Pauline Sears (geb. Snedden, * 5. Juli 1908 in Fairlee; † 14. März 1993 in Stanford) war eine US-amerikanische Pädagogische Psychologin und Professorin an der Stanford University.
Sie wurde als Pauline Snedden als eine Tochter von David Snedden, Professor am Columbia University Teachers College, und von Genevra (geb. Sisson) Snedden, einer Lehrerin und Autorin, geboren. Sie war das vierte von fünf Kindern und wuchs in Brookline auf, bevor die Familie nach Yonkers zog.
Sie besuchte die Lincoln School in New York City und erwarb ihren A.B. 1930 an der Stanford University. Es folgte 1931 ein M.A. in Klinischer Psychologie an dem Columbia University Teachers College, danach promovierte sie 1939 zum Ph.D. an der Yale University. Von 1936 bis 1942 war sie Klinische Ausbilderin (Clinical Instructor) und Assistentin von Catharine Cox Miles und führte umfassende Tests an psychiatrischen Patienten an der Child Welfare Research Station der State University of Iowa in New Haven durch. Es folgte eine Tätigkeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Research Fellow) bis 1949 an der University of Iowa und bis 1953 als Forschungsassistentin an der Harvard Graduate School of Education der Harvard University. 1953 wurde sie Assistenzprofessorin im Fach Erziehungswissenschaft an der Stanford University und hier wurde sie 1966 zur ordentlichen Professorin ernannt. Ab 1974 war sie Emerita.
Sie wurde bekannt durch ihre Arbeiten zur Entwicklungs- und Pädagogischen Psychologie. Bereits während ihrer Zeit in klinischer Ausbildung arbeitete sie zu dem Thema Level of Aspiration, diese Theorie bildete die Grundlage für spätere Forschungen zu Selbstwirksamkeit, Wachstumsdenken und Leistungsmotivation. Es folgten Studien zur Aggressivität bei Kindern mittels Babypuppen. Für sie war Aggression nicht ein angeborener Trieb, sondern erlerntes, sozial geformtes Verhalten, das aus Frustration, inkonsistenter Erziehung, mangelnder Autonomie und negativen Selbstbewertungsprozessen entsteht. Zudem übernehmen Kinder Verhaltensmuster, die sie bei Eltern oder Bezugspersonen beobachten.
Während ihrer Zeit in Stanford war sie auch wissenschaftliche Mitarbeiterin am Stanford Center in Research and Development in Teaching. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassten die Auswirkungen von beschleunigten Mathematikprogrammen und computergestützten Unterrichts auf den Unterricht, die Entwicklung von Kreativität und Lehrstrategien zur effektiven Förderung von Kindern unterschiedlicher kultureller Herkunft. Darüber hinaus leitete sie das Ausbildungsprogramm für Grundschullehrer und organisierte das Programm zur kindlichen Entwicklung an der School of Education. Sie führte außerdem eine umfassende Studie über den Einfluss der Lernbedingungen auf die Arbeitsleistung und die Leistungsmotivation von Schülern durch. Die Betonung von Geschlechtsunterschieden in dieser Arbeit nahm das spätere starke Interesse an Geschlechtsunterschieden in der Entwicklungspsychologie vorweg.
In Palo Alto begegnete sie erstmals Robert R. Sears, der dort einen Einführungskurs in Psychologie abhielt. Die beiden trafen sich wieder in New Haven (Connecticut); nachdem Robert sein Doktorat abgeschlossen hatte, 1932 heirateten beide. Wegen der Nepotismusregeln der Universität unterbrach sie ihre akademische Karriere und widmete sich ihren beiden Kindern David (* 1935), später Professor an der University of California, Los Angeles, und Nancy (* 1938), Grundschullehrerin.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sears, Pauline |
| ALTERNATIVNAMEN | Snedden, Pauline (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Pädagogische Psychologin und Hochschullehrerin |
| GEBURTSDATUM | 5. Juli 1908 |
| GEBURTSORT | Fairlee |
| STERBEDATUM | 14. März 1993 |
| STERBEORT | Stanford |