SNCF Z 6400

SNCF Z 6400
Z 6538 im Bahnhof Pont-Cardinet
Z 6538 im Bahnhof Pont-Cardinet
Z 6538 im Bahnhof Pont-Cardinet
Nummerierung: SNCF Z 6401/6402–6549/6550
Anzahl: 75 Einheiten vierteilig
Hersteller: mechanisch Carel & Fouché, elektrisch Alsthom
Baujahr(e): 1976–1979
Ausmusterung: bis 2020
Achsfolge: Bo'Bo'+2'2’+2’2’+Bo'Bo'
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 92.430 mm
Breite: 2.950 mm
Höhe: 3.660 mm (Dachscheitel)
Drehzapfenabstand: 15.600 mm Triebwagen
15.790 mm Beiwagen
Drehgestellachsstand: 2.400 mm Triebdrehgestelle
2.300 Laufdrehgestelle
Treibraddurchmesser: 1.020 mm
Laufraddurchmesser: 800 mm
Leermasse: 190 t
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Dauerleistung: 2.360 kW
Anfahrzugkraft: 232 kN
Stromsystem: 25 kV, 50 Hz ~
Stromübertragung: Stromabnehmer
Bremse: elektrisch (Widerstand), pneumatisch
Kupplungstyp: Scharfenbergkupplung
Sitzplätze: urspr. 364 + 88 Klappsitze
n. Umbau 332+ 88 Klappsitze
Fußbodenhöhe: 1.190 mm
Klasse(n): 1./ 2. Klasse

Die Baureihe Z 6400 ist eine Serie von 75 vierteiligen elektrischen Triebzügen, die ab 1976 von der französischen Staatsbahn SNCF für Einsätze im Schienenpersonennahverkehr beschafft wurden. Die Fahrzeuge besitzen wie die Z 6100 Wagenkästen aus nichtrostendem Stahl (INOX-Wagen). Die aus zwei Triebwagen und zwei antriebslosen Mittelwagen bestehenden Züge wurden auf den Wechselstromstrecken des Pariser Vorortverkehrs eingesetzt, vor allem auf den vom Bahnhof Paris-Saint-Lazare ausgehenden Linien.

Die letzten Z 6400 wurden 2020 in Frankreich ausgemustert.

Geschichte

Die Triebwagen bilden eine neue Generation von Elektrotriebwagen und unterscheiden sich von den vorher beschafften Fahrzeugen Z 6100 sowie Z 6300 äußerlich durch eine kantigere Bauweise mit großen Fenstern und von der Fahrzeugausrüstung durch ein neues Konzept, bestehend aus zwei Triebwagen mit einem Führerstand sowie zwei dazwischen eingestellten Beiwagen. Die ersten Fahrzeuge waren die sogenannte Roissy-Linie von Aulnay-sous-Bois nach dem Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle, die stellenweise Steigungen bis 27 ‰ aufwies, beschaffen worden, dafür wurden die Wagen auch konstruiert. Diese Verbindung wurde bald in die RER B integriert und benötigte daher Mehrsystemfahrzeuge. Daraufhin wurden die folgenden Fahrzeuge beim Bahnhof Paris-Saint-Lazare eingesetzt und ersetzten dort die letzten verkehrenden Standard-Triebwagen.

Die 75 Einheiten wurden zwischen 1976 und 1979 beschafft und in Diensten vornehmlich für die Z 6300 eingesetzt. Nachdem alle Vorort-Strecken des Pariser Bahnhofes Saint-Lazare mit Oberleitung 25 kV 50 Hz elektrifiziert waren, verkehrten auf ihnen auch vornehmlich die neuen Z 6400, die mit ihrer 3-fachen Leistung von einem Z 6300 für den Vorortverkehr auch wesentlich besser einzusetzen waren. Ein Unterschied zu den älteren Triebwagen war außerdem, dass sie mit einem Einmann-Abfertigungssystem ausgeführt waren, damit konnten alle Türen vom Lokfüher allein geschlossen werden.

