Privas

Privas
Privas (Frankreich)
Privas (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département (Nr.) Ardèche (07)
Arrondissement Privas
Kanton Privas
Gemeindeverband Privas Centre Ardèche
Koordinaten 44° 44′ N, 4° 36′ OKoordinaten: 44° 44′ N, 4° 36′ O
Höhe 200–750 m
Fläche 12,14 km²
Einwohner 8.538 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 703 Einw./km²
Postleitzahl 07000
INSEE-Code
Website Privas

Privas
Privas – Justizpalast

Privas ist eine Stadt mit 8538 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Südosten Frankreichs. Sie liegt in der Region Auvergne-Rhône-Alpes und ist Hauptort des Départements Ardèche. Der Ort gilt als Tor zum Regionalen Naturpark Monts d’Ardèche (Parc naturel régional des Monts d’Ardèche).

Lage und Klima

Privas liegt im östlichen Teil des Zentralmassivs im Tal der Ouvèze in einer Höhe von knapp 300 m; das Rhonetal mit den Städten Valence und Montélimar ist nur gut 10 km entfernt. Das Klima ist gemäßigt; Regen (ca. 600–900 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr180018511901195419992021
Einwohner292352787561755891708541
Quellen: Cassini und INSEE

Die deutliche Zunahme der Bevölkerung beruht im Wesentlichen auf der Zuwanderung von Familien aus den umliegenden Dörfern.

Wirtschaft

Privas ist sowohl landwirtschaftlich als auch touristisch orientiert. Im Jahr 1862 wurde die Bahnstrecke Le Pouzin–Privas eröffnet, welche Privas mit dem Eisenbahnnetz verband. Der Personenverkehr auf der Strecke wurde schon 1938 eingestellt; Güterzüge verkehrten bis 1989.

Geschichte

Erste Nachweise einer Besiedlung der Region finden sich in Form einer römischen Villa aus dem 1. Jahrhundert. Im frühen und späten Mittelalter entwickelte sich der Ort. Die Reformation im 16. Jahrhundert führte dazu, dass sich große Mehrheit der Bevölkerung dem Protestantismus zuwandte und Privas einen „kleinen Hugenottenstaat“ bildete. Während der Hugenottenkriege (1562–1598) wurde die Bevölkerung der Kleinstadt in vieler Hinsicht unterdrückt. Der katholische Gottesdienst wurde bereits seit langem nicht mehr gefeiert. Im Jahr 1629 besiegten die königlichen Armeen jedoch die Verteidigung und den Stützpunkt der Hugenotten von Privas. Die Stadt wird dem Erdboden gleichgemacht, später jedoch wieder aufgebaut, und während der Revolution wird die Stadt zur Präfektur des neuen Departements Ardèche, das in etwa der ehemaligen Provinz Vivarais entspricht.

Privas im Zweiten Weltkrieg

Auch wenn es auf der offiziellen Geschichts-Seite der Stadt Privas keine Hinweise darauf gibt, wie es der Stadt in den Jahren 1939 bis 1945 erging, so sind doch an öffentlichen Plätzen einige Erinnerungen an diese historische Epoche zu finden – nicht aber an ein Internierungslager, das bis heute weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden zu sein scheint.

Städtepartnerschaften

Es bestehen Städtepartnerschaften mit Weilburg, Zevenaar (Niederlande), Tortona (Italien) und Wetherby (England).

Persönlichkeiten

Commons: Privas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Privas – Klimatabellen
  2. ↑ Privas –Geschichte
  3. ↑ Privas: Historique
  4. ↑ Die nachfolgenden Ausführungen zum Camp de Chabanet basieren, soweit keine andere Quelle benannt, auf der Webseite „Mémoires de la Seconde Guerre mondiale en Auvergne‑Rhône‑Alpes: Camp de Chabanet – LIEU D'INTERNEMENT“. Diese Webseite wiederum stützt sich auf H. Mauvran Ausführungen über Un camp d'indésirables français: Chabanet, en Ardèche in dessen Buch Des indésirables, les camps d'internement et de travail dans l'Ardèche et la Drôme durant la Seconde Guerre mondiale, Peuple Libre & Notre Temps, Crest 1999, pp. 223 - 233
  5. ↑ „Le camp de Chabanet est crée le 25 février 1940 sous la responsabilité de la subdivision militaire de Privas dans une ferme vétuste, à demi abandonnée. Les internés dormaient dans deux dortoirs d’une cinquantaine de paillasses, installés l’un dans une écurie, l’autre dans un grenier.“ (AJPN – Anonymes, Justes et Persécutés durant la période Nazie dans les communes de France: Camp de Chabanet durant la Seconde Guerre mondiale (WWII))
  6. ↑ Die Geschichte der CSS ist ausführlich beschrieben auf der Seite von France Archives: Centres de séjour surveillé d'Écrouves et de Joeuf.
  7. ↑ Laure Ostwalt: Les rafles de l'été 42 en France et en Ardèche, La Tribune, 12. April 2017
  8. 1 2 Mélanie Tournadre: Privas : un grand résistant, Louis Govers, sorti de l'oubli, francebleu.fr, 8. Mai 2017
  9. ↑ Arolsen Archives: Akte von GOVERS, LOUIS, geboren am 21.03.1891
  10. ↑ Mémoires de la Seconde Guerre mondiale en Auvergne‑Rhône‑Alpes: Plaque commémorative pour Louis et Anna Govers
  11. ↑ Mémoires de la Seconde Guerre mondiale en Auvergne‑Rhône‑Alpes: Plaque commemorative en hommage à Auguste Adlbert
  12. ↑ Le Maitron – Dictionaire Biographique: SUGNY (MÉAUDRE DE) Jacques, Auguste, dit Loyola, dit Trémolin
  13. ↑ Musèe de la Résistance en ligne: La liberté retrouvée à Privas, après le 12 août 1944
  14. ↑ Mémoires de la Seconde Guerre mondiale en Auvergne‑Rhône‑Alpes: Denkmal zu Ehren der getöteten Résistance-Kämpfer