Picinisco

Picinisco
Picinisco (Italien)
Picinisco (Italien)
Staat Italien
Region Latium
Provinz Frosinone (FR)
Koordinaten 41° 39′ N, 13° 52′ OKoordinaten: 41° 38′ 50″ N, 13° 52′ 3″ O
Höhe 725 m s.l.m.
Fläche 62 km²
Einwohner 1.106 (31. Dez. 2025)
Postleitzahl 03040
Vorwahl 0776
ISTAT-Nummer 060050
Bezeichnung der Bewohner Piciniscani
Schutzpatron San Lorenzo (10. August)
Website Picinisco

Picinisco ist eine italienische Gemeinde in der Provinz Frosinone in der Region Latium mit 1106 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025).

Panorama von Picinisco

Geographie

Picinisco liegt 140 km östlich von Rom und 58 km östlich von Frosinone. Es erstreckt sich über einen Höhenrücken, einem Ausläufer der Monti della Meta, zwischen den Tälern des Rava und des Melfa. Zur Gemeinde zählen die Ortsteile Fontitune, Liscia und Valleporcina. Ein großer Teil des Gemeindegebiets gehört zum Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise. Es erstreckt sich über eine Höhendifferenz von 300 bis 2.242 m s.l.m.

Picinisco ist Mitglied der Comunità Montana Valle di Comino.

Die Gemeinde liegt in der Erdbebenzone 1 (stark gefährdet).

Die Nachbarorte sind Alfedena (AQ), Atina, Barrea (AQ), Gallinaro, Pizzone (IS), San Biagio Saracinisco, Sant’Elia Fiumerapido, Settefrati und Villa Latina.

Der Ortsname ist noch nicht nachvollziehbar gedeutet worden.

Verkehr

Picinisco ist durch die Staatsstraße SS 509 di Forca d'Acero, von Cassino in die Abruzzen, an das Straßennetz angeschlossen. Über sie erreicht man auch in 33 km Entfernung die Anschlussstelle Cassino der A 1 Autostrada del Sole.

In Cassino, in 30 km Entfernung, befindet sich auch der nächste Bahnhof an der Bahnstrecke Rom – Neapel.

Geschichte

Der Hügel von Picinisco dürfte bereits von Samniten bevölkert gewesen sein, bevor das Gebiet im Jahre 293 v. Chr. ins römische Machtgebiet eingegliedert wurde. Die erste Erwähnung eines Ortes namens Piczinisci erfolgte in einer Schenkungsurkunde vom 6. März 1017, welche die Brüder und Fürsten von Capua Pandulf III. und IV. für die Abtei Montecassino ausstellten. Im Jahre 1054 ließen die beiden Grafen des Marserlandes, Oderisio II. und Rainaldo III., eine Befestigung anlegen. König Roger II. von Sizilien legte 1150 die Grenzen neu fest und wies das Dorf der Nachbarstadt Atina zu. Seitdem gehörte es bis 1806 den Grafen und Herzögen von Alvito aus den Familien Cantelmo, Cardona und Gallio. 1861 kam es zum Königreich Italien. Im Jahre 1919 besuchte der englische Schriftsteller David Herbert Lawrence, Autor von Romanen und Novellen, darunter dem bekannten Lady Chatterleys Liebhaber, Picinisco. Im Frühjahr 1944 erlitt der Ort beträchtliche Schäden in den Kämpfen um die hier verlaufende Gustav-Linie, und die Emigration verringerte die Bevölkerung auf ein Drittel des Bestandes von 1921. Die Folgen des Erdbebens vom 7. und 11. Mai 1984, das in dieser Gegend sein Epizentrum hatte, wurden bis jetzt nicht vollständig beseitigt.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr186118811901192119361951197119912001
Einwohner 327535102563383725292884147712611206

Quelle: ISTAT

Politik

Giancarlo Ferrera (Bürgerliste) wurde 2002 zum Bürgermeister gewählt und im Mai 2007 im Amt bestätigt. Marco Scappaticci (Lista Civica: Progetto Picinisco) übt seit dem 11. Juni 2017 das Amt aus.

Sehenswürdigkeiten

Kulinarische Spezialitäten

Eine regionale Spezialität ist der Pecorino di Picinisco DOP, ein Schafskäse mit geschützter Handelsmarke.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2025. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2025).
  2. ↑ Classificazione sismica. Italienischer Zivilschutz, abgerufen am 15. Juli 2025 (italienisch, Tabellen und Übersichtskarte der Seismischen Klassifizierung).