R. A. Lafferty

Raphael Aloysius Lafferty in seiner Privatbibliothek (2001)

Raphael Aloysius Lafferty (* 7. November 1914 in Neola, Iowa; † 18. März 2002 in Broken Arrow, Oklahoma) war ein amerikanischer Science-Fiction- und Fantasy-Schriftsteller.

Leben

Er lebte die meiste Zeit in seiner Heimatstadt Tulsa in Oklahoma, USA. Seine Karriere als Schriftsteller begann spät, erst im Alter von 45 schrieb er seine ersten Geschichten, doch dann verfasste er mehr als 200 Kurzgeschichten und 21 Romane, die zumeist dem Genre der Science Fiction zuzuschreiben waren. Seine erste veröffentlichte Kurzgeschichte war „The Wagons“ 1959, sein erster veröffentlichter Roman war Past Master (dt.: Astrobe, der goldene Planet), der 1968 erschien. Darin lässt er den englischen Kirchengelehrten und Märtyrer Thomas Morus wieder auferstehen, um ihn zum Weltpräsidenten auf dem Planeten Astrobe zu machen. Am Ende stirbt er wieder als Märtyrer.

Noch im selben Jahr veröffentlichte Lafferty zwei weitere Romane: The Reefs of Earth und Space Chantey (dt.: Die Odyssee des Captain Roadstrum). Der Letztere ist die Odyssee als Parodie auf die Science Fiction der 1950er und 1960er Jahre und beinhaltet bereits einige jener Elemente, für die Lafferty bekannt wurde: Im Ton einer Heldensage erzählt er aberwitzige Geschichten mit absurden Elementen. Lange Zeit schrieb er nur nebenberuflich, erst 1971 gab er seinen Job als Elektrotechniker auf, um sich komplett dem Schreiben zu widmen. Aufgrund eines Schlaganfalles zog er sich 1984 von der Schriftstellerei zurück.

Lafferty verwendete Stilelemente und zum Teil auch Charaktere aus irischen und indianischen Sagen, sein Stil der Vermischung von Science Fiction, Fantasy und Heldenepos ist einzigartig und kann auch schwer einem bestimmten Genre zugeordnet werden. Seine Geschichten sind teilweise geprägt von seiner konservativen religiösen (katholischen) Haltung. Die Handlung nahm oft die seltsamsten Wendungen, manchmal war sie ihm aber weniger wichtig und verlor sich in der Mitte der Geschichte.

Nicht alle Geschichten von Lafferty waren Science Fiction: Sein Roman Okla Hannali beschreibt 100 Jahre der Geschichte der Choctaw in Mississippi und Oklahoma.

Auszeichnungen

Past Master, Continued on the Next Rock, Sky wurden für den Hugo Award nominiert, 1973 erhielt Lafferty für die Kurzgeschichte Eurema’s Dam den Best Short Story Hugo (gemeinsam mit Frederik Pohl und C.M. Kornbluth für The Meeting). Er wurde auch für den Nebula Award für Slow Tuesday Night, Past Master, Fourth Mansions, Continued on the Next Rock und The Devil Is Dead nominiert, erhielt ihn aber niemals. Seine Sammlung Lafferty in Orbit wurde für den World Fantasy Award nominiert, darin waren die vielen Geschichten versammelt, die Lafferty zu Damon Knights Orbit-Reihe beigesteuert hatte. 1990 erhielt er den World Fantasy Award für das Lebenswerk.

Weitere Auszeichnungen:

2002 wurde ihm postum der Cordwainer Smith Rediscovery Award für vergessene oder nicht mehr hinreichend gewürdigte Science-Fiction-Autoren verliehen.

Bibliografie

Serien

Die Serien sind nach dem Erscheinungsjahr des ersten Teils geordnet. Sind bei den Originalausgaben zwei Erscheinungsjahre angegeben, so ist das erste das des Erstdrucks und das zweite das der Erstausgabe (als Buch).

Habitable Worlds (Kurzgeschichten)
Institute for Impure Science (Kurzgeschichten)
Bengal Tigers (Kurzgeschichten)
Camiroi (Kurzgeschichten)
Men Who Knew Everything (Kurzgeschichten)
Paravata (Kurzgeschichten)
Coscuin Chronicles
Argos Mythos
More Than Melchisedech

Romane

Sammlungen

The Collected Short Fiction

Kurzgeschichten

Sachliteratur

Literatur

Commons: R. A. Lafferty – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Personendaten
NAME Lafferty, R. A.
ALTERNATIVNAMEN Lafferty, Raphael Aloysius; Lafferty, Raphaël Aloysius; Lafferty, Robert A. (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Schriftsteller
GEBURTSDATUM 7. November 1914
GEBURTSORT Neola
STERBEDATUM 18. März 2002
STERBEORT Broken Arrow