
Roger Eatwell (* 5. Januar 1949) ist ein britischer Politologe und emeritierter Professor für Vergleichende Politikwissenschaft an der University of Bath. Seine Interessen gelten der Faschismustheorie und dem Populismus.
Eatwell studierte am Balliol College in Oxford, wo er auch 1976 promovierte mit einer Dissertation zur Geschichte der Labour Party in den 1930er Jahren. Seit 1974 lehrte er an der Universität Bath.
Eatwell (2003, 2011) definiert Faschismus als synkretistische Ideologie, die auf Massen und Intellektuelle in einigen Ländern attraktiv wirkte. Politische Eliten erwogen den radikalen Faschismus in ihrem Sinne zu nutzen. Zur Ideologie gehörte ein ganzheitlicher Nationsbegriff mit überwundenen Teilungen in der Gesellschaft, der Plan einer neuen Elite und der Ideologie ergebener Anhänger sowie das Bild eines autoritären Staates, der einen dritten Weg zwischen Kommunismus und Kapitalismus verfolge (… "to create a "new man" (especially an elite) who would forge a holistic nation and radical Third Way state", Aufl. 2003, Introduction I).
Dagegen kennzeichnen den Populismus nach Eatwell andere Faktoren: das Bedürfnis einem populären Willen zu folgen, eine Verteidigung des gemeinen Volkes und eine Kritik der liberalen Eliten in Wirtschaft und Politik
Im Buch über den nationalen Populismus (2018) liegt der Akzent auf vier langwährenden Faktoren, genannt die "4 Ds": wachsendes Misstrauen (distrust) gegenüber den politischen Eliten in den liberalen Demokratien; wachsende Ängste vor der Zerstörung (destruction) nationaler und lokaler Gemeinschaften; wachsende Besorgnisse über die relative Enteignung (deprivation) und Zukunftsängste; wachsendes Nachlassen der Identifikation (dealignment) mit den Parteien des Mainstreams.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Eatwell, Roger |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Politologe und Faschismusforscher |
| GEBURTSDATUM | 5. Januar 1949 |