
Ronald Paris (* 12. August 1933 in Sondershausen; † 17. September 2021 in Rangsdorf) war ein deutscher Maler, Grafiker und Hochschullehrer.
Paris war der Sohn des Theaterschauspielers Rupprecht Paris (1902–1955) und dessen Frau Henny, geb. Klose (1906–1982), einer Weißnäherin. Nach dem Besuch der Volksschule in Weimar absolvierte er dort von 1948 bis 1950 eine Lehre als Kunstglaser und Glasmaler. Da zu diesem Zeitpunkt bereits sein Wunsch feststand, Maler zu werden, besuchte er daneben die Abendschule der Staatlichen Hochschule für Baukunst und Bildende Künste in Weimar. Von 1950 bis 1952 besuchte er bis zum Abitur die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät an der Universität Jena. 1953 nahm er als Volontär mit Hans Vent an einem Restauratorenlehrgang am Schlossmuseum Gotha teil. Von 1953 bis 1958 studierte er Wandmalerei an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee bei Kurt Robbel, Arno Mohr, Bert Heller, Gabriele Mucchi und Toni Mau.
Ab 1958 arbeitete Paris freischaffend in Berlin. Im selben Jahr legte er während einer Sowjetunion-Reise 3000 km auf der Wolga zurück. 1961 wurde er Mitglied im Verband Bildender Künstler Deutschlands (VBKD) (später VBK der DDR), dessen Berliner Bezirksvorsitzender er von 1985 bis 1991 war. In dieser Funktion unterzeichnete er 1989 eine Erklärung mit, die Unverständnis über das Unvermögen der Partei- und Staatsführung ausdrückte und zum Gewaltverzicht aufrief.
Sein Triptychon Dorffestspiele in Wartenberg wurde 1961 von der SED-Führung heftig kritisiert, weil die Darstellung der Arbeiter nicht deren idealisierter Vorstellung entsprach. 1962 entwarf Paris für das Brecht-Stück Schweyk im Zweiten Weltkrieg am Berliner Ensemble das Premierenplakat. Von 1963 bis 1966 war er Meisterschüler bei Otto Nagel an der Deutschen Akademie der Künste in Berlin (Ost). 1965 war Ronald Paris Mitbegründer der Triennale Intergrafik, deren Vorsitzender er später war.
1969 porträtierte Paris im Rahmen der Mitarbeit an einer Grafikmappe Künstler sehen Künstler den Sänger und Schauspieler Ernst Busch. In dessen Folge entstanden zwei Busch-Gemälde, und die Fassung Ernst Busch II wurde auf der VII. Kunstausstellung der DDR ausgestellt. Da die Gemälde nicht den Busch zeigten, sondern einen müden alten Mann, erhielt Paris zahlreiche Kritik, nicht zuletzt von Busch selbst. Das Gemälde wurde vom Ministerium für Kultur aufgekauft und ist später auf spektakuläre Weise verschwunden. Es gilt heute als verschollen.
Paris hatte in der DDR und im Ausland eine Vielzahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. nahm er von 1962 bis 1988 an allen Deutschen Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR in Dresden teil.
Von 1993 bis 1999 hatte er eine Professur an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle inne. Paris lebte und arbeitete ab 1985 in Rangsdorf. In Chemnitz initiierte der damalige Chemnitzer Oberbürgermeister Eberhard Langer im Sommer 2016 einen Antrag an den Stadtrat, die Wiederaufstellung der Emaille-Konstruktion Brunnen der Jugend im Sozialismus zu prüfen.
2019 initiierte Paris unter Bezug auf die Intergrafik – Internationale Triennale engagierter Grafik des Verbands Bildender Künstler der DDR eine Edition künstlerischer Druckgrafik mit Wirksamkeit über ein enges Publikum hinaus, die er gemeinsam mit der linken Tageszeitung junge Welt realisierte.
„Sein Lebenswerk zeigt expressive, oft stark vom Gestus des Zeichnerischen bestimmte Imaginationen zwischen Figur, Porträt und Landschaft, zwischen Realität und Abstraktion.“
Paris war von 1961 bis 1974 verheiratet mit der Fotografin Helga Paris, geb. Steffens. Aus der Ehe sind zwei Kinder (* 1962 und * 1964) hervorgegangen. Ab 1985 war er mit Isolde Paris verheiratet; 1976 wurde eine gemeinsame Tochter geboren.
Eine enge Freundschaft verband ihn unter anderem mit der Malerin Ursula Wendorff-Weidt, dem Begründer des modernen französischen Tanzes Jean Weidt, dem Sänger Wolf Biermann, dem Grafiker Herbert Sandberg, den Malern Gabriele Mucchi und Helmut Symmangk.
Der Schweriner Landschaftsmaler Wilhelm Facklam (1883–1972) war sein Onkel; ebenso der Bildhauer Roland Paris (1894–1945). Seine Großmutter war die Schriftstellerin Therese Paris.
Siehe auch
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Paris, Ronald |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 12. August 1933 |
| GEBURTSORT | Sondershausen, Land Thüringen |
| STERBEDATUM | 17. September 2021 |
| STERBEORT | Rangsdorf |