Das offene Dorf Seckmauern mit regellosem Grundriss liegt am Steinbach im Buntsandsteingebiet des Odenwalds bei getrennter doppelseitiger Tallage, ca. 17 km nordöstlich von Erbach an der hessisch-bayerischen Landesgrenze. Der Ortsteil Seckmauern besteht aus der 597,6 Hektar umfassenden Gemarkung Seckmauern. In der Gemarkung befindet sich die folgenden aktuellen bzw. historischen Siedlungsplätze:
Angelhof
Kloster der Schwestern vom armen Kinde Jesu
An Seckmauern grenzen, im Uhrzeigersinn im Westen beginnend, die bayerische Stadt Wörth am Main sowie die Ortsteile der Gemeinde Lützelbach Haingrund und Lützel-Wiebelsbach. Im Ort treffen sich die vom Osten aus Lützel-Wiebelsbach kommende Landesstraße 3259 und die von Südosten aus Haingrund kommende Landesstraße 3349.
Geschichte
Ortsgeschichte
Seckmauern – altes Pfarrhaus, später auch Schule, 1789 erbaut. Der Kellersockel ist spätmittelalterlich.
Der Überlieferung nach soll Seckmauern aus einem römischen Kastell des 2. Jahrhunderts n. Chr. hervorgegangen sein. Tatsächlich befand sich das Kastell Seckmauern (ORL 46) etwas über einen Kilometer nördlich des heutigen Ortskerns auf einer Anhöhe.
Zum 1. Februar 1971 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Hessen der freiwillige Zusammenschluss mit der Gemeinde Haingrund zur neuen Gemeinde Steinbachtal, die ihrerseits zum 1. August 1972 in der Gemeinde Lützelwiebelsbach aufging, die seit dem 1. Juli 1973 Lützelbach heißt.
Für Seckmauern wurde, wie für jeden Ortsteil der neugeschaffenen Gemeinde, ein Ortsbezirk gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten, denen Seckmauern angehört(e).
Ab 1973: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Gemeinde Lützelbach
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
1961: 564 evangelische (= 41,78%), 775 katholische (= 57,41%) Einwohner
Seckmauern: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2024
Jahr
Einwohner
1829
649
1834
726
1840
764
1846
766
1852
776
1858
702
1864
776
1871
833
1875
828
1885
811
1895
834
1905
832
1910
829
1925
909
1939
943
1946
1.239
1950
1.313
1956
1.282
1961
1.350
1967
1.479
1970
1.488
1980
?
1990
?
2000
?
2011
1.623
2015
1.612
2020
1.570
2024
1.540
Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt,1968. Weitere Quellen: LAGIS; Gemeinde Lützelbach; Zensus 2011
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Seckmauern 1623 Einwohner. Darunter waren 51 (3,1%) Ausländer.
Nach dem Lebensalter waren 294 Einwohner unter 18 Jahren, 663 zwischen 18 und 49, 345 zwischen 50 und 64 und 321 Einwohner waren älter.
Die Einwohner lebten in 651 Haushalten. Davon waren 150 Singlehaushalte, 210 Paare ohne Kinder und 228 Paare mit Kindern, sowie 51 Alleinerziehende und 12 Wohngemeinschaften. In 129 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 429 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Politik
Für Seckmauern besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Seckmauern) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 51,3%. Dabei wurden gewählt: je ein Mitglied der SPD, der CDU und der Liste „Überparteiliche Wählergemeinschaft Lützelbach“ (ÜWG). Der Ortsbeirat wählte Jürgen Schäfer (ÜWG) zum Ortsvorsteher. Der Ortsbeirat wurde im Herbst 2022 aufgelöst.
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Seckmauern gilt als eine kleine Faschingshochburg im nördlichen Odenwald. Neben den Prunksitzungen ist vor allem der Umzug am Faschingssonntag ein jährlicher Höhepunkt der Gemeinde.
Der Sportverein TSV Seckmauern 1912 e. V. besteht seit 1912, seit der Wiedergründung 1947 und der Gründung einer Fußballabteilung 1949 ist der Verein hauptsächlich im Fußball aktiv und spielte mehrfach in den Gruppenligen der Region. Im Verein sind 600 Mitglieder aktiv. Das Sportgelände des TSV Seckmauern liegt jenseits der Gemeinde- und Landesgrenze auf der Gemarkung der bayerischen Stadt Wörth am Main, so dass der hessische Verein kurioserweise seine Heimspiele in einem anderen Bundesland austrägt.
Daneben gibt es noch einen Spielplatz, einen Boule-Platz, eine evangelische und zwei katholische Kirchen.
↑Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung.
↑Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20.Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr.6, S.248, Abs. 24 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF; 6,2MB]).
12Hauptsatzung.(PDF;23kB)§7.In:Webauftritt.Gemeinde Lützelbach,abgerufen im Oktober 2020.
↑Michael Rademacher:Land Hessen.Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006.In:eirenicon.com.Abgerufen am 1.Januar 1900
↑
Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1.April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr.8, S.121ff. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF; 11,2MB]).
↑Lützelbach in Zahlen.Hauptwohnungen in Seckmauern 2015.Gemeinde Lützelbach,archiviertvomOriginal;abgerufen im August 2024. Lützelbach in Zahlen.Hauptwohnungen in Seckmauern 2020.Gemeinde Lützelbach,archiviertvomOriginal;abgerufen im August 2024.