Ruine Briel

Ruine Briel
Halsgraben

Halsgraben

Alternativname(n) Brielburg, Harscherburg, Alt-Steußlingen
Staat Deutschland
Ort Ehingen-Briel
Entstehungszeit vor 1200
Burgentyp Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand Burgstall
Ständische Stellung Adlige
Bauweise Kalksteinbuckelquader
Geographische Lage 48° 19′ N, 9° 39′ OKoordinaten: 48° 19′ 17″ N, 9° 39′ 14,4″ O
Höhenlage 648 m ü. NN
Ruine Briel (Baden-Württemberg)
Ruine Briel (Baden-Württemberg)
Die Herrschaft Neusteusslingen im Jahre 1596 (Ausschnitt aus Gadner). Eingetragen sind auch Dorf und Burg Altsteußlingen, die letztere bereits als Ruine

Die Ruine Briel, auch Brielburg, Harscherburg oder richtig Altsteußlingen genannt, ist eine abgegangene Spornburg auf einem kegelförmigen 648 m ü. NN hohen Bergsporn östlich des Weilers Briel, nordwestlich der Stadt Ehingen im Tübinger Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg.

Geschichte

Die Herren von Steußlingen werden um 990 erstmals erwähnt; sie saßen damals wohl auf einer kleinen Burg in oder beim Ort Altsteußlingen und erbauten sich später eine besser zu verteidigende Höhenburg im nahegelegenen Brieltal auf dem Gipfel eines durch die Urdonau nicht vollständig ausgebildeten Umlaufberges. Die Burg liegt höhenmäßig niedriger als der ursprüngliche Burgweiler Briel auf der gegenüberliegenden Talhöhe im Westen, was im Burgenbau eher selten ist. Dies dürfte wohl auch der Grund gewesen sein, weshalb die Burg bereits im Spätmittelalter, als gegen Ferngeschütze nicht zu verteidigen, aufgegeben wurde. Burg Altsteußlingen dürfte ursprünglich wohl nur „Steußlingen“ genannt worden sein, bis zum Bau der Burg Neusteußlingen am Nordrande der Herrschaft Steußlingen über dem Schmiechtal. Burg Altsteußlingen ist daher als Stammsitz des Adelsgeschlechts derer von Steußlingen zu betrachten; der bekannteste Vertreter der Familie Anno von Steußlingen dürfte wohl im Dorf Altsteußlingen geboren worden sein, da um 1010, dem Zeitpunkt seiner Geburt, der Burgenbau auf Anhöhen noch ungebräuchlich war.

Die Herren von Steußlingen starben um 1387 mit Konrad II. von Steußlingen im Mannesstamme aus. Erben der Herrschaft Steußlingen und der Burg Altsteußlingen wurden die Herren von Freyberg. Inhaber der Burg als Nachfolger der Steußlinger waren:

Beschreibung

1927 wurden die Grundmauern der Burg von dem Burgenforscher Konrad Albert Koch freigelegt. Das wichtigste Ergebnis der Grabungen Kochs war ein Grundrissplan der Burg, wonach Koch erstmals eine Rekonstruktion versuchte. Koch fand u. a. Buckelquader aus Kalkstein der Grundmauern des Bergfrieds, so dass der Bau der Anlage in die Jahrzehnte um 1200 datiert werden kann.

Die Anlage war von durchaus beachtlicher Größe, welches aus den heute ebenerdig noch sichtbaren Mauerresten nicht ohne weiteres abgelesen werden kann. Der Zugang zur Burg lag im Südosten, von wo man über einen schmalen Bergrücken, wo ein Torwächterhaus stand, über den Halsgraben mit der Zugbrücke durch das Haupttor in die Burg eintrat. Die wichtigsten Burggebäude lagen auf der felsigen Anhöhe im Nordosten aufgereiht: Südostbau, Oberer kleiner Hof, Burgkapelle, Bergfried mit Palas, schließlich Innerer Hof. Im Südwesten lagen zwei weitere Gebäude. Die ganze innere Burg war mit einer Mauer umgeben. Die Burg war fast vollständig von einer zweiten Mauer, der Zwingermauer umgeben, welche durch sechs runde Schalentürme weiter gesichert war. Zwischen Zwingermauer und innerer Burgmauer befand sich der Burggraben, welcher um die ganze Anlage herumlief. Außerhalb der Zwingermauer im Nordosten befanden sich noch mehrere Wohn- und Wirtschaftsgebäude.

Wappen der ausgestorbenen Adelsfamilie von Steußlingen, Wappenbuch des Conrad Grünenberg, vor 1494

Beim Abbruch wurde die Burg wie üblich als Steinbruch ausgeschlachtet, weshalb heute von der ehemals etwa hundert Meter langen und sechzig Meter breiten Burganlage ebenerdig nur noch verschüttete Mauerreste und der Halsgraben zu sehen sind.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Ob die Burg jemals im Besitz der Harscher war, ist höchst zweifelhaft. Diese Behauptung wurde scheinbar erstmals durch die zweite Beschreibung des Oberamts Ehingen von 1893 gemacht, und von Konrad Albert Koch in seinem Aufsatz wiederholt, entbehrt aber jeder urkundlichen Grundlage.
  2. ↑ Eugen Nägele (1929), Von der Ehinger Alb. Blätter des Schwäbischen Albvereins Jg. 41, Nr. 6, Spalte 171.
  3. ↑ Veröffentlicht als Koch, Konrad Albert (1929), Die Brielburg. Blätter des Schwäbischen Albvereins Jg. 41, Nr. 6, Spalten 168–170.

Siehe auch