Matheson studierte an der University of Missouri Journalismus. Seine erste Veröffentlichung im Jahre 1950 rückte ihn in das Licht der Science-Fiction-Geschichte. Mit Born of Man and Woman landete er im Magazine of Fantasy & Science Fiction einen Klassiker. Sein einzigartiger Stil der Verbindung von Science-Fiction und Horror fand in zahlreichen Storysammlungen seinen Niederschlag.
Seit 1951 lebte er in Kalifornien. Im Jahr 1952 heiratete er Ruth Ann Woodson. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, darunter die ebenfalls schriftstellerisch tätigen Söhne Chris, Richard Christian und Ali Marie Matheson.
Er stellte in der Folge – mit seinem größer werdenden Erfolg in der Filmbranche – sein literarisches Schaffen in der Science-Fiction-Szene immer mehr in den Hintergrund. Er schrieb Drehbücher, für die er zahlreiche Preise erhielt.
Matheson ist einer der erfolgreichsten Autoren der fünfziger Jahre. Obwohl aus Richtung Horror zum Genre stoßend entschloss er sich, den aufkommenden Science-Fiction-Boom zu nutzen und verstand es, sich abzeichnenden Trends anzuschließen und diese auch kommerziell für sich zu nutzen. Seine literarischen Werke gehörten zur Lieblingslektüre von Horrorschriftsteller Stephen King während dessen Jugend.
Seine andauernde Verbindung zum phantastischen Genre bewies er durch zahlreiche Drehbucharbeiten, vor allem mit seinen Edgar-Allan-Poe-Adaptionen für Roger Corman.
Sein Roman Das Ende ist nur der Anfang, Hinter dem Horizont ist das Ergebnis intensiver Recherche über die Jenseitsvorstellungen verschiedener Religionen und Kulturen. Unter anderem beruft er sich hierbei auf den Theosophen Emanuel Swedenborg. Der Roman wurde 1998 mit Robin Williams verfilmt. Der Film Hinter dem Horizont bietet ausdrucksstarke Bilder, hat aber nur wenig von der Tiefe des Romans.
Für seinen Roman Bid Time Return (1975) erhielt er den World Fantasy Award. Einen weiteren erhielt er 1984 für sein Lebenswerk. 1990 wurde er auch beim Bram Stoker Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet und Mathesons Roman Ich bin Legende wurde 2012 beim Bram Stoker Award mit dem Sonderpreis Vampire Novel of the Century Award ausgezeichnet. 2010 wurde er in die Science Fiction Hall of Fame aufgenommen.
Matheson starb 87-jährig im Juni 2013 in seinem Haus im kalifornischen Calabasas.
Bibliografie
Romane
Fury on Sunday (1953)
Someone Is Bleeding (1953)
I Am Legend (1954, auch: The Omega Man: I Am Legend, 1971)
Deutsch: Die unglaubliche Geschichte des Mister C. Übersetzt von Werner Gronwald. Heyne (Allgemeine Reihe #58), München 1960, DNB453249949. Auch: Die seltsame Geschichte des Mr. C. Übersetzt von Lore Straßl. Heyne (Bibliothek der SF-Literatur #22), München 1983, ISBN 3-453-30961-8.
Woman (1954)
A Stir of Echoes (1958)
Deutsch: Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt. Übersetzt von Bettina Zeller. Heyne (Allgemeine Reihe #20052), München 2000, ISBN 3-453-17078-4, (Buch zum Film).
Ride the Nightmare (1959)
The Beardless Warriors (1960)
Comedy of Terrors (1964, mit Elsie Lee)
Hell House (1971)
Deutsch: Das Höllenhaus. Übersetzt von Kurt Spieler. Heyne (Allgemeine Reihe #5076), München 1974, ISBN 3-453-00397-7.
The Night Strangler (1973)
The Night Stalker (1973, mit Jeff Rice)
Bid Time Return (1975, auch: Somewhere in Time, 1980)
What Dreams May Come (1978)
Deutsch: Das Ende ist nur der Anfang – Hinter dem Horizont. Übersetzt von Elke Iheukumere & Edda Petri. Goldmann #44356, München 1998, ISBN 3-442-44356-3, (Buch zum Film).
Deutsch: Der dritte Planet. In: Der dritte Planet, 1966.
The Waker Dreams (1950, auch: When the Waker Sleeps)
The Hunt (1951)
Clothes Make the Man (1951)
Deutsch: Eine unmögliche Geschichte. In: Der letzte Tag, 1972.