Zwischen den Jahren 1999 und 2005 erhielten alle Z 6400-Fahrzeuge eine Renovierung, die sich äußerlich durch eine noch farbenfrohere Lackierung zeigte, im Innenbereich wurden neue Sitze mit gegen Vandalismus unempfindlicheren Bezügen eingebaut, außerdem änderte sich bei der 2. Klasse die Sitzteilung von 3+2 auf 2+2. Dadurch verringerte sich die Sitzplatzzahl von 364 auf 332 Sitzplätze, durch diese Maßnahme wurde aber eine Vergrößerung des Mittelganges realisiert. Durch ihre Zuverlässigkeit und das Leistungsvermögen waren sie über viele Jahre zuverlässig im Eisatz. Erst ab Ende 2016 erreichten die ersten Züge das Ende ihrer Nutzungsdauer und wurden durch neue Z 50000 ersetzt. Am 4. November 2020 wurden die letzten Fahrzeuge der Reihe ausgemustert und beim Bahnhof Pont-Cardinet abgestellt. Ihr Verbleib ist unbekannt.

Technische Ausrüstung

Ein Triebzug besteht aus dem Triebwagen mit ungerader Nummerierung, zwei folgenden Beiwagen und dem Triebwagen mit gerader Nummerierung. Diese vier Einzelfahrzeuge bilden eine betriebliche Einheit. Maximal zwei Einheiten können in Vielfachsteuerung von einem Führerstand aus gesteuert werden. Die Konstruktion des Wagenkastens entspricht den bekannten INOX-Wagen, deren Konstruktion wurde bereits bei dem Z 6300 ausführlich erklärt. Die Wagen Z 6400 waren die letzten Fahrzeuge nach dieser Bauart und außerdem etwas kantiger und von Anfang an auch mit einem farblichen Fensterband je nach dem Einsatzort ausgeführt. In etwa waren sie mit der Raumaufteilung der Z 6100-Triebwagen mit 3 Fahrzeugtüren je Fahrzeugseite ausgeführt, die Türen besaßen entgegen den Vorgängerfahrzeugen keine äußeren Haltestangen, um das Aufspringen nach Abfahrt zu verringern, außerdem sind sie mit einer Verriegelungseinrichtung versehen. Der Triebwagen mit der ungeraden Nummer hatte ursprünglich die Sitzplätze 1. Klasse, diese waren in Sitzordnung 2+2 ausgeführt. Alle anderen Wagen hatten die 2. Klasse, diese war stellenweise mit Sitzordnung 2+3 angeordnet. Nach der Renovierung wurden alle Sitze als 2+2-Bestuhlung angeordnet, was eine Verringerung der Gesamtsitzplatzanzahl zur Folge hatte.

Deutlich leistungsfähiger als die Vorgängerfahrzeuge sind die Z 6400, eine Vierwageneinheit besitzt acht Fahrmotoren vom Typ EMW 510 mit 295 kW, die über einen Hohlwellenantrieb auf je einen Radsatz wirken. Die elektrische Ausrüstung ist auf dem Dach oder unterflur angeordnet. Auf dem Dach befinden sich der Spannungsrelais-Transformator, die Widerstandssteuerung, die Gleichrichter auf Thyristorbasis, der Leistungsschalter sowie der Erdungsschalter. Unterflur wurden der Haupttransformator, die Batterie mit Ladegerät, Druckluftbehälter, Heizelemente und Hilfsluftkompressor eingebaut. Jeder Motor ist mit Eigenbelüftung ausgeführt. Die Fahrzeuge sind mit Luftfedern abgefedert. Die Fahrzeugsteuerung ist mit einem automatischen Geschwindigkeitsregelsystem ausgeführt. Bei der Renovierung wurde besonders der Innenraum mit freundlicheren Farben versehen, die ursprünglichen Beleuchtungen mit Neon-Röhren verbessert und die Ausstattung den jeweiligen Kundenwünschen entsprechend ausgeführt, Außerdem erhielten die Fahrzeuge seit 2007 noch Einrichtungen für ein Fