
Der Peter J. Oestergaard Verlag war ein Verlag in Berlin-Schöneberg von 1902 bis etwa 1950. Eigentümer war die Familie Oestergaard.

Seit etwa 1895 bestand der Verlag Hildebrandt & Oestergaard in Schöneberg bei Berlin. Am 1. Oktober 1902 gründete Peter Jessen Oestergaard einen eigenen Verlag. Dieser war anfangs auch ein Zeitschriftenbuchhandel. Die ersten Werke waren Handbücher, Weltkarten und einige belletristische Werke, teilweise als unerlaubte Nachdrucke, was ihm einigen Ärger mit Verlegern und Buchhändlern einbrachte. 1909 wurde ein gesonderter Columbus-Verlag mit dem Bruder Paul Oestergaard gegründet, in dem seitdem Karten und Globen hergestellt wurden.
In den 1920er und 1930er Jahren entwickelte der Peter J. Oestergaard Verlag eine erfolgreiche Publikationspalette aus verschiedenen Themenbereichen. 1944 wurde er aufgelöst.
Danach wurde er um 1948 neu gegründet, aber um 1951 wieder aufgelöst.
Im Peter J. Oestergaard Verlag erschienen zahlreiche belletristische Werke, meist als Unterhaltungsliteratur, sowie Klassikerausgaben. Autoren waren unter anderen Henrik Ibsen, Maxim Gorki (Nachtasyl), Leo Tolstoi, Ferdinand Freiligrath, Eduard Mörike, Theodor Storm und Gustav Freytag. Seit den 1920er Jahren erschienen auch einige Romane von Frauen wie Karin Michaëlis (Harfe des Eros), Ida Boy-Ed, Adele Elkan, Lise Gast und weiteren.
Ein weiterer Schwerpunkt waren Wissensbücher und Reisebeschreibungen, außerdem gab es eine Oeconomische Encyclopaedie in 20 Bänden (1931), eine Einführung in den modernen Tanz (1928), die Bücherreihen Das schöne Buch und Durch alle Welt (1917–1939) und vieles mehr. Es erschienen einige Zeitschriften wie Wissen (1907–1908), Welt und Wissen (1910–etwa 1920) und Berliner Leben.