Roland Oudot

Roland Oudot (* 29. Juli 1897 in Paris; † 17. Juli 1981 ebenda) war ein französischer Maler, Bühnenbildner, Kostümbildner, Grafiker und Illustrator.

Leben

Roland Oudot studierte von 1912 bis 1915 und erneut 1918 an der École nationale supérieure des arts décoratifs in Paris bei Eugène Morand. Dort schloss er Freundschaft mit Maurice Brianchon und Raymond Legueult, mit denen ihn lebenslange künstlerische Verbindungen verknüpfen sollten. Nach seiner Ausbildung begann Oudot als Entwurfszeichner und war von 1915 bis 1923 als Assistent von Léon Bakst tätig, für den er Bühnenbilder und Kostüme für die Ballets Russes entwarf. In den Jahren 1919 und 1920 arbeitete er zudem für das Pariser Einrichtungsunternehmen (Compagnie des arts français) Louis Süe et André Mare, für das er Möbel und Stoffe gestaltete.

Ab etwa 1919 wandte sich Oudot zunehmend der Malerei zu. Im Salon d’Automne von 1920 wurde er von Wilhelm Uhde entdeckt, der ihm zahlreiche Bilder abkaufte und öffentliche Aufträge vermittelte. Im Jahr 1930 bildete er sich beim befreundeten André Hofer zum Lithografen aus. Neben Paris lebte Roland Oudot später zeitweise in der Provence (Eygalières, ab etwa 1940), in der Bretagne (Vasouy, ab 1954) sowie am Wald von Rambouillet (Les Mesnuls). Er schloss sich der Künstlergruppe Les Peintres de la Réalité poétique an, mit der er ab 1954 mehrfach in Paris ausstellte.

Werk

Auf der Suche nach einer eigenständigen Malweise orientierte sich Oudot zunächst an Paul Cézanne, bevor er vorübergehend eine strenge, realistische Auffassung verfolgte. Moderne Strömungen wie Fauvismus und Kubismus inspirierten ihn, hinterließen jedoch nur wenige Spuren. Stärker beeinflusst wurde er von den Brüdern Le Nain hinsichtlich des klar strukturierten Bildaufbaus und der oft rätselhaft verschlossen wirkenden Figuren (Hommage à Le Nain, 1930), von Jean-Baptiste-Camille Corot in der Landschaftsauffassung sowie von Pierre Bonnard.

Roland Oudot malte nach Naturskizzen im Atelier Stillleben (Bouquet varié aux pommes, 1933), Porträts (La Robe Rouge), Genreszenen – vor allem ländliche Feste (Fête champêtre en Provence), Stierkämpfe und Theaterepisoden – sowie traumhaft anmutende Allegorien (Lucrèce Borgia, um 1930). Hauptthemen sind jedoch die Landschaften der Provence (Eygalières; Marseille, Musée des Beaux-Arts), der Beauce (Paysage près des Mesnuls), der Bretagne (Grève à Vasouy), des Baskenlandes (Pays basque; St. Gallen, Kunstmuseum) und Ansichten aus Italien (Canal à Venise). Bevorzugt malte er karge, menschenleere Landschaften, die Harmonie und Ruhe ausstrahlen. Farblich dominieren Gelb- und Graugrün sowie fein nuancierte Zwischentöne im Kontrast zu einem klaren, intensiv blauen Himmel, dessen Leuchtkraft die gedämpften Grüntöne zur Geltung bringt (La Tour de Castillon).

Öffentliche Aufträge

Roland Oudots öffentliche Aufträge betrafen vor allem Wandmalereien, darunter im Théâtre national populaire im Palais de Chaillot in Paris (1937) und im Institut Agronomique, ferner Bühnendekorationen für die Comédie-Française (u. a. Andromaque von Jean Racine, 1947) sowie Tapisseriekartons für die Gobelins in Paris, für Aubusson und Feltin.

Druckgrafik und Buchillustration

Ab 1936 lieferte Oudot Buchillustrationen, darunter zu Gérard de Nervals Sylvie (Paris, 1944), François Mauriacs Thérèse Desqueyroux und Jean Giraudouxs' Sodome et Gomorrhe. Zwischen 1944 und 1973 fertigte er zahlreiche Einzelblätter an, anfangs in Schwarz-Weiß, ab 1947 auch in Farbe. Das druckgrafische Werk ist durch François Daulte in zwei Bänden katalogisiert worden (Paris, 1972–1974).

Künstlerische Einordnung

Neben Maurice Brianchon gilt Oudot als Hauptvertreter der Peintres de la Réalité poétique, die sich in einer Zeit grundlegender Stilumbrüche mit ihrer traditionellen figurativen Malerei erfolgreich behaupteten.

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

Gruppenausstellungen

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Oudot, Roland. In: Bénézit – Dictionary of artists. Band 10: Müller–Pinchetti. Gründ, Paris 2006, S. 718–720 (englisch, Textarchiv – Internet Archive).
  2. 1 2 3 4 De Gruyter (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. 2009.
Personendaten
NAME Oudot, Roland
KURZBESCHREIBUNG französischer Maler, Entwurfszeichner, Bühnen-, Kostümbildner, Grafiker, Illustrator
GEBURTSDATUM 29. Juli 1897
GEBURTSORT Paris
STERBEDATUM 17. Juli 1981
STERBEORT Paris