Rudolf Grill (* 18. August 1910 in Dürrnberg bei Hallein; † 20. September 1987 in Wien) war ein österreichischer Geologe (besonders Erdölgeologie), Mikropaläontologe und Tertiärstratigraph.
Grill war der Sohn eines Steigers im Salzbergbau und besuchte das Gymnasium in Linz (Matura 1929 mit Auszeichnung). Er studierte Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Geologie in Wien und legte die Lehramtsprüfung (Physik, Naturgeschichte) ab. Zu seinen Lehrern gehörten Franz Eduard Suess, Othenio Abel und Kurt Ehrenberg. Er wurde 1935 an der Universität Wien zum Dr. phil. promoviert mit einer Arbeit über das Gallneukirchner Tertiärbecken bei Linz. Die darin getroffene Faunen-Unterscheidung (bei Makrofossilien und besonders in der Mikropaläontologie) von Miozän zu Oligozän war später wichtig für die Erdölgeologie. Zunächst arbeitete er ab 1933 als Erdölgeologe bei der Firma Eurogasco, einer Tochter von Standard Oil, in der Erdgasexploration im Wiener Becken und in Oberitalien. 1937 bis 1939 arbeitete er für die neu gegründete Rohoel-Gewinnungs-AG im Wiener Becken. Ab 1939 war er bei der Geologischen Bundesanstalt in Wien beschäftigt (damals Reichsamt für Bodenforschung). Dort hatte er zuletzt den Posten des Chefgeologen inne. Er ging 1975 in den Ruhestand und war Hofrat. Er wurde am Hernalser Friedhof bestattet.
Auch während seiner Zeit bei der Bundesanstalt bearbeitete er viele Erdöl- und Erdgasbohrungen unter stratigraphischen Aspekten und kartierte viel im Wiener Becken. 1951 bis 1967 war er Generalsekretär des Österreichischen Nationalkomitees für die Welterdölkongresse und er war Berater der Obersten Bergbehörde in Wien. 1950 bis 1976 schrieb er regelmäßig für The Micropalaeontologist.
Grill erhielt das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Grill, Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Geologe, Paläontologe und Stratigraph |
| GEBURTSDATUM | 18. August 1910 |
| GEBURTSORT | Dürrnberg |
| STERBEDATUM | 20. September 1987 |
| STERBEORT | Wien |