Das Dorf liegt 230 Meter über dem Luganersee am Fuss des Monte Sant’Agata (942mü.M.), eines Ausläufers des Monte Generoso, auf rund 500 Meter Höhe.
Geschichte
Der Ort wurde erstmals 852 bezeugt («res illa de Rovi»). Es handelt sich dabei wahrscheinlich um ein Phytotoponym. Vielleicht liegt in der Namenform ein alter Plural oder ein Reflex des Lokativs des lateinischen Substantivs rǔbus (italienisch rovo) vor; Rovio würde damit «bei den Brombeeren» bedeuten.
Die Gegend war schon in der Eisen- und Römerzeit besiedelt, worauf verschiedene Funde hinweisen. Ab 1213 bildete es eine eigene Nachbarschaft (vicenza), die der PieveRiva San Vitale unterstand. 1517 gelangte Rovio an die Vogtei Lugano. 1798 schloss es sich der kurzlebigen Repubblica di Riva San Vitale an.
Panorama von RovioGemeindestand vor der Fusion am 10. April 2022
Oratorium San Vigilio
Wirtschaft
Ackerbau, Viehzucht und Weinbau, aber auch Bau- und Kunsthandwerk bildeten lange Zeit die Erwerbsquellen der Einwohner Rovios. Ab 1960 geriet die Gemeinde in den Sog der Agglomeration Lugano; heute (2000) sind mehr als drei Viertel der Erwerbstätigen Wegpendler.
Mario Castellani:Gente di Rovio: di ieri e di oggi. Bildband. Ciost Edizioni, Cassolnovo 2021, ISBN 979-1-28026100-7 (italienisch, 173S., Historische und aktuelle Fotografien von Menschen in Rovio).
Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S.37, 39, 125, 183–185, 237, 304, 361, 423, 493, 528–540.
Mario Redaelli: Il fondo Cora Carloni e Luigia Carloni Groppi. Un contributo alla storia dell’impegno sociale e pedagogico nel Canton Ticino. Edizioni del Comune di Sorengo, Sorengo 2007.
Um das kleine Dorf wiederzubeleben, startete der im Dorf wohnhafte Künstler Yuri Catania in Anlehnung an den Spitznamen der Einwohner, «die Katzen», im Jahr 2021 sein künstlerisches Projekt Das Dorf der Katzen.
12Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S.763f.
↑Rovio.In:Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung ISOS.Bundesamt für Kultur BAK,2005,abgerufen am 25.April 2025(italienisch).
123456789101112Simona Martinoli u.a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S.366–367.