Pollanten Stadt Berching | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 9′ N, 11° 28′ O |
| Höhe: | 415 m ü. NHN |
| Einwohner: | 928 (30. Juni 2025) |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 |
| Postleitzahl: | 92334 |
| Vorwahl: | 08462 |
Schloss Pollanten | |
Pollanten ist ein Gemeindeteil der Stadt Berching im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz und eine Gemarkung.
Das Pfarrdorf befindet sich rd. 4 km nördlich des Hauptortes Berching an der Bundesstraße 299 und dem Ludwig-Donau-Main-Kanal. Hier trennt sich dieser vom heutigen Main-Donau-Kanal. Die drei ehemaligen Gemeindeteile liegen östlich von Pollanten auf einer Hochebene.
Die Gemarkung Pollanten hat eine Fläche von 14,2595 km². Sie ist in 1633 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8.732,1 m² haben.
Nachbargemarkungen sind von Norden aus im Uhrzeigersinn: Mühlhausen, Wappersdorf, Wattenberg, Thann, Altmannsberg, Ernersdorf, Erasbach und Bachhausen.
| Bachhausen | Mühlhausen+Wappersdorf | Wattenberg |
| Erasbach | Thann | |
| Ernersdorf | Altmannsberg |
Quelle
Wie die zahlreichen Bodendenkmäler in und um Pollanten zeigen, weist das Gemarkungsgebiet diverse Siedlungsspuren aus vorgeschichtlicher Zeit auf.
Erstmalige schriftliche Erwähnung erfuhr das Pfarrdorf in der Pontifikale Gundekarianum. Dort steht zu lesen, dass der Eichstätter Bischof Gundekar II. (* 1019; † 1075) im Zeitraum zwischen 1057 und 1075 in „Bônlenten“ eine Kirche weihte.
Im Zeitraum zwischen den Jahren 1199 und 1591 ist das Geschlecht der Pollanter nachweisbar. Dabei zeichnet diese Adelsfamilie die Besonderheit aus, dass sie sowohl als Reichsministeriale als auch als Ministerialen der Eichstätter Kirche einzuordnen sind.
Dies wird bereits mit der erstmaligen urkundlichen Erwähnung der Ministerialenfamilie deutlich, die in einer in Mainz ausgestellten Urkunde König Phillipps vom 14. September 1199 erfolgte. Mit dieser Urkunde, in der "Wernerhus de Bonlande" als Zeuge auftritt, wurden dem Eichstätter Bischof Hartwig besondere Rechte eingeräumt.

In einer Urkunde des Klosters Plankstetten vom 1. Februar 1236, in der eine Wichmann von Mörsdorf dem Kloster Plankstetten eine Gut verkaufte, wird in der Zeugenliste ein "Heinrich von Bonlant" genannt. In der Stiftungsurkunde des Klosters Seligenporten vom 5. Februar 1249 tritt "Beringerus de Bonlant" als Zeuge auf. In einer Urkunde des Ulrich von Sulzbürg vom 7. Juli 1269 werden "Beringer von Bonlant" und seine beiden Brüder "Stefan und Rappoto" als "miles" (Ritter) bezeichnet. Als König Wilhelm von Holland im Jahre 1255 die Hofmark Berngau verlieh wird als Zeuge "Wernher von Poland" genannt.
Es folgen gemäß gesonderten Urkunden und Aufzeichnungen in den Jahren
Nach dem Tode des Georg von Pollant heiratete dessen Witwe im Jahre 1599 den bischöflichen Pfleger zu Hirschberg, Ferdinand von Doneck, welcher das Landsassengut Pollanten im Jahre 1604 an Christof von Bischofsheim veräußerte.

Nach dem Urbar von 1326 gehörte Pollanten zum Teil dem bayerischen Amt Holnstein an. In einer Nürnberger Beschreibung des Jahres 1503 ist "Ponlannd dagegen uber, darinn ein sitz, ist des Ponlannd, das dorf herzog Jorgen, fr. Holenstein" vermerkt.
Am 6. Juli 1787 wurde das Landsassengut Pollanten vom Grafen Max Josef von Holnstein gekauft und in ein Patrimonialgericht 1. Klasse umgewandelt.
Einer Aufstellung zu den Grundherrschaften und Niedergerichtsbarkeiten des Ortes aus dem Zeitraum der Jahre 1770 bis 1811 ist zu entnehmen, dass Pfarrdorf zu jener Zeit aus 30 Anwesen, dem Schloss, der Schlossmühle und einem Hirtenhaus bestand. Im Einzelnen waren diese Anwesen folgenden Grundherren zuzurechnen:
Mit dem Königlichen Gemeindeedikt vom 17. Mai 1818 entstand die Ruralgemeinde Pollanten, der auch die Ortsteile Eismannsberg, Grubach und Wolfersthal angehörten.
| Einwohnerentwicklung | ||||
|---|---|---|---|---|
| Berichtsjahr | Pfarrdorf Pollanten | Gemeinde Pollanten | ||
| 1871 | 206 | 333 | ||
| 1925 | 269 | 418 | ||
| 1950 | 427 | 556 | ||
| 1970 | 483 | -- | ||
| 1987 | 635 | -- | ||
| 2026 | 901 | -- | ||
Die Grafen von Holnstein traten im Rahmen der Deutschen Revolution am 18. April 1848 ihre Patrimonialgerichtsbarkeit freiwillig an das Königreich Bayern ab. Am 1. Oktober 1848 gingen die ehemaligen Güter des Edelsitzes Pollanten an den bayerischen Staat und wurden am 1. Dezember 1848 dem Landgericht Beilngries zugeordnet.
Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde nach Berching eingemeindet.
Gemäß den Forschungen der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften setzt sich der Ortsname aus dem bairisch-althochdeutschen Bestimmungswort "pōna" (Bohne) und dem althochdeutschen Wort "lant" (im Dat. Pl. "lantum, lantun" -> [nutzbares] Land, Feld; [besiedeltes] Gebiet; Herrschaftsbereich) zusammen, so dass sich die Namensbedeutung "(Siedlung) bei den Bohnenfeldern" ergibt.

In der Liste der Baudenkmäler in Berching sind für Pollanten sechs Baudenkmäler aufgeführt. Dabei handelt es sich um die/das/den
Bekannt ist Pollanten auch für eine "keltische Gewerbesiedlung des 2. und 1. Jahrhunderts v. Chr.", die im Rahmen des Neubaus der Bundesstraße B299 in den Jahren 1979 ff. durch umfangreiche Grabungsmaßnahmen nachgewiesen und gesichert wurde.
Insgesamt werden vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege im Bereich der Gemarkung Pollanten 16 Bodendenkmäler ausgewiesen.

Etwa 200 m südöstlich der Kirche St. Georg grenzt das Naturschutzgebiet Albtrauf bei Pollanten (NSG-00148.01 / WPDA: 81261) an das Ortsgebiet. Dieser Teil des Naturparks Altmühltal ist ein Bestandteil des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Trauf der mittleren Frankenalb im Sulztal (FFH-Nr. 6834-301; WDPA-Nr. 555521727).
Auf der Anhöhe oberhalb Pollantens, ca. 280 m östlich der Kirche St. Georg, befindet sich der ehemalige Steinbruch von Pollanten. Auf rund 3.600 m² sind dort v. a. im oberen Teil Riffschuttkalke aufgeschlossen. (Geotop ID: 373A065)
Siehe auch: Liste der Geotope im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz