Rainer Graefe

Rainer Graefe (2024)

Rainer Graefe (* 22. Februar 1941 in Berlin; † 20. August 2026) war ein deutscher Architekturhistoriker. Er war emeritierter Ordinarius des Instituts für Baugeschichte und Denkmalpflege an der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen der Universität Innsbruck (1991–2009), wo er 2005 das Archiv für Baukunst gründete.

Graefe war von 1992 bis 2003 Vorsitzender des Tiroler Sachverständigenbeirats für Stadtkern- und Ortsbildschutz. Er war ständiges Mitglied des Österreichischen Denkmalbeirats, des Kunstbeirats des Instituts für Auslandsbeziehungen (IfA) in Stuttgart und Mitglied der Koldewey-Gesellschaft sowie bei ICOMOS. Graefe war im Redaktionsbeirat des International Journal of the Construction History in London und des Privolžskij Scientific Journal in Nižnij Nowgorod. Seit 2009 war er korrespondierendes Mitglied der Reial Acadèmia Catalana de Belles Arts in Barcelona.

Leben und Wirken

Rainer Graefe studierte von 1961 bis 1968 Theaterwissenschaft, Philosophie und Germanistik in Würzburg und Berlin. Er absolvierte Praktika an mehreren Berliner Theatern. 1969 wurde er Magister artium mit einer Arbeit über die ‚Idee des Bauhaus-Theaters‘. 1969 begann Rainer Graefe seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Frei Otto am Institut für leichte Flächentragwerke an der Universität Stuttgart und promovierte am Institut für Archäologie der Universität Tübingen 1976 mit einer Arbeit zum Thema Zeltdächer der römischen Theater. Seit 1971 arbeitete er im Sonderforschungsbereich 64 ‚Weitgespannte Flächentragwerke‘ der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seit 1984 leitete Graefe das von ihm gegründete Teilprojekt C3 „Geschichte des Konstruierens“ im Sonderforschungsbereich 230 der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 1991 wurde Rainer Graefe zum Ordinarius für Baugeschichte am Institut für Baukunst, Baugeschichte und Denkmalpflege an der Fakultät für Architektur der Universität Innsbruck berufen. Graefe war Studiendekan und 2008 Dekan der Architekturfakultät. Er übte zudem Lehrtätigkeiten in Berlin, Wien, Zürich aus. Seine Forschungsschwerpunkte waren die Geschichte des Konstruierens, d. h. Prozesse, in denen historische Baukonstruktionen entstehen, Form und Konstruktion, Gewölbekonstruktionen, Membrankonstruktionen, Leichtbauten, temporäre Festbauten, Kleinarchitekturen sowie Architektur und Natur, insbesondere die Gartenkunst, Naturbeherrschung und Naturgenuss, Bäume als lebende Bauwerke und umbaute Bäume, Astwerke aus Stein.

Im August 2026 starb er im Alter von 85 Jahren.

Ehrungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

Bücher

Mitherausgeber folgender Bände der Mitteilungen des Instituts für Leichte Flächentragwerke:

Herausgeber der Konzepte des Sonderforschungsbereichs 230:

In Arbeit:

Aufsätze

Festschrift

Ausstellung / Film

Einzelnachweise

  1. 1 2 Nachruf: Univ.-Prof. Mag. Dr. Dr. h.c. Rainer Graefe – Universität Innsbruck. Abgerufen am 29. August 2026.
  2. ↑ Traueranzeige in der Süddeutschen Zeitung vom 29. August 2026, abgerufen am 29. August 2026
  3. ↑ , abgerufen am 2. Januar 2024
  4. ↑ , abgerufen am 2. Januar 2024
Personendaten
NAME Graefe, Rainer
KURZBESCHREIBUNG deutscher Theaterwissenschaftler und Denkmalpfleger
GEBURTSDATUM 22. Februar 1941
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 20. August 2026