

Gisela Hochuli (* 1969) ist eine Schweizer Performancekünstlerin und Kuratorin. Sie gewann 2014 den Performancepreis Schweiz und erlangte internationale Bekanntheit durch ihre Teilnahme an Performance-Festivals in Asien, Südamerika, Nordafrika und Europa.
Gisela Hochuli hat von 1990 bis 1996 Volkswirtschaft und Soziologie an der Universität Bern und anschließend, von 2001 bis 2005 Bildende Kunst an der Zürcher Hochschule der Künste studiert, wo Monica Klingler zu dieser Zeit Performance unterrichtete. Dort kam sie in Kontakt mit Performancegastdozenten wie Esther Ferrer und Boris Nieslony. Sie lernte mit dem einflussreichen Performancekunst Duo Monika Günther und Ruedi Schill Performancekunst, auch als Kunst der Handlung, erweitert kennen, die ihr auch Auftrittsmöglichkeiten bei dem, damals von diesen Akteuren veranstalteten, International Performance Festival Giswil boten. Sie zeigt seit 2002 ihre Arbeiten an nationalen und internationalen Performance Festivals in Asien, Südamerika, Nordafrika und Europa. Ihr Atelier hat sie im Kulturzentrum Progr in der Stadt Bern, wo sie auch veranstaltet. Sie organisiert und kuratiert Performance-Anlässe, wie die Progr Performance Plattform PPP in Bern, die parallel zum Bone Festival von Norbert Klassen, angeregt wurde, Kunst der Begegnung mit Boris Nieslony, Marianne Papst und Simone Etter in Basel und war 2017 Gastkuratorin bei dem polnischen Performance Festival Interakcje in Piotrków Trybunalski. 2017/18 ist sie als Künstlerin Teil des interinstitutionellen Ausstellungsprojektes Performance Process - 60Jahre Performancekunst in der Schweiz im Museum Tinguely, dem Centre Culturel Suisse in Paris und der Kunsthalle Basel. Ihre Solo-Performances zeigen eine festgelegte Struktur die ihre situativen Arbeiten stützt. Sie spielt mit dem Einbezug des eigenen Körpers, des Raumes, des Publikums sowie ortsspezifischer Materialien und Kontexte. «Für Gisela Hochuli ist die Performance die ideale Kunstform für den öffentlichen Raum. Mit ihrer Aktion «Autobiografie» hat sie sich an ihrem aargauischen Heimatort neu verortet und ihre Spurensuche erlebbar gemacht.» schreibt Magdalena Schindler 2016 in der Kunst-Stafette #60 über Gisela Hochulis Arbeit. Und weiter veröffentlicht sie
„Ich arbeite gerne mit dem, was da ist – dem Naheliegenden. So arbeitete ich beispielsweise in Noseland mit meiner Herkunft, in Santiago de Chile mit einem grossen Palmenblatt, in China mit einem roten Tuch, in Münsingen mit Aarewasser, in Helsiniki mit einem Stück gefrorenen Schnees und in Arrecife mit einer Baubrache.“
Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit sind Improvisationen wie in der Musik übliche Jam-Sessions, mit weiteren Performern und Performerinnen, die Open Sessions oder Open Source Sessions genannt werden. Dort geht es gerade um das ungeplante, momentbezogene Entwickeln von Handlungen, Aktionen und Interventionen. Was geschieht, unterliegt dem Prozess, ist abhängig von jeder/jedem und kommt als Ganzes in Erscheinung. Sie produziert auch Videodokumentationen über Performanceschaffende und zu Performance Art, 2005 Das Wesen der Performance Art, in 2010 erschien die Dokumentation der Performance Landvermessen eine 16-tägige Performancetour in 2010 durch Meiringen, Luzern, Zürich und Basel, und ein Porträt der Performanceformation Black Market international. Sie ist 2012 Mitherausgeberin des Berner Almanach Performance und ein Interview von ihr mit Norbert Klassen erschien 2015 unter dem Titel Warum applaudiert ihr nicht?. Gisela Hochuli kuratierte 2029 eine Reihe von Performance-Anleitungen die es möglich machen per Audiospur eine Performance – inspiriert von den Performance-Anleitungen von Glynis Ackermann, Christine Bänninger, Sandra De los Santos, Simone Etter, Marianne Papst, Pascale Grau, Gisela Hochuli, Manuela Imperatori, Monica Klingler, Dominik Lipp, Valerian Maly, Mirzlekid, Chris Regn, Andrea Saemann, Klara Schilliger, Rolf Schulz und Joëlle Valterio – selbst aufzuführen. Gisela Hochuli hat 2019 Audioguides mit Performance-Anleitungen zusammengestellt. Seit 2021 organisiert sie zusammen mit Pavana Reid und Tabea Lurk together elsewhere, eine monatliche Performance-Reihe, die von PAB – Performance Art Bergen und PANCH – Performance Art Network Switzerland organisiert und von der Mediathek der Hochschule für Gestaltung und Kunst (FHNW), Basel, online live gestreamt wird. Sie ist Mitbegründerin des Schweizer-Performance-Netzwerks PANCH. Sie lebt und arbeitet in Bern und Zürich.
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hochuli, Gisela |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Performancekünstlerin |
| GEBURTSDATUM | 1969 |
| GEBURTSORT | Schweiz |