| Sixt SE | |
|---|---|
| Rechtsform | Societas Europaea |
| ISIN | DE0007231326 (Stämme), DE0007231334 (Vorzüge) |
| Gründung | 1912 |
| Sitz | Pullach im Isartal, |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 9136 (2025) |
| Umsatz | 4,3 Mrd. Euro (2025) |
| Branche | Mobilität |
| Website | https://sixt.de |
| Stand: 31. Dezember 2025 | |



Die Sixt SE mit Sitz in Pullach im Isartal ist ein internationaler börsennotierter, familiengeführter Konzern, der in Autovermietung, Carsharing und Fahrdienstvermittlung tätig ist. Das Unternehmen wurde bekannt durch provokante Werbung. Es gilt seit langem als betriebsratsfeindlich.
Im Jahr 1912 gründete Martin Sixt mit einem Fuhrpark von drei Automobilen die Martin Sixt Autofahrten. Es war nach eigenen Angaben die erste Autovermietung Bayerns. Zielgruppe der Luxusfahrzeug-Vermietung mit einem Deutz Landaulet de Luxe und zwei Daimler-Fahrzeugen waren vermögende ausländische Kunden. Im Februar 1919 kaufte Martin Sixt ein Gebäude in der Seitzstraße 11 in München, das auch heute noch eine Sixt-Filiale beherbergt. Während des Ersten Weltkrieges wurde die aus sieben Fahrzeugen bestehende Flotte konfisziert und inklusive der Fahrer dem Deutschen Heer unterstellt. Martin Sixt baute das Unternehmen nach Kriegsende wieder auf und übertrug es 1927 an seinen Neffen Hans Sixt. Aufgrund der Schwierigkeit, Ersatzteile für ausländische Fahrzeuge zu beschaffen, setzte Sixt ab 1929 nur noch Mercedes-Fahrzeuge ein. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 wurde die Fahrzeugflotte von der Wehrmacht erneut requiriert.
1948 eröffnete das Unternehmen in München ein Taxigeschäft mit den ersten Funktaxis Europas. 1951 wurde die Autovermietung Auto Sixt gegründet. Im April 1966 eröffneten die ersten Filialen am Flughafen Frankfurt Main und München-Riem. Ab 1967 bot Sixt als erstes deutsches Unternehmen Leasing-Fahrzeuge an. 1969 übernahm Erich Sixt die Führung des Unternehmens mit 200 Fahrzeugen. Im selben Jahr nahm er auch Lkws in das Angebot mit auf. 1976 trat Regine Sixt ins Unternehmen ein und schloss Verträge mit allen großen Fluggesellschaften und Hotelketten ab. Im folgenden Jahr gründete das Unternehmen an allen großen deutschen Flughäfen Filialen. Ab 1977 war Sixt zudem Lizenznehmer der amerikanischen Autovermietung Budget. 1982 firmierte Auto Sixt in Sixt Autovermietung GmbH um. 1986 wurde das Unternehmen unter dem Namen Sixt AG in eine deutsche Aktiengesellschaft umgewandelt und an der Börse gehandelt. 1988 wurde als Tochterunternehmen die Sixt Leasing gegründet. 1989 eröffnete das Unternehmen in der Schweiz erstmals eine Tochtergesellschaft außerhalb Deutschlands. Der Umsatz stieg von 19 Millionen D-Mark im Jahr 1981 auf 149 Millionen D-Mark im Jahr 1988.
