 11 akustische Portraits. Abgerufen am 3. November 2022.
  30. ↑ Elf akustische Portraits — Villa Renata. Abgerufen am 3. November 2022.
  31. ↑ Performancekunst im archiv performativ. Abgerufen am 5. Februar 2021 (deutsch).
  32. ↑ © Bundesamt für Kultur: Kulturerbe Darstellende Künste 2025. Abgerufen am 2. Januar 2026.
  33. ↑ Bestand: Bestand Pascale Grau. Stiftung SAPA, Schweizer Archiv der Darstellenden Künste. 1989–2016. Signatur: A-2015. Link
Personendaten
NAME Grau, Pascale
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Performancekünstlerin, Kuratorin und Dozentin
GEBURTSDATUM 9. April 1960
GEBURTSORT St. Gallen