Robert Wayne Mattheis (* 2. Dezember 1935 in Delmont, South Dakota; † 23. Juli 2011 in Lodi, Kalifornien) war ein US-amerikanischer lutherischer Geistlicher. Er war von 1994 bis 2002 Bischof der Sierra-Pazifik-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA).

Mattheis studierte am Wartburg College in Waverly, wo er 1957 einen Bachelor of Arts erwarb, und am Luther Seminary in St. Paul, das er 1961 als Bachelor of Divinity abschloss. Im selben Jahr wurde er durch die Amerikanische Lutherische Kirche als Pfarrer ordiniert. Seine erste Pfarrstelle führte ihn an zwei Gemeinden in Nebraska, die Trinity Lutheran Church in Hartington und die Trinity Lutheran Church in Crofton. 1965 wechselte er an die Our Savior’s Lutheran Church in das kalifornische Ferndale und 1969 an die Christ the King Lutheran Church in Orangevale. 1974 folgte er einem Ruf an die St. Paul Lutheran Church nach Lodi. In Lodi engagierte sich Mattheis auch in einer Reihe von Ehrenämtern. Er war unter anderem Vorsitzender des örtlichen Pfarrvereins und der Kiwanis und Mitglied der Ethikkommission des lokalen Krankenhauses.
1994 wurde er als Nachfolger von Lyle Miller zum Bischof der Sierra-Pazifik-Synode gewählt. Im selben Jahr wurde er von seiner Alma Mater, dem Wartburg College, mit einem Doctor of Divinity ausgezeichnet. Seine Wahl fiel in einen Zeitraum großer Kontroversen innerhalb der Synode, nachdem zwei Kirchengemeinden Pfarrer ordiniert und berufen hatten, die sich in homosexuellen Partnerschaften befanden. Dies war damals durch das Kirchenrecht der ELCA verboten. 1995 wurden beide Gemeinden nach einem noch von Miller angestrebten Disziplinarverfahren aus der Kirche ausgeschlossen. Auch Mattheis war, obwohl selbst Unterstützer der Ordination von offen homosexuellen Geistlichen, in diese Kontroverse verwickelt, als die University Lutheran Chapel 1999 Jeff Johnson, einen der damals ordinierten und in der Folge aus der Kirche ausgeschlossenen Geistlichen, auf ihre Pfarrstelle berief. Mattheis rügte die Kirchengemeinde zwar, verzichtete jedoch auf ein Disziplinarverfahren. Auf der Synode der ELCA setzte er sich dafür ein, Ausnahmen für die Ordination offen homosexueller Kleriker zu schaffen. 2000 wurde Mattheis im Amt als Bischof bestätigt. Nachdem er an Nieren- und Prostatakrebs erkrankte, trat er 2002 aus Gesundheitsgründen von diesem Amt zurück, sein Nachfolger wurde David Mullen. Mattheis erholte sich von der Krankheit, blieb aber im Ruhestand. Er engagierte sich politisch und war unter anderem 2009 und 2010 Vorsitzender der Demokratischen Partei in Lodi.
Mattheis heiratete 1957 Janet Bowden, mit der er vier Kinder hatte. Er starb nach einer kurzen, schweren Knochenkrebs-Erkrankung am 23. Juli 2011 in seinem Haus in Lodi.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
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| Lyle Miller | Bischof der Sierra-Pazifik-Synode 1994–2002 | David Mullen |
| Personendaten | |
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| NAME | Mattheis, Robert |
| ALTERNATIVNAMEN | Mattheis, Robert Wayne |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer lutherischer Bischof |
| GEBURTSDATUM | 2. Dezember 1935 |
| GEBURTSORT | Delmont, South Dakota |
| STERBEDATUM | 23. Juli 2011 |
| STERBEORT | Lodi, Kalifornien |