Radim Hanousek (* um 1975 in Ústí nad Orlicí) ist ein tschechischer Jazz- und Improvisationsmusiker (Saxophon, Komposition).
Hanousek wuchs in einer musikalischen Familie auf. In der Kunstschule erhielt er klassischen Klarinettenunterricht, lernte von seinem Lehrer aber auch erste Swingstücke und spielte in den Jazzorchestern der Schule, aber auch in der Junior Bigband in Lanškroun. Mit 17 Jahren gab er das Spielen zunächst auf, hörte aber weiter unterschiedlichste Musik. Zunächst absolvierte er ein Studium der Informatik an der Technischen Universität Brünn. Daneben trat er wieder mit Bands auf, nun im Bereich Big Beat. Dann arbeitete er als Programmierer und entdeckte den Jazz wieder; er trat mit verschiedenen Bands auf. Als an der Musikfakultät der Janáček-Akademie für Musik und Darstellende Kunst Brünn die Jazzabteilung eröffnet wurde, begann er dort ein Studium und gab seine Tätigkeit als Programmierer auf. An der Akademie absolvierte er nach dem Master- ein Promotionsstudium.
Als Saxophonist nahm Hanousek 1998 ein erstes Album mit der Max Band auf. Als Interpret Neuer Musik arbeitete er auch mit dem Komponisten František Chaloupka zusammen und führte dessen Stück „Dunami“ auf.
2009 gründete Hanousek mit Didrik Ingvaldsen, Dag Magnus Narvesen und Marian Friedl das norwegisch-tschechische Jazzquartett NoCz, das zwischen 2013 und 2019 drei Alben bei Hevhetia veröffentlichte und auch mit Iva Bittová zusammenarbeitete. Seit 2014 leitet er sein eigenes Projekt Dust in the Groove, das Jazz und zeitgenössische Musik miteinander verbindet und mit dem 2020 ein gleichnamiges Album entstand. Er ist auch auf Alben des Cotatcha Orchestra, der F-dur Jazzband und des Isotope Ensemble zu hören. Als Improvisationsmusiker arbeitete er mit Künstlern wie Hildegard Kleeb, Ayako Kato, P. O. Jørgens, Claudia Cervenca, Samuel Dühsler, Yoram Rosilio, Valentin Duit, Michael Fischer, Rieko Okuda, Tobias Delius, George Cremaschi, Hernâni Faustino, Sylvia Bruckner und dem Vienna Improvisers Orchestra.
Hanousek komponierte Musik für eine Reihe von Ensembles wie das Faun Ensemble, Dust in the Groove, Mikroopery, Lichtzwang, Contriology, Radost Ensemble, NoCz, Corazon Quartet sowie Musik für Theateraufführungen und Hörbücher. 2018 belegte seine Komposition „It Could Happen“ den ersten Platz beim Karel-Krautgartner-Kompositionswettbewerb für Jazzorchester.
Seit 2021 organisiert Hanousek zudem das 30 bis 60 Musiker umfassende Prague Music Performance Orchestra (PMPO) für das Festival „Prague Music Performance“, in dem er mitwirkt. Das PMPO führte Kompositionen von Anthony Braxton und Roscoe Mitchell im Beisein der Komponisten auf. 2023 brachte das PMPO unter der Leitung von Roland Dahinden Braxtons Oper Trillium X in Prag zur Uraufführung und trat damit anschließend im Rahmen der Darmstädter Ferienkurse auf. Auch lehrt er an der Akademie in Brünn.
| Personendaten | |
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| NAME | Hanousek, Radim |
| KURZBESCHREIBUNG | tschechischer Jazz- und Improvisationsmusiker (Saxophon, Komposition) |
| GEBURTSDATUM | um 1975 |
| GEBURTSORT | Ústí nad Orlicí |