Rüstungsinflation

Als Rüstungsinflation wird das Phänomen bezeichnet, dass die Preise für die Beschaffung von Produkten aus der Rüstungsindustrie (Wehrmaterial) aufgrund einer erhöhten Nachfrage und eines erhöhten Wehretats steigen. Aufgrund der strukturellen Gegebenheiten in diesem Industriesektor, etwa des begrenzten Wettbewerbs und spezieller Beschaffungsprozesse, können Preissteigerungen begünstigt werden.

Abgrenzung

Unabhängig von den Preissteigerungen für Militärprodukte treiben gewaltsame Konflikte und Kriege die Inflationsrate, auch als „Kriegsinflation“ bekannt, um mehrere Prozentpunkte in die Höhe.

Verwendung

Der Begriff „Rüstungsinflation“ wird im Zusammenhang mit dem russisch-ukrainischen Krieg und der Aufrüstung verschiedener europäischer Länder, darunter auch Deutschland, verwendet. In diesem Zusammenhang seien auch die beiden abgebrochenen Rüstungsprogramme F126 und FCAS erwähnt.

Einzelnachweise

  1. ↑ Rekord-Etat: Jeder fünfte Euro für die Verteidigung. In: Tagesschau.de. 9. September 2026, abgerufen am 10. September 2026.
  2. ↑ Rüstung und Inflation: Sicherheit hat einen Preis. In: FAZ. 27. Juli 2025, abgerufen am 10. September 2026.
  3. ↑ Peter Conze, Mickaël Roumegoux Rouvelle: Korruption im Rüstungs- und Verteidigungssektor. In: Handbuch Korruptionsforschung. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2026, ISBN 978-3-658-50235-5, S. 655–676, doi:10.1007/978-3-658-50236-2_43 (springer.com [abgerufen am 10. September 2026]).
  4. 1 2 Analyse: Hohe staatliche Nachfrage begünstigt Rüstungsinflation. In: dts Nachrichtenagentur / Finanznachrichten. 12. Februar 2026, abgerufen am 10. September 2026: „Der Bundesrechnungshof hatte im Dezember kritisiert, die Direktvergabe von Aufträgen ohne Wettbewerb begünstige Rüstungsinflation.“
  5. ↑ Die Ökonomie des Kriegs: welche Lehren die vergangenen 200 Jahre bereithalten. In: NZZ. 23. November 2022, abgerufen am 10. September 2026: „Bei einem zwischenstaatlichen Krieg auf eigenem Territorium steigt die Inflationsrate im Median um 8 Prozentpunkte.“
  6. ↑ Guenther Sandleben, Ansgar Knolle-Grothusen, Manfred Klingele: Kriegsproduktion als neuer Inflationstreiber. In: Geld, Falschgeld, Inflation. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2026, ISBN 978-3-658-52406-7, S. 79–82, doi:10.1007/978-3-658-52407-4_9 (springer.com [abgerufen am 10. September 2026]): „Dass er mit seiner falschgeldfinanzierten Ausgabenpolitik selbst die Ursache des Inflationsübels war, sollte im Nebel der Berichterstattung verhüllt bleiben. Ebenso leicht dürfte es fallen, die absehbare „Kriegsinflation“ so zu begründen, dass der eigene Staat für das von ihm ausgelöste Unheil wieder einmal nicht verantwortlich gemacht wird.“
  7. ↑ Rüstungsboom und Inflation: Gefahr für die Wirtschaft oder unterschätzte Chance? In: DWN. 17. Juni 2025, abgerufen am 10. September 2026 (deutsch).
  8. ↑ Andreas Mattfeldt kritisiert Rüstungsinflation in Deutschland. In: Weser Kurier. Bremer Tageszeitungen AG, 30. Mai 2026, abgerufen am 10. September 2026.