Reinhold Carl Ernst Friedrich Solger (* 5. Juli 1817 in Stettin; † 11. Januar 1866 in Washington, D.C.) war ein deutschamerikanischer Politiker, Gelehrter und Schriftsteller.
Reinhold Solger war ein Neffe des Philosophen Karl Wilhelm Ferdinand Solger. Er besuchte das Gymnasium in Züllichau. Er studierte ab Frühjahr 1837 Theologie und Philosophie an der Universität Halle bei Heinrich Leo und ab 1840 die Universität in Greifswald. Während seines Studiums wurde er 1839 Mitglied der Alten Halleschen Burschenschaft. Als Mitglied des Corps Marchia Halle (1839) und des Corps Guestfalia Greifswald (1840) gehörte er zu den Gründern des Corps Borussia Greifswald, das ihm später die Ehrenmitgliedschaft verlieh. 1842 schloss er sein Studium an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin ab. Als Verwaltungsbeamter diente er in Potsdam.
1843 weilte er in Liverpool als Hauslehrer. Er begab sich 1844 nach Paris, wo er mit Herzen, Herwegh und Bernays verkehrte, ebenso wie mit Bakunin. Die Februarrevolution 1848 erlebte er in Paris. Im April 1848 kehrte er nach Berlin zurück und schloss sich dem Demokratischen Club an. Bis zur gewaltsamen Auflösung der Preußischen Nationalversammlung am 14. November 1848 war er dessen Mitglied. Wegen seiner Teilnahme an der Badischen Revolution als Sekretär von Ludwik Mierosławski musste Solger Preußen verlassen, da ihm Festungshaft drohte. Im Dezember 1849 verbreitete die preußische Kreuz-Zeitung das Gerücht, dass er der „rothrepublikanische Emissär Saulis“ sei, der für Frankreich Propaganda betreibt. Er fiel erst 1862 unter die preußische allgemeine Amnestie.
Seine Flucht führte ihn über die Schweiz von Bern und Zürich nach Paris und London. In London verkehrte er mit Charles Dickens, Thomas Carlyle, Edward Bulwer-Lytton und Gottfried Kinkel. 1853 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus. Als Professor für Geschichte hielt er zwischen 1857 und 1859 zahlreiche Vorträge am Lowell Institute in Boston. 1859 erhielt er die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten. Er gehörte zu den prominenten Vertretern der sogenannten Forty-Eighters und verkehrte hier mit Carl Schurz und Friedrich Kapp. Der Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts John Albion Andrew schrieb: „Solgers hat sicherlich genauso viel [für die Wahl Lincolns] getan, um die Unterstützung der Deutschen im Osten für die republikanische Sache zu gewinnen, wie sein Landsmann Carl Schurz im Osten“. 1862 wurde Solger auf Vorschlag von General Franz Sigel und anderen als Professor für die Militär-Akademie West Point vorgeschlagen. In Washington D.C. übernahm den Posten eines Staatssekretärs im United States Department of the Treasury auf Vorschlag vom Abraham Lincoln im Mai 1863. Sein Leben endete durch einen Schlaganfall am 11. Januar 1866. Er wurde auf dem Congressional Cemetery am 13. Januar 1866 beigesetzt.
Sein bekanntestes Werk ist der Roman Anton in Amerika, der zuerst 1862 im New-Yorker Criminal-Zeitung und Belletristisches Journal erschien. Er widmete sein Buch Johann Bernhard Stallo und Friedrich Kapp.
Nach der Volkszählung 1855 in Massachusetts war der mit Adéle Marie Bèmere (* 1828) verheiratet, die Hochzeit war am 18. Februar 1848 in Paris, und hatte drei Kinder: Lucy Marie Solger (* 24. Dezember 1848 in Frankfurt am Main), Julius Solger (* 1852 in Bradford, Yorkshire) und Juliet Solger (* 20. März 1855 in Roxbury, Massachusetts).
| Personendaten | |
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| NAME | Solger, Reinhold |
| ALTERNATIVNAMEN | Solger, Reinhold Carl Ernst Friedrich (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutschamerikanischer Schriftsteller und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 5. Juli 1817 |
| GEBURTSORT | Stettin |
| STERBEDATUM | 11. Januar 1866 |
| STERBEORT | Washington |