Perfluortributylamin

Strukturformel
Strukturformel von Perfluortributylamin
Allgemeines
Name Perfluortributylamin
Andere Namen
  • PFTBA
  • FC-43
  • Heptacosafluortri-n-butylamin
  • Tris(perfluorbutyl)amin
  • Fluosol FC 43
Summenformel C12F27N
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 311-89-7
EG-Nummer 206-223-1
ECHA-InfoCard 100.005.659
PubChem 9397
ChemSpider 13836523
Wikidata Q15296722
Eigenschaften
Molare Masse 671,09 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,883 g·cm−3 (25 °C)

Schmelzpunkt

−52 °C

Siedepunkt

178 °C

Dampfdruck

170 Pa (25 °C)

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser

Brechungsindex

1,2890 (20 °C)

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Perfluortributylamin (PFTBA) ist eine Flüssigkeit aus der Gruppe der Perfluorcarbone, welche in der Atmosphäre den Treibhauseffekt stark fördert.

Eigenschaften

Perfluortributylamin ist eine wasserunlösliche und chemisch inerte, farblose Flüssigkeit. Forscher der Universität Toronto stellten fest, dass PFTBA als Gas das 7100-fache Treibhauspotential von Kohlendioxid besitzt. Da es nur in Spuren in der Atmosphäre vorkommt, ist seine Gesamtwirkung hingegen nur 1/10.000 so groß wie die von Kohlendioxid.

Es ist strukturell eng verwandt mit Perfluamin und Perfluortripentylamin, die statt perfluorierten Butylgruppen perfluorierte Propyl-, bzw. Pentylgruppen aufweisen.

Verwendung

PFTBA wird unter anderem in der Elektronikindustrie (Handelsname z. B. Fluorinert FC-43 von 3M) für Hitzetests und früher / anfänglich etwa 1990 bis 1995 beim Dampfphasenlöten eingesetzt, welches aber zwischenzeitlich durch nicht klimaaktives Perfluorpolyether abgelöst wurde. Ebenfalls findet es in der Massenspektrometrie als Kalibriersubstanz Verwendung. Ein Massenspektrum und eine Tabelle mit exakten Massen zur Kalibrierung von Massenspektrometern ist als Referenz zugänglich. Zubereitungen, die Perfluortributylamin (z. B. Fluosol) und andere Perfluorcarbone enthalten, eignen sich als Blut- und Erythrozytenersatz und werden auch in der Augenmedizin und in Partikelzählern in Flugzeugen eingesetzt.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Datenblatt Perfluorotributylamine, Mass Spec Std bei Alfa Aesar, abgerufen am 14. Dezember 2013 (Seite nicht mehr abrufbar).
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 Datenblatt Perfluortributylamin (PFTBA) bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 1. August 2025 (PDF).
  3. 1 2 3M: Electronic Liquid FC-43
  4. ↑ S. Gangolli, Royal Society of Chemistry (Great Britain): The Dictionary of Substances and Their Effects: O–S. Royal Society of Chemistry, 1999, ISBN 0-85404-833-2, S. 175 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. 1 2 Franz von Bruchhausen, Hermann Hager, Siegfried Ebel, Eberhard Hackenthal, Ulrike Holzgrabe: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis: Stoffe L–Z. Springer DE, 1999, ISBN 3-642-58388-1, S. 407 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. ↑ Angela C. Hong, Cora J. Young, Michael D. Hurley, Timothy J. Wallington, Scott A. Mabury: Perfluorotributylamine: A novel long-lived greenhouse gas. In: Geophysical Research Letters. 40, 2013, S. 6010–6015, doi:10.1002/2013GL058010.
  7. ↑ Howard H. Manko: Soldering Handbook For Printed Circuits and Surface Mounting. Springer, 1995, ISBN 0-442-01206-3, S. 239 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. ↑ Jürgen H. Gross, Karin Beifuss: Massenspektrometrie: Ein Lehrbuch. Springer DE, 2013, ISBN 3-8274-2981-1, S. 110 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. ↑ Hans-Joachim Hübschmann: Handbook of GC-MS. 3. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim, Germany 2015, ISBN 978-3-527-33474-2, S. 319 ff.
  10. ↑ Alain Tressaud, Günter Haufe: Fluorine and Health: Molecular Imaging, Biomedical Materials and Pharmaceuticals. Elsevier, 2008, ISBN 0-08-055811-9, S. 410 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  11. ↑ Manfred Wendisch, Jean-Louis Brenguier: Airborne Measurements for Environmental Research: Methods and Instruments. John Wiley & Sons, 2013, ISBN 978-3-527-65324-9, S. 166 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).