Proceno

Proceno
Proceno (Italien)
Proceno (Italien)
Staat Italien
Region Latium
Provinz Viterbo (VT)
Koordinaten 42° 45′ N, 11° 50′ OKoordinaten: 42° 45′ 29″ N, 11° 49′ 50″ O
Höhe 418 m s.l.m.
Fläche 41,62 km²
Einwohner 521 (31. Dez. 2025)
Postleitzahl 01020
Vorwahl 0763
ISTAT-Nummer 056044
Bezeichnung der Bewohner Procenesi
Schutzpatron Sant’Agnese (20. April)
Website Gemeinde Proceno

Panorama von Proceno

Proceno [proʧeˈno] ist eine Gemeinde in der Provinz Viterbo in der italienischen Region Latium mit 521 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025).

Geographie

Die Gemeinde liegt etwa 115 km nordwestlich der Regionalhauptstadt Rom und etwa 45 km nordwestlich der Provinzhauptstadt Viterbo. Sie liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 295 GG. Proceno liegt in den Monti Volsini zwischen dem Bolsenasee und der Grenze zur Toskana. Durch das Gemeindegebiet fließen die Flüsse Stridolone und Paglia. Bis 1986 gehörten die Kirchen des Ortes zum Bistum Acquapendente, das dann im Bistum Viterbo eingegliedert wurde.

Zu seinen Ortsteilen zählen Centeno (288 m) und Le Piane.

Die Nachbargemeinden sind Acquapendente, Castell’Azzara (GR), Piancastagnaio (SI), San Casciano dei Bagni (SI) und Sorano (GR).

Geschichte

Fundstücke zeugen von einer Besiedlung des Ortes in der Zeit der Etrusker, die lokale Legende spricht Lars Porsenna die Ortsgründung zu. Danach tritt der wieder kurz vor dem Jahr 1000 in Erscheinung, als Papst Gregor V. den Ort befestigte und wahrscheinlich die Burg (Rocca, heute Castello) entstand. 1083 wurde der Ort von den Truppen um Heinrich IV. zerstört und vierzehn Jahre später durch die Bovacciani aus Chiusi wieder errichtet. Am Beginn des 12. Jahrhunderts gehörte der Ort Bernardino und Ildebrandino de Calmanaire, die 1158 und 1159 die Herrschaft an Papst Hadrian IV. übertrugen. In den Jahren des Konfliktes zwischen Ghibellinen und Guelfen unterstand der Ort Guglielmo del Nero aus Acquapendente (Guelfe), bis ghibellinische Truppen Proceno einnahmen. Ab 1210 übernahm der Guelfe Otto IV., ab 1221 dann wieder die päpstliche Seite unter Honorius III. 1251 unterwarf sich der Ort Orvieto, und zur Zeit des Abendländischen Schisma gehörte der Ort zu Siena. Francesco I. Sforza übernahm den Ort 1433, begab sich dann aber in die Marken, sodass nach mehrjähriger Belagerung der Ort 1444 vom Heiligen Stuhl eingenommen wurde. Im 16. Jahrhundert gelangte der Ort an Guido Ascanio Sforza di Santa Fiora, danach herrschten die Mozzanti und die Selvi sowie erneut der Heilige Stuhl bis zur Einheit Italiens.

Sehenswürdigkeiten

Die Burg von Proceno
Der Palazzo Sforza
Die Kirche San Salvatore
Sant’Agnese
San Martino
Madonna del Giglio

Kulinarische Spezialitäten

Bevölkerung

Jahr Bevölkerung
1871 1507
1901 1680
1921 1875
1951 1871
1971 1069
1991 651
2001 632

Politik

Seit dem 6. Juni 2021 ist Roberto Pinzi (Lista Civica: Proceno In Comune) Bürgermeister.

Verkehr

Der Ort liegt ca. 2,5 km westlich der Via Cassia, die hier verlaufsgleich mit der Via Francigena ist.

Literatur

Commons: Proceno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2025. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2025).
  2. ↑ Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 1. Juli 2018 (italienisch) (PDF; 330 kB)
  3. 1 2 3 4 Francesca Pandimiglio: Testimonianze storico-artistiche a Proceno e a Centeno.
  4. ↑ Webseite der Gemeinde Proceno zur Geschichte des Ortes, abgerufen am 3. Juli 2018 (italienisch)
  5. ↑ Webseite der Gemeinde Proceno zum Palazzo Sforza, abgerufen am 3. Juli 2018 (italienisch)
  6. 1 2 3 4 Touring Club Italiano: Lazio.
  7. ↑ Webseite der Gemeinde Proceno zur Chiesa di S. Agnese, abgerufen am 3. Juli 2018 (italienisch)
  8. ↑ Webseite der Gemeinde Proceno zur Chiesa di San Martino, abgerufen am 3. Juli 2018 (italienisch)
  9. ↑ Webseite der Gemeinde Proceno zum Aglio Rosso, abgerufen am 4. Juli 2018 (italienisch)
  10. ↑ ISTAT