Ab 1991 begann die Expansion mit Franchisenehmern verstärkt international. 1993 lagerte das Unternehmen das operative Geschäft von der AG in ein weiteres Tochterunternehmen, die Sixt GmbH & Co Autovermietung KG, aus. Die Sixt AG fungierte danach als Holding des Konzerns. 1993 übernahm Sixt den Konkurrenten Autoverleih Buchbinder, führte die Marke eine Zeit lang integriert weiter und stellte sie schließlich ein. Sixt sicherte sich die Namensrechte an Buchbinder nicht. Buchbinder wurde danach neu gegründet und etablierte sich erneut am Markt. Seit 2017 gehört Buchbinder zu Europcar. In den 1990er Jahren stieg Sixt zum größten deutschen Autovermieter auf. 1997 öffnete es 150 Filialen in Frankreich und weitere Filialen an Flughäfen in Großbritannien. 1998 folgten unter anderem mit Tunesien, Marokko und Neuseeland erstmals außereuropäische Länder. Mit rund 1500 Mitarbeitern und über 1000 Filialen in Europa erzielte das Unternehmen 1998 einen Umsatz von rund 4,6 Milliarden D-Mark. Aufgrund der internationalen Expansion und einem folgenden Rechtsstreit beendeten Sixt und Budget ihre Kooperation im Jahr 1999. Ebenfalls im Jahr 1999 schlossen Sixt und der amerikanische Anbieter Dollar Rent A Car eine Kooperation. 2000 fokussierte Sixt alle seine Internet-Aktivitäten in dem neugegründeten Tochterunternehmen e-Sixt, das unter anderem eine Internet-Plattform zum Mieten, Kaufen und Leasen von Fahrzeugen anbot.
In den Jahren 2001 bis 2003 expandierte Sixt in den Nahen Osten sowie in verschiedene Länder Afrikas. Das Unternehmen gründete 2003 unter der Marke Sixti einen Low-Budget-Service, der später in DriveNow aufging. Im selben Jahr musste sich die Aktiengesellschaft eines Angriffs des Hedge-Fonds-Managers Florian Homm erwehren, der auf einen sinkenden Aktienkurs spekulierte. Der Angriff endete für Homm mit einer Geldstrafe wegen Kursmanipulation. Ebenfalls 2006 versuchte Sixt, den Konkurrenten Europcar zu übernehmen, dessen Eigentümer Volkswagen ihn zum Kauf anbot. Neben kartellrechtlichen Bedenken (Sixt hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 23 Prozent Marktanteil, Europcar 22 Prozent) gab es auch Widerstand seitens des Europcar-Betriebsrats, der einen Personalabbau nach der Fusion befürchtete. Volkswagen entschied sich schließlich für das Angebot des französischen Finanzinvestors Eurazeo.
Ab 2007 gründete Sixt über seine Tochtergesellschaft sixt e-ventures verschiedene Online-Plattformen und -dienste. Dazu zählten unter anderem die Auto-Community Carmondo, die Aktien-Community Stockflock (später MyStocks), das Blitzer-Warnsystem Radalert, der Weineinlagerungsservice Winebase sowie Autohaus24. Die Dienste Stockflock, Radalert und Winebase wurden später eingestellt. Im Jahr 2009 kaufte Auto Bild 19,9 Prozent der Anteile an Autohaus24 und Carmondo. Im Zuge dieser Kooperation wurde Autohaus24.de um redaktionelle Inhalte von Auto Bild erweitert und Carmondo in Autobild.de integriert. Im selben Jahr übernahm Alexander Sixt die Leitung der Konzernentwicklung des Unternehmens.
2010 bot Sixt erstmals Elektroautos an. 2011 eröffnete das Unternehmen in Florida seine erste Filiale in den USA. Am 9. Juni 2011 gründeten Sixt und BMW den Carsharing-Anbieter DriveNow als Joint Venture. 2012 zog Auto Bild die bereits 2009 vereinbarte Option seine Anteile an Autohaus24 auf 50 Prozent zu erhöhen. Anfang 2013 gründete das Unternehmen den Chauffeur-Dienst myDriver. Im August 2013 wurde die Sixt AG in die Rechtsform einer Europäischen Gesellschaft (Societas Europaea) umgewandelt und heißt seitdem Sixt SE. Im Rahmen der Umwandlung wurde im Jahr 2013 ein europäischer Betriebsrat („Sixt Europa-Mitarbeiterforum“) gegründet. Im Mai 2015 brachte die Sixt SE ihre Tochtergesellschaft Sixt Leasing an die Frankfurter Wertpapierbörse. Nach dem Börsengang lag der Eigentumsanteil der Sixt SE bei 41,9 %, der Streubesitzanteil bei 58,1 %. 2020 verkaufte Sixt ihren verbliebenen Anteil von knapp 42 % an die „Hyundai Capital Bank Europe“.
