Powidltascherl

Powidltascherl

Powidltascherln (auch Powidltatschkerln oder Powidldatschgerl) sind in der österreichischen und böhmischen Küche mit Powidl (Pflaumenmus) gefüllte Teigtaschen.

Details

Für die Zubereitung wird Kartoffelteig dünn ausgerollt und anschließend rund ausgestochen, danach gibt man in die Mitte Powidl, das manchmal mit etwas Zimt und Rum verfeinert wird. Der ausgestochene Teig wird halbmondförmig übereinander gelegt und die Ränder werden fest zusammengedrückt. Die gefüllten Teigtaschen werden anschließend in leicht kochendes Salzwasser gelegt, danach in Semmelbröseln gewälzt, die zuvor in Butter goldgelb angeröstet wurden (siehe Beurre Polonaise), mit Zucker bestreut und warm serviert.

Es gibt auch Varianten der Powidltascherln ohne Kartoffeln mit einem Teig aus Weizenmehl oder Topfen. Powidltascherln werden vor allem in Österreich und in Tschechien gegessen. Das Wort Powidl stammt aus dem Tschechischen und bedeutet so viel wie Pflaumenmus.

In Kunst und Kultur

Powidltatschkerln ist der Titel eines Chansons von Hermann Leopoldi (1949), der 1967 von Peter Alexander populär gemacht wurde. Literarische Erwähnung finden sie in Martin Walsers Roman Seelenarbeit. Ferner sind sie ein wichtiges Element in der Comiczeitschrift Mosaik Nummer 54 vom Mai 1961. Powidltascherl sind Figuren in Māris Putniņš’ Kinderbuch Die wilden Piroggenpiraten, dort werden sie in der deutschen Übersetzung als Powidltatschkerl bezeichnet.

Literatur

Commons: Powidltascherl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikibooks: Kochbuch/ Powidldatschgerl – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise

  1. ↑ Harald Saul, Unvergeßliche Küche Sudetenland. S. 47: Powidldatschgerln nach Henriette Hofbauer um 1900, Bassermann-Verlag 2009, ISBN 978-3-8094-2339-3.
  2. ↑ hitparade.ch
  3. ↑ Māris Putniņš: Die wilden Piroggenpiraten. Ein tollkühnes Abenteuer um eine entführte Mohnschnecke und ihre furchtlosen Retter. Frankfurt am Main 2. Auflage 2013, ISBN 978-3-596-85452-3, S. 22.