Pottenstein ist eine Marktgemeinde mit 2975 Einwohnern (Stand 1.Jänner 2026) in Niederösterreich im Bezirk Baden. Pottenstein war auch Sitz eines Bezirksgerichtes mit einem eigenen Sprengel.
Geografie
Der Ort liegt im Triestingtal im Wienerwald im Industrieviertel und war selbst lange Jahre sozial und wirtschaftlich durch die hier ansässige Textilfabrik dominiert. Noch heute dominiert das Industriedenkmal im westlichen Teil der Marktgemeinde das Erscheinungsbild der Ortschaft.
Das Gemeindegebiet umfasst das Triestingtal zwischen Weissenbach an der Triesting und Berndorf in einer Meereshöhe von knapp über 300 Meter und den Grabenweggraben. Dieser ist von bewaldeten Bergen umgeben, deren höchste sind Auf der Wurzen (692 Meter) und Kühberg (578 Meter) im Norden sowie Höhenberg (652 Meter) und Waxeneck (796 Meter) im Süden.
Die Fläche beträgt 33,37 Quadratkilometer. Davon sind 82 Prozent bewaldet und 12 Prozent sind landwirtschaftliche Nutzfläche.
Gemeindegliederung
Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1.Jänner 2026):
Die Kirche in Pottenstein wurde bereits 1155 als Pfarrkirche bezeichnet und war die Mutterpfarre des gesamten Triestingtales. In dieser Zeit gab es auch einen Herrschaftssitz, auf der Poto von Potenstaina (Pottenstein) 1120/30 erstmals erwähnt wurde. Die Burg wurde im 15. Jahrhundert zerstört und nicht wieder aufgebaut. Der Ort Pottenstein entstand aus der Kirchensiedlung und wurde 1376 als Markt bezeichnet. Er entwickelte sich im 15. Jahrhundert zum zentralen Wirtschaftsstandort mit Mühlen, Schmieden, Sägewerken und Eisenhämmern, auch Hakenbüchsen wurden hier gefertigt.
Im Jahr 1683 wurde die Kirche bei einem Osmaneneinfall niedergebrannt. 1696 wurde die Kirche dem Minoritenorden übertragen und entwickelte sich zu einem Wallfahrtsort. Das heutige Aussehen erhielt die Wallfahrtskirche Maria Trost zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
Die Industrialisierung des 18. Jahrhunderts brachte einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die von Melchior Steiner gegründete Klingenfabrik lieferte vor allem an das Militär. Weiters entstanden ein Kupferhammerwerk und eine Baumwollspinnerei. Begünstigt wurde dies durch den Bau der Bahnlinie 1877.
Altes Herrenhaus der Tuchfabrik mit Ausstellungsraum und Trauungsraum des Standesamtes
Antoniusbrünndl (Antoniuskapelle, ursprünglich 1766), Neubau 20.Jahrhundert, Quelle mit Trinkwasserqualität
Doppelkarner (13.Jahrhundert), Beinhaus hinter der Kirche, Wahrzeichen der Ortschaft (Abbildung im Gemeindewappen), seit Pfingsten 2006 Dauerausstellung „Das kleine Andachtsbild“
Ferdinand-Raimund-Denkmal (Mitte 20. Jahrhundert), auf dem Hauptplatz
Ferdinand-Raimund-Sterbehaus im ehemaligen Gasthaus „Zum Goldenen Hirschen“ am Hauptplatz mit Ferdinand-Raimund-Sterbezimmer
Gerichtsgebäude (ehemaliger Sitz eines Bezirksgerichtes, heute Außenstelle des Bezirksgerichtes Baden)
Pottenstein und Umgebung um 1872 (Aufnahmeblätter der Landesaufnahme)
Ortskern von Pottenstein an der Triesting
Der Westen von Pottenstein mit Grabenwegdörfel (= Grabenweg) an der Straße über den Hals nach Pernitz
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaftssektoren
Von den 29 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren acht Haupterwerbsbauern. Diese bewirtschafteten 63 Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 204 Erwerbstätige im Bereich Warenherstellung, 151 im Baugewerbe und einer in der Energieversorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (179) und Handel (105 Mitarbeiter).
Wirtschaftssektor
Anzahl Betriebe
Erwerbstätige
2011
2001
2011
2001
Land- und Forstwirtschaft 1)
29
33
29
39
Produktion
35
37
356
362
Dienstleistung
155
101
462
567
1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Arbeitsmarkt, Pendeln
Im Jahr 2011 lebten 1349 Erwerbstätige in Pottenstein. Davon arbeiteten 301 in der Gemeinde, mehr als drei Viertel pendelten aus. Dafür kamen 546 Menschen aus der Umgebung zur Arbeit nach Pottenstein.
Rad: Durch Pottenstein und Fahrafeld führen auch der Radwanderweg „Triestingtal-Weg“, mehrere Mountainbike-Strecken und im Winter bei ausreichend Schnee sogar eine Loipe.
Vereine
Jugendtheatergruppe Pottenstein, gegründet 1996
IPPON-Pottenstein, Verein für Bewegung und Bildung. Seit 2007 wird hier Selbstverteidigung, Jiu Jitsu, Goshindo und BJJ gelehrt.
Forum für Kultur und Fremdenverkehr, Pottenstein-Fahrafeld, entstanden im Mai 2016 aus
Fremdenverkehrsverein (FVV), gegründet 1882 als „Verschönerungsverein“
Im Jahr 1989 wurde der Gemeinde folgendes Wappen verliehen: In einem durch eine silberne Mauer von Grün auf Rot geteilten Schild ein silberner Doppelkarner mit Kegeldächern und schwarzen Fenstern.
Gemeindepartnerschaften
Pottenstein unterhält Partnerschaften mit der oberfränkischen Stadt Pottenstein und mit der tschechischen Gemeinde Potštejn.
Persönlichkeiten
Matthäus von Rosthorn (1721–1805), Industrieller, gründete 1792 in Fahrafeld ein Walzwerk