Im Jahr 2016 wurden die Dienste myDriver und DriveNow auch außerhalb Deutschlands aktiv. Im Mai 2016 übernahm Sixt alle Anteile an Autohaus24.de von Auto Bild. Anfang 2018 veräußerte Sixt seinen 50-Prozent-Anteil an DriveNow für 209 Millionen Euro an BMW. Im September 2018 kündigte das Unternehmen an, rund 100 Millionen Euro in den Ausbau seiner Mobilitätsservices zu investieren. Im Februar 2019 startete das Unternehmen unter der Marke SIXT share einen neuen Carsharing-Dienst, der neben bestimmten Geschäftsgebieten deutschlandweit die Sixt-Filialen als Abgabestationen nutzt. Gleichzeitig führte Sixt eine neue App ein, die die Angebote Autovermietung, Carsharing sowie Fahrdienste in einer Applikation verband.
Im September 2021 kündigten Mobileye und Sixt an, ab dem Jahr 2022 einen Taxidienst mit selbstfahrenden Fahrzeugen anbieten zu wollen. Gestartet würde der Probelauf im Großraum München. Der Dienst sei unter anderem über die App von Sixt buchbar. Ende 2021 expandierte das Unternehmen über eine Partnerschaft mit dem australischen Automobilclub National Roads & Motorists’ Association nach Australien. 160 Stationen und insgesamt 16.000 Fahrzeuge fahren somit unter der Marke Sixt im Franchiseverfahren. Im Frühjahr 2022 folgten mit Vancouver und Toronto erste Stationen in Kanada.
Die Sixt-Aktie stieg im März 2022 vom Börsenindex SDAX in den MDAX auf. Im Oktober 2022 wurde angekündigt, dass Sixt und der chinesische Autobauer BYD eine langfristige Partnerschaft vereinbart haben. Sixt will bis 2028 mehr als 100.000 Autos von BYD kaufen.
Im September 2023 erwarb Sixt im Rahmen einer Finanzierungsrunde einen einstelligen Prozentanteil am deutschen Chauffeurdienst Blacklane. Anfang 2024 kündigte Sixt an, in den darauf folgenden drei Jahren insgesamt bis zu 250.000 Fahrzeuge von Stellantis für den Ausbau seiner Vermietflotte in Europa und Nordamerika zu erwerben. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete das Unternehmen erstmals einen Umsatz von über 4 Milliarden Euro.
Seine erste Filiale in den USA eröffnete Sixt im Jahr 2011 in Florida. Bereits im Jahr 2018 war die USA mit 55 Stationen der zweitwichtigste Markt für Sixt. In seiner Expansion setzte das Unternehmen verstärkt auf Stationen an bedeutenden Flughäfen, wo es im selben Jahr bereits rund zwei Dutzend Filialen betrieb. Bis zum Jahr 2023 wuchs der Jahresumsatz von Sixt in den USA auf über 1 Milliarde Euro, eine Verdopplung gegenüber dem Jahr 2019. Damit überholte die USA Deutschland als den bis dato größte Absatzmarkt des Unternehmens. Das Wachstum begleitete Sixt ab Ende 2022 auch mit einer Werbekampagne unter dem Slogan „Rent THE car“ in den USA (u. a. in TV und auf dem Times Square). Im Oktober 2023 kamen Partnerschaften mit den beiden NBA-Teams Chicago Bulls und Los Angeles Lakers hinzu. Ende 2024 eröffnete Sixt am John Wayne Airport seine 50. Station an einem US-Flughafen.
Das Unternehmen ist mit mehr als 9000 Mitarbeitern in rund 100 Ländern präsent. Inklusive der Fahrzeuge der Franchisenehmer und weiterer Kooperationspartner hatte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 durchschnittlich 365.900 Fahrzeuge im Bestand.
Der Sixt-Konzern umfasst die Autovermietung, Carsharing, Fahrdienstleistungen sowie ein Auto-Abo.
In Deutschland unterhält das Unternehmen rund 500 Verleihstationen. Weltweit sind es mehr als 2000 Autovermietungs-Filialen. Außerhalb Europas und den USA ist Sixt durch Franchise- und Kooperationspartner vertreten. Das Angebot gliedert sich dabei in die Vermietung von Wagen und Lkws sowie die dazugehörigen Service-Angebote oder Möglichkeiten zur Einwegmiete.

Beim Carsharing-Angebot von Sixt können Kunden in den Städten Berlin, Hamburg und München, in den Niederlanden sowie an ausgewählten Stationen in verschiedenen Städten Autos minuten- oder tageweise mieten. Seit Juni 2023 können Kunden über die Sixt App auch Autos des Kooperationspartners Miles buchen.
In den Geschäftsgebieten können Kunden das an der Straße geparkte Auto per App öffnen und nutzen. Neben dem erneuten Abstellen des Autos im Geschäftsgebiet nach Nutzung, kann das Auto auch an einer der Sixt-Stationen außerhalb des jeweiligen Geschäftsgebietes im Anmietland abgegeben werden. Auch eine Anmietung von E-Scootern über das Partnerunternehmen Tier ist in vielen Städten möglich.
Gemeinsam mit Partnern bietet Sixt über seine App Kunden in 550 Städten (Stand 2022) die Möglichkeit Taxis, Limousinen mit Chauffeur oder andere Fahrdienste zu nutzen. Dazu kooperiert das Unternehmen in Deutschland mit dem Taxigewerbe. In den USA zählt etwa der Vermittlungsdienst Lyft oder Blacklane, in Lateinamerika, Portugal und Spanien Cabify zu den Partnern.
Beim Auto-Abonnement Sixt+ erhält man einen Neuwagen gegen Bezahlung einer monatlichen Rate, die übliche Nebenkosten eines eigenen Autos bereits beinhaltet. Das Auto kann online gebucht werden und das Abonnement ist nach einer Mindestlaufzeit von 30 Tagen monatlich kündbar. Es fällt zudem eine Einmalgebühr an, deren Höhe von der gebuchten Fahrzeugklasse abhängig ist. Sie entspricht häufig jedoch in etwa einer Monatsrate. Das Angebot ist in Deutschland und 11 weiteren Ländern verfügbar (Stand 2022).
2015 verlängerte der Aufsichtsrat den Vorstandsvertrag von Erich Sixt bis zum Jahr 2020. Zugleich wurden Alexander Sixt und Konstantin Sixt zu zusätzlichen Vorstandsmitgliedern bestellt. Seit Februar 2015 wurde Sixt somit von fünf (vorher drei) Vorstandsmitgliedern geführt. Zum Termin der Hauptversammlung am 16. Juni 2021 schied Erich Sixt aus dem Vorstand aus, dessen Vorsitz seither von Alexander Sixt und Konstantin Sixt gemeinsam gebildet wird. Erich Sixt wurde in den Aufsichtsrat gewählt. Seit 1. Juni 2024 besteht der Vorstand der Sixt SE aus:
| 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Konzernumsatz (Mio. Euro) | 4.283 | 4.002 | 3.621 | 3.066 | 2.282 | 1.532 | 3.306 | 2.930 | 2.603 | 2.413 | 2.179 | 1.796 |
| Konzernüberschuss (Mio. Euro) | 286 | 335 | 464 | 550 | 442 | 2 | 247 | 439 | 204 | 157 | 128 | 110 |
| Mitarbeiter (im Jahresdurchschnitt) |
8.941 | 8.923 | 8.735 | 7.509 | 6.399 | 6.921 | 8.748 | 7.540 | 6.685 | 6.212 | 5.120 | 4.308 |
Das Unternehmen ist bekannt für seine Werbe-Installationen an Flughäfen. Der Preis für die beste Flughafenwerbung 2013 ging an Sixt.
2015 wurde die Familie Sixt von der Fachzeitschrift Werben & Verkaufen mit dem Deutschen Medienpreis 2015 als „Medienpersönlichkeit des Jahres“ ausgezeichnet.
2017 und 2018 belegte Sixt den ersten Platz beim Wettbewerb Top Service Deutschland in der Kategorie B2C. Der Preis wird von der Wirtschaftszeitung Handelsblatt gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen ServiceRating sowie der Universität Mannheim vergeben. Sixt wurde 2018 zudem für seine Dienstleistungen in verschiedenen Ländern, unter anderem für Deutschland, Österreich und die Schweiz, als beste Autovermietung im Rahmen der World Travel Awards ausgezeichnet. Gemeinsam mit seiner Werbeagentur, Jung von Matt, erhielt Sixt den Best-of-Show-Award in der Kategorie Evergreen der GWA Effie Awards 2018. Im Jahr 2025 wurde das Unternehmen von der US-amerikanischen Tageszeitung USA Today als beste Autovermietung in den USA ausgezeichnet.
Sixt setzte früh auf markante Werbesprüche. Während der Hyperinflation nach dem 1. Weltkrieg warb Sixt mit dem Spruch „20 Billionen Mark pro Tag – Dieses Mercedes-Automobil können Sie schlichtweg als geschenkt betrachten“. Ab Mitte der 1980er Jahre wurden die Werbekampagnen unter Beteiligung von Jean-Remy von Matt Teil der Markenidentität des Unternehmens und zunehmend provokanter. Die Expansion innerhalb Deutschlands unterstützte Sixt mit der ersten großen Kampagne „Mieten Sie einen Mercedes zum Preis eines Golfs. Buchen Sie First Class, zahlen Sie Economy.“
1999 verurteilte der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil Sixt wegen unzulässiger Preisbindung ihrer Franchisenehmer zu Schadenersatz. Sixt hatte den selbstständigen Franchisepartnern die Preise faktisch vorgeschrieben, indem sie in das deutschlandweite Reservierungssystem eingebunden wurden und bei abweichender Preisgestaltung den Mietauftrag zurückgeben mussten. Dies ist eine nach dem deutschen Kartellrecht unzulässige Preisbindung der zweiten Hand, die der BGH untersagte.
Im November 2017 wird Sixt in den Veröffentlichungen der Paradise Papers aufgelistet.
Sixt gilt seit Jahrzehnten als betriebsratsfeindlich, urteilte die Die Tageszeitung 2023. Das Unternehmen fahre traditionell eine harte Linie gegen jede Form innerbetrieblicher Mitbestimmung. Es verhinderte bislang alle Versuche, Mitarbeitervertretungen zu gründen. Das Betriebsverfassungsgesetz stellt die Behinderung von Betriebsratswahlen unter Strafe. Zu einer Verurteilung kam es bis Mitte 2026 nicht.
Bekannt wurden erste Fälle 2018 aus Frankfurt am Main. Dort seien ungewöhnlich hohe Abfindungen gezahlt worden, um Beschäftigte loszuwerden, berichtete die Süddeutsche Zeitung.
Als 2021 in Düsseldorf ein Betriebsrat gegründet werden sollte, kam es zu fristlosen Kündigungen oder es wurden Aufhebungsverträge mit einer Abfindung von 10.000 Euro angeboten. Das Angebot wurde später zurückgezogen. Weil es eine „massive Störung des Betriebsfriedens zu eigennützigen, rechtswidrigen Zwecken“ gegeben habe, forderte das Unternehmen einen Schadenersatz von 1.506 EUR. Wegen der Behinderung der Betriebsratsgründung kündigte Ver.di-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim an, einen Strafantrag gegen Sixt stellen. Sixt unterlag in den Verfahren vor dem Arbeitsgericht und dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf. Jedoch hatten die drei betroffenen Mitarbeiterinnen das Unternehmen nach Angaben eines Sprechers der Sixt SE „auf eigenen Wunsch verlassen“.
Ähnliche Vorwürfe wurden 2024 in einem anderen Fall in Stuttgart erneut geäußert. Die Süddeutsche Zeitung berichtete in diesem Zusammenhang von einer erkennbaren „Koinzidenz der Ereignisse, die damit beginnt, dass ein oder mehrere Mitarbeiter einen Betriebsrat gründen möchten. Verschiedene Betroffene berichten von Einschüchterungsversuchen Vorgesetzter. Bevor es dann zur Betriebsratswahl kommen kann, erhalten sie aus verschiedenen Gründen eine Kündigung.“
In Schleswig-Holstein erhielten drei Beschäftigte im Februar 2026 die außerordentliche fristlose Kündigung einen Tag vor der angekündigten Wahlversammlung zur Betriebsratswahl in Flensburg. Sie wurden von der Arbeit freigestellt und konnten deswegen nicht mehr kandidieren. Zuvor war ihnen erklärt worden, dass die Gründung eines Betriebsrats ein „Fehler“ sei und Konsequenzen nach sich ziehen werde. Ver.di erstattete bei der Staatsanwaltschaft Flensburg Strafanzeige gegen den regionalen Geschäftsführer, gegen Filialleiter und Sixt-Gesellschafter wegen Behinderung von Betriebsratsarbeit.