„Drink My Red Blood …“ (1951, auch: Blood Son)
Deutsch: Der Vampir. In: Der letzte Tag, 1972. Auch: Trink mein Blut. Übersetzt von Jürgen Abel. In: Peter Haining (Hrsg.): Stunde der Vampire. Fischer (Fischer TB #1527), Frankfurt am Main 1974, ISBN 3-436-02002-8.
Through Channels (1951)
Deutsch: Durch Kanäle. In: Der dritte Planet, 1966.
The Thing (1951)
Witch War (1951)
Deutsch: Krieg der Hexen. In: Der dritte Planet, 1966.
Dress of White Silk (1951)
Deutsch: Mamas Zimmer. In: Der dritte Planet, 1966. Auch: Das Kleid aus weißer Seide. Übersetzt von Anne Gebhardt. In: Charles G. Waugh, Martin Greenberg (Hrsg.): Vampire. Bastei Lübbe (Allgemeine Reihe #13134), Bergisch Gladbach 1988, ISBN 3-404-13134-7. Auch: Ein Kleid aus weißer Seide. Übersetzt von Stefan Troßbach. In: Edward L. Ferman & Anne Jordan (Hrsg.): Die besten Horror-Stories. Droemer Knaur (Knaur Horror #1835), München 1989, ISBN 3-426-01835-7.
Return (1951)
Mountains of the Mind (1951)
Richard Matheson’s Letter to the Editor (1952, auch: Advance Notice)
Gunsight (1951)
SRL Ad (1952)
Deutsch: Einsames Venus-Mädchen. In: Der dritte Planet, 1966.
The Foodlegger (1952, auch: F---)
Deutsch: Der Unanständige. In: Der dritte Planet, 1966.
Lover When You’re Near Me (1952)
Deutsch: Das Drei-Monde-Irrenhaus. In: Der dritte Planet, 1966.
Deutsch: Ring frei! Übersetzt von Wulf H. Bergner. In: William F. Nolan (Hrsg.): Die Anderen unter uns. Heyne (Heyne SF&F #3120), München 1968, DNB457861274. Auch: Steel. In: Der letzte Tag, 1972.
The Splendid Source (1956)
A Flourish of Strumpets (1956)
A Visit to Santa Claus (1957, auch: I’ll Make It Look Good, als Logan Swanson)
A Touch of Grapefruit (1959, auch: The Creeping Terror, 1961)
No such Thing as a Vampire (1959)
Deutsch: Es gibt keine Vampire. Übersetzt von Ingrid Neumann. In: Helmuth W. Mommers & Arnulf D. Krauß (Hrsg.): 22 Horror Stories. Heyne (Heyne-Anthologien, Bd. 26), München 1967, DNB457030984.
Deutsch: Dämonentanz. Übersetzt von Werner Gronwald. In: Michel Parry (Hrsg.): Lautlos schleicht das Grauen. Pabel (Vampir TB #22), Rastatt 1975, DNB750323450.
Finger Prints (1962)
Mute (1962)
The Likeness of Julie (1962, auch als Logan Swanson)
Deutsch: Die Hexe mit dem Kindergesicht. Übersetzt von Werner Maibohm. In: Michel Parry (Hrsg.): Acht Teufelseier. Pabel (Vampir TB #42), Rastatt 1976, DNB770069452. Auch: Betörende Julie. Übersetzt von Michael Plogmann. In: Jeff Gelb & Lonn Friend (Hrsg.): Hot Blood: Bis dass der Tod euch vereint. Festa (Horror TB #1519), Borsdorf bei Leipzig 2007, ISBN 978-3-86552-074-6.
Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs, Ronald M. Hahn, Wolfgang Jeschke: Lexikon der Science Fiction Literatur. Heyne, München 1991, ISBN 3-453-02453-2, S.708.
Stephen H. Goldman: Matheson, Richard (Burton). In: James Gunn: The New Encyclopedia of Science Fiction. Viking, New York u.a. 1988, ISBN 0-670-81041-X, S.306.
Robert Reginald: Science Fiction and Fantasy Literature. A Checklist, 1700–1974 with Contemporary Science Fiction Authors II. Gale, Detroit 1979, ISBN 0-8103-1051-1, S.992.
Robert Reginald: Contemporary Science Fiction Authors. Arno Press, New York 1974, ISBN 0-405-06332-6, S.177.
Gary K. Wolfe: Matheson, Richard (Burton). In: Noelle Watson, Paul E. Schellinger: Twentieth-Century Science-Fiction Writers. St. James Press, Chicago 1991, ISBN 1-55862-111-3, S.533f.
↑Stephen King – Das notwendige Böse. Dokumentarfilm von Julien Dupuy, 2020, 53 Min. Produziert von Thierry Tripod, in Zusammenarbeit mit arte France, Brainworks und Rockyrama