Pat Shipman

Pat Shipman (* 27. Januar 1949 in Bronxville, New York, vollständiger Name: Patty Lee Shipman) ist eine US-amerikanische Paläoanthropologin und ehemalige Dozentin für Anthropologie an der Pennsylvania State University. Sie ist zudem Autorin zahlreicher Sachbücher und Artikel in populärwissenschaftlichen Publikumszeitschriften.

Leben

Pat Shipman studierte zunächst Religionswissenschaften am Smith College, dem größten Frauencollege der USA, wo sie 1970 den Bachelor-Grad erwarb. Danach wechselte sie an die New York University und studierte dort Anthropologie (Magister-Grad 1973). 1977 wurde sie an der New York University in der Arbeitsgruppe des Paläoanthropologen Clifford J. Jolly (* 1939) mit einer paläoökologischen Studie zur Populationsdynamik von rund 10 bis 15 Millionen Jahre alten Wirbeltier-Fossilien aus Fort Ternan (Kenia) promoviert, deren Datengrundlage vor allem auf ihrer Teilnahme an Ausgrabungen im Jahr 1974 beruht. Ziel der Studie war insbesondere, die Umwelt der 1961 erstmals beschriebenen Art Kenyapithecus wickeri zu rekonstruieren.

Noch vor Abschluss ihrer Doktorarbeit wurde sie 1975 als Lehrbeauftragte an der privaten Fordham University in New York City und ab 1976 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den American Institutes for Research in Arlington County, Virginia, beschäftigt. Von 1978 bis 1981 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Johns Hopkins University in Baltimore, und danach an gleichem Ort Assistant Professor (1981 bis 1984), Associate Professor für Zellbiologie und Anatomie (1984 bis 1990) und zugleich stellvertretende Dekanin für akademische Angelegenheiten (Dean of Academic Affairs) an der School of Medicine. Danach blieb sie von 1995 bis zu ihrer Pensionierung als Privatdozentin (adjunct professor) für biologische Anthropologie der Pennsylvania State University verbunden.

Nach Studien auf dem Gebiet der Fossilisation – des Entstehens von Fossilien – befasste Pat Shipman sich insbesondere mit der Frage, wie man menschengemachte Schnittspuren an fossilen Knochen von zufällig entstandenen Einkerbungen unterscheiden kann und wie man zufällig entstandene Ansammlungen von Fossilien von den Überresten der Aktivitäten früher menschlicher Vorfahren unterscheiden kann. Ab den 1980er-Jahren profilierte sie sich als Sachbuchautorin, deren Bücher über paläontologische Themen in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Zudem verfasste sie Biografien von Mata Hari, Florence Baker sowie Eugène Dubois und veröffentlichte zahlreiche Artikel zu biologischen Themen in Publikumszeitschriften. In den Biografien erörterten sie u. a. den Einfluss von Geschlecht und sozialer Herkunft auf die Akzeptanz oder Ablehnung wissenschaftlicher Informationen.

Pat Shipman war von 1976 bis zu seinem Tod im Jahr 2017 mit dem Paläoanthropologen Alan Walker verheiratet. Pat und Alan Walker hatten einen Sohn aus einer früheren Beziehung Walkers. Shipman war der Familienname ihrer Mutter June; ihr Vater hieß John Reder.

Ehrungen

Schriften (Auswahl)

Bücher
Artikel

Belege

  1. 1 2 Shipman, Pat 1949– Auf: encyclopedia.com, zuletzt abgerufen am 13. Juni 2022.
  2. 1 2 Pat Shipman: Curriculum vitae. (Memento vom 28. Mai 2019 im Internet Archive). Im Original publiziert auf der Website der Pennsylvania State University.
  3. ↑ Namenseintrag auf americanscientist.org. Zuletzt abgerufen am 13. Juni 2022.
  4. ↑ Patty Lee Shipman: Paleoecology, Taphonomic History and Population Dynamics of the Vertebrate Fossil Assemblage from the Middle Miocene Deposits Exposed at Fort Ternan, Kenya. New York University, Ph.D., 1977.
  5. ↑ Ehemalige Webseite von Pat Shipman am Department of Anthropology der Pennsylvania State University (Memento vom 28. Mai 2019 im Internet Archive).
  6. ↑ American Association for the Advancement of Science: Annual Report 2001, S. 17. (PDF; 828 kB)