
Raymond Jean Legueult (* 10. Mai 1898 in Paris; † 26. Juni 1971 ebenda) war ein französischer Maler, Grafiker und Entwerfer von Tapisserien und Plakaten.
Im Alter von 17 Jahren begann Raymond Legueult sein Studium an der Pariser École des arts décoratifs. 1917 wurde er zum Kriegsdienst einberufen, kehrte jedoch 1920 an die École des arts décoratifs zurück und arbeitete im Atelier des Direktors Eugène Morand. In dieser Zeit schloss er Freundschaft mit den Malern Roland Oudot und Maurice Brianchon. Gemeinsam mit Brianchon bezog er 1920 ein Atelier auf dem Montparnasse. 1922 erhielt Legueult ein Reisestipendium, das ihm Besuche in zahlreichen Museen in Madrid und Sevilla ermöglichte. Nach seiner Rückkehr nach Paris debütierte er 1923 im Salon de la Société nationale des beaux-arts. Während seiner Ausbildung besuchte er regelmäßig den Louvre, wo er die Werke von Gustave Courbet, Camille Corot und Eugène Delacroix studierte. Das Schaffen zeitgenössischer Maler wie Claude Monet und Henri Matisse lernte er auf Ausstellungen kennen.
1925 wurde er Professor an der Pariser École des arts décoratifs und 1952 an der École des beaux-arts. Zu seinen Schülern zählten Paul Gaston Ambille, Pierre Carron und Yves Marion.1933 erhielt Legueult den Grand Prix Georges Bernheim. 1962 wurde er auf der Biennale von Ho-Chi-Minh-Stadt mit dem ersten Preis ausgezeichnet.
Legueults künstlerische Ausbildung folgte dem klassischen Kanon und war somit fernab der zeitgenössischen Strömungen wie dem Kubismus und der Abstraktion. Sein Stil, der Farbe und Atmosphäre in den Vordergrund stellt, wird dem Impressionismus zugeordnet. In der Kunstkritik wurde sein Werk wiederholt mit dem von Pierre Bonnard verglichen. Seit den 1930er Jahren gehörte Legueult gemeinsam mit Maurice Brianchon, Christian Caillard, Roland Oudot, Jules Cavaillès, Constantin Terechkovitch, André Planson und Roger Marcel Limouse zu jener Malergruppe, die nach der Publikation von Grisèle d'Assailly (1949) als Peintres de la réalité poétique bezeichnet wird.
Legueult war auch als Entwerfer tätig. Gemeinsam mit Maurice Brianchon gestaltete er 1925 die Kostüme für die Aufführung Grisélidis an der Pariser Oper sowie 1928 das Bühnenbild für das Ballett La Naissance de la lyre. 1937 schuf er eine Wandmalerei für den Ehrenhof des Collège de Jeunes Filles in Fontainebleau. 1941 entwarf er den Karton für den Wandteppich L'Atelier für die Compagnie des Arts Français von Jacques Adnet. Das Werk hing bis 1955 in der Firma Pinton und befindet sich heute in Privatbesitz.
Im Salon der Société nationale des beaux-arts debütierte er 1921 mit drei Tapisseriekartons. Es handelte sich um die Werke Versuchung der Eva, Vertreibung aus dem Paradies und Wiederfindung des Glückes in der Liebe. Ab 1923 stellte er im Salon des Tuileries Landschaften, vor allem aus dem Doubs, sowie dekorative figürliche Kompositionen aus.
Weitere Werke befinden sich in den Museen von Albi, Bagnoles sowie im Petit Palais, Paris.
| Personendaten | |
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| NAME | Legueult, Raymond |
| ALTERNATIVNAMEN | Legueult, Raymond Jean |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Maler, Grafiker und Entwerfer von Tapisserien und Plakaten |
| GEBURTSDATUM | 10. Mai 1898 |
| GEBURTSORT | Paris |
| STERBEDATUM | 26. Juni 1971 |
| STERBEORT | Paris |