Pauraquenachtschwalbe

Pauraquenachtschwalbe

Pauraquenachtschwalbe (Nyctidromus albicollis)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Schwalmartige (Caprimulgiformes)
Familie: Nachtschwalben (Caprimulgidae)
Gattung: Nyctidromus
Art: Pauraquenachtschwalbe
Wissenschaftlicher Name
Nyctidromus albicollis
(Gmelin, JF, 1789)

Die Pauraquenachtschwalbe (Nyctidromus albicollis), auch Pauraque genannt, ist ein Vogel aus der Familie der Nachtschwalben (Caprimulgidae).

Merkmale

Die 22 bis 28 Zentimeter lange Pauraquenachtschwalbe hat einen langen Schwanz und breite, abgerundete Flügel. Das Gefieder ist entweder grau-braun oder rötlich-braun gescheckt. Der hellbraune Augenring und Gesichtsstreifen kontrastieren mit dem rötlichen Gesicht. Das Männchen hat ein weißes Band an der Flügelspitze und weiße Außenfedern am Schwanz. Beim Weibchen sind diese Merkmale weit weniger ausgeprägt. Der Ruf des Vogels ist ein pur-wie.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Pauraquenachtschwalbe reicht von Süd-Texas und Mexiko südlich bis Bolivien und Nord-Argentinien. Er lebt an Waldrändern, in Sekundärwäldern und lockerem Gebüsch und nistet in offenerem Gelände.

Verhalten

Tagsüber ruht die Pauraquenachtschwalbe am Boden oder in Nachtschwalbenmanier getarnt längs auf einem niedrigen Ast sitzend. In der Nacht jagt er in tiefem Patrouillenflug oder von einem Ansitz aus nach Käfern, Motten und Glühwürmchen. Die Pauraquenachtschwalbe hält sich mehr als andere Nachtschwalben am Boden auf; wird er gestört, läuft er manchmal eher davon, als dass er wegfliegt. Oft rastet er nachts auf der Straße.

Gemälde einer Pauraquenachtschwalbe von Louis Agassiz Fuertes

Fortpflanzung

Gelege, Sammlung Museum Wiesbaden

In einer flachen, natürlichen Bodenmulde in der Nähe niedrigwachsender Pflanzen werden zwei Eier ausgebrütet.

Unterarten

Es werden folgende Unterarten anerkannt:

Nyctidromus albicollis intercedens Griscom, 1929 und Nyctidromus albicollis obscurus Cory, 1915 werden heute als Synonyme zu Nominatform betrachtet.

Etymologie und Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung der Pauraquenachtschwalbe erfolgte 1789 durch Johann Friedrich Gmelin unter dem wissenschaftlichen Namen Caprimulgus albicollis. Als Verbreitungsgebiet gab er Cayenne an. 1838 führte John Gould mit N. a. derbyanus die für die Wissenschaft neue Gattung Nyctidromus ein. Dieser Name leitet sich von »nykti-, nyx, nyktos νυκτι-, νυξ , νυκτος« für »Nacht« und »-dromos, trekhō δρομος, τρεχω« für »Renner, Läufer, rennen« ab. Der Artname albicollis ist ein Wortgebilde aus lateinisch albus „weiß“ und -collis, das von collum „Hals, Nacken“ abgeleitet ist. Derbyanus ist Edward Smith-Stanley, 13. Earl of Derby (1775–1851) gewidmet, merrilli James Cushing Merrill (1853–1902). Yucatanensis bezieht sich auf Yucatán. Gilvus hat seinen Ursprung in gilvus ‚blass gelb‘, insularis in insularis, insula, insulae ‚von der Insel, Insel‘, intercedens in lateinisch intercedens, intercedentis, intercedere ‚zwischengeschaltet, dazwischen kommen‘. und obscurus in lateinisch obscurus ‚dunkel, düster‘. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay zehn Bälge, gesammelt durch Hans Krieg (1888–1970), Michael Mathias Kiefer (1902–1980), Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Kelletshofer in Zanja Moroti im Bergland des Río Apa und in Nueva Germania, zur Verfügung. Laubmann sah für Paraguay die Unterart N. a. derbyanus. In der Literatur betrachtete er Colonia Risso durch Tommaso Salvadori, Sapucai durch Charles Chubb und Trinidad durch Elsie Naumburg als Nachweise für Paraguay. Außerdem erwähnte er Ibiyaú del ybiyaú von Félix de Azara für das Land.

Literatur

Commons: Pauraquenachtschwalbe (Nyctidromus albicollis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ IOC World Bird List Frogmouths, Oilbird, potoos, nightjars
  2. ↑ Edward William Nelson (1898), S. 9
  3. 1 2 George Burritt Sennett (1888), S. 44.
  4. 1 2 Edward William Nelson (1901), S. 171.
  5. ↑ Outram Bangs (1902), S. 82.
  6. 1 2 Johann Friedrich Gmelin (1789), S. 1030.
  7. 1 2 3 John Gould (1828), Tafel 12 & Text.
  8. ↑ Ludlow Griscom (1929), S. 4.
  9. ↑ Charles Barney Cory (1915), S. 301
  10. ↑ Nyctidromus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
  11. ↑ albicollis. The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling
  12. ↑ gilvus. The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling
  13. ↑ insularis. The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling
  14. ↑ intercedens The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
  15. ↑ obscurus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
  16. ↑ Tommaso Salvadori (1895), S. 14
  17. ↑ Charles Chubb (1910), S. 267
  18. ↑ Elsie Margaret Binger Naumburg (1930), S. 140.
  19. ↑ Félix de Azara (1805), S. 538–541.
  20. ↑ Alfred Laubmann (1940), S. 4–5.