Rimhorn Gemeinde Lützelbach | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 47′ N, 9° 2′ O |
| Höhe: | 256 m ü. NHN |
| Fläche: | 6,62 km² |
| Einwohner: | 793 (2. Mai 2024) HW |
| Bevölkerungsdichte: | 120 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 |
| Eingemeindet nach: | Lützel-Wiebelsbach |
| Postleitzahl: | 64750 |
| Vorwahl: | 06165 |


Rimhorn ist ein Ortsteil der Gemeinde Lützelbach im südhessischen Odenwaldkreis.
Das geschossene Dorf Rimhorn liegt im Buntsandsteingebiet des Odenwalds bei einseitiger Gehängelage, ca. 15 km nordöstlich von Erbach, im Westen des Gemeindegebiets von Lützelbach. Der Ortsteil Rimhorn besteht aus der 661,9 Hektar umfassenden Gemarkung Breitenbrunn. Von Rimhorn aus schlängelt sich die Obrunnschlucht in Richtung Höchst im Odenwald mit den im Jahr 2007 restaurierten Modellschlössern, -burgen und Mühlen des romantischen Märchenpfad talabwärts. Dieser ist wieder zu einem attraktiven Ausflugsziel für Familien mit Kindern geworden.
An den Ortsteil Rimhorn grenzen, vom Norden beginnend, im Uhrzeigersinn die Orte Sandbach, Sandbach und Rai-Breitenbach der Stadt Breuberg, Lützel-Wiebelsbach, Breitenbrunn, Fürstengrund und Etzen-Gesäß der Stadt Bad König sowie Mümling-Grumbach und die Kernstadt von Höchst im Odenwald. Durch den Ort führt die Landesstraße 3106, die von der Bundesstraße 426 in Höchst i. Odw. in östlicher Richtung abzweigt und hinter Rimhorn in die Landesstraße 3259 (Rai-breitenbach – Lützel-Wiebelsbach) mündet.
Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Riemhurne weist in das Jahr 1273. Umgangssprachlich nennen die Einwohner in ihrem Dialekt den Ort liebevoll „Rimmen“.
Die denkmalgeschützte evangelische Kirche von Rimhorn, die äußerlich eher bescheiden wirkt, hat eine hochinteressante Baugeschichte. Im Verlauf von Restaurierungsarbeiten am Langhaus wurden in den 1950er Jahren zahlreiche frühromanische Reste freigelegt, die eine Datierung der Kirche ins 10./11. Jahrhundert möglich machen.
1733 ließ sich der hessen-darmstädtischen Generallieutenant Johann Rudolf Victor von Pretlack über dem Ortskern ein herrschaftliches Anwesen errichten. Erhalten ist das Herrenhaus, das sogenannte Pretlack’sche Palais, das 2009 renoviert wurde.
1806 fiel der Ort an das Großherzogtum Hessen. Nach Auflösung der alten Amtsstruktur 1822 fiel der Ort in den Zuständigkeitsbereich des Landgerichts Höchst, nach der Reichsjustizreform von 1877 ab 1879 in den des Amtsgerichts Höchst im Odenwald.
Früher wurde im Dorf hauptsächlich Landwirtschaft betrieben, was sich jedoch im Laufe der Zeit mehr und mehr zu einem Wohnort entwickelt hat.
Zum 31. Dezember 1971 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Hessen die freiwillige Eingliederung der Gemeinde Rimhorn in die Gemeinde Lützel-Wiebelsbach, die ihrerseits zum 1. August 1972 in der Gemeinde Lützelwiebelsbach aufging, die seit dem 1. Juli 1973 Lützelbach heißt. Für Rimhorn wurde, wie für jeden Ortsteil der neugeschaffenen Gemeinde, ein Ortsbezirk gebildet.
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten, denen Rimhorn angehört(e):
| Rimhorn: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1829 | 488 | |||
| 1834 | 504 | |||
| 1840 | 547 | |||
| 1846 | 598 | |||
| 1852 | 543 | |||
| 1858 | 532 | |||
| 1864 | 547 | |||
| 1871 | 579 | |||
| 1875 | 621 | |||
| 1885 | 609 | |||
| 1895 | 586 | |||
| 1905 | 593 | |||
| 1910 | 592 | |||
| 1925 | 548 | |||
| 1939 | 556 | |||
| 1946 | 702 | |||
| 1950 | 707 | |||
| 1956 | 644 | |||
| 1961 | 649 | |||
| 1967 | 700 | |||
| 1970 | 699 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 879 | |||
| 2015 | 893 | |||
| 2020 | 834 | |||
| 2024 | 793 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS; Gemeinde Lützelbach; Zensus 2011 | ||||
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Rimhorn 879 Einwohner. Darunter waren 75 (8,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 153 Einwohner unter 18 Jahren, 381 zwischen 18 und 49, 192 zwischen 50 und 64 und 156 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 360 Haushalten. Davon waren 90 Singlehaushalte, 111 Paare ohne Kinder und 126 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 69 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 246 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Für Rimhorn besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Rimhorn) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 56,6 %. Dabei wurden gewählt: je ein Mitglied der SPD, der CDU und der Liste „Überparteiliche Wählergemeinschaft Lützelbach“ (ÜWG). Der Ortsbeirat wählte Markus Reeh zum Ortsvorsteher.
Das Pretlack’sche Palais wird als Dorfgemeinschaftshaus genutzt.
Die Landesstraße 3106 führt durch Rimhorn und erschließt den Ort für den überörtlichen Verkehr, besonders durch die Verbindung mit dem verkehrsgünstig im Mümlingtal gelegenen Nachbarort Höchst im Odenwald.
Anmerkungen
Einzelnachweise