Gauklerblumengewächse

Gauklerblumengewächse

Mimulus aurantiacus

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Gauklerblumengewächse
Wissenschaftlicher Name
Phrymaceae
Schauer

Die Gauklerblumengewächse (Phrymaceae) sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). Wenige Arten werden als Zierpflanzen verwendet.

Beschreibung

Illustration von Mimulus guttatus in: Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, Gera (1885)
Erythranthe suksdorfii

Habitus und Blätter

Bei den meisten Arten handelt es sich um einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen. Nur wenige Arten sind Halbsträucher, die eine verholzte Basis haben. Viele Arten bilden Rhizome als Überdauerungsorgane. Die australischen Glossostigma-Arten sind kaum größer als Wasserlinsen (Lemna). Die oberirdischen Pflanzenteile können kahl oder drüsig behaart sein. Die Laubblätter sind gegenständig.

Blütenstand und Blüten

Die Blüten stehen seiten- oder endständig, einzeln oder in traubigen Blütenständen.

Die zwittrigen, zygomorphen Blüten sind meist fünfzählig. Die grünen Kelchblätter sind röhrig verwachsen und haltbar. Die Kronblätter sind röhrig bis glockenförmig verwachsen und die Kronröhre endet in zwei Kronlippen. Es sind meist vier (selten zwei) Staubblätter vorhanden. Meist zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Die Narbe ist meist breit-zweilappig, selten nur zweispaltig oder einfach.

Früchte und Samen

Es werden Kapselfrüchte gebildet, die winzige Samen enthalten.

Chromosomensätze

Die Chromosomengrundzahl beträgt n = 7-12, 14-16, 22 etc.

Systematik und Verbreitung

Diplacus mephiticus
Hemichaena fruticosa
Mimetanthe pilosa
Mimulus primuloides
Phryma leptostachya

Die Familie Phrymaceae wurde 1847 durch Johannes Conrad Schauer in dem von Augustin-Pyrame de Candolle begonnenen Werk Prodromus Systematis Naturalis Regni Vegetabilis, Band 11, S. 520 aufgestellt. Die Typusgattung ist Phryma L., sie war früher die einzige Gattung der Familie Phrymaceae.

Die Gattungen, die aufgrund molekulargenetischer Daten in diesem Jahrhundert in dieser Familie eingeordnet wurden, rechneten Systematiker früher zur Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae). Die Daten reichen noch nicht aus, um die Monophylie der Familie Phrymaceae zu sichern. Einige Gattungen gehören vielleicht zu den Linderniaceae. Kontrovers diskutiert wurde, ob die Gattungen Dodartia, Lancea und Mazus in einer Unterfamilie Mazoideae oder gar eigenen Familie Mazaceae Reveal stehen. In diesem Jahrhundert wurden mehrere Gattungen in ihrem Umfang neu gegliedert.

Die Familie Phrymaceae ist mehr oder weniger weltweit vertreten. Die Familie hat zwei Diversitätszentren im gemäßigten Klimabereich und westlichen Bereich Nordamerikas und in Australien. Nur wenige Arten gibt es in den feuchten Tropen. Einige Arten findet man auch im östlichen Nordamerika, in Südamerika, in Ost- und Südasien oder in Südafrika. In Mitteleuropa sind zwei Mimulus-Arten eingebürgert (Neophyten).

Die Familie Phrymaceae enthält 13 (bis zu 21) Gattungen mit etwa 188 (bis zu 234) Arten:

Lancea tibetica
Mazus miquelii

In die 2011 neu aufgestellte Familie Mazaceae Reveal werden drei Gattungen, die davor zur Familie Phrymaceae gehörten, eingeordnet:

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Die Familie der Phrymaceae bei der APWebsite.
  2. ↑ Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  3. 1 2 3 Bastian Schäferhoff, Andreas Fleischmann, Eberhard Fischer, Dirk C. Albach, Thomas Borsch, Günther Heubl, Kai F. Müller: Towards resolving Lamiales relationships: insights from rapidly evolving chloroplast sequences. In: BMC Evolutionary Biology, 2010, 10, 352. doi:10.1186/1471-2148-10-352
  4. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 W. R. Barker, G. L. Nesom, P. M. Beardsley, N. S. Fraga: A taxonomic conspectus of Phrymaceae: A narrowed circumscription for Mimulus, new and resurrected genera, and new names and combinations. In: Phytoneuron, Volume 39, 16. Mai 2012, S. 1–60. ISSN 2153-733X Volltext-PDF.
  5. ↑ Phrymaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  6. 1 2 3 David John Mabberley: Mabberley’s Plant-Book. A portable dictionary of plants, their classification and uses. 3. Auflage. Cambridge University Press, 2008, ISBN 978-0-521-82071-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. ↑ Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  8. ↑ J. L. Reveal: Summary of recent systems of angiosperm classification. In: Kew Bulletin, Volume 66, 2011, S. 5–48.
  9. ↑ Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG IV. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 181, Issue 1, 2016, S. 1–20. doi:10.1111/boj.12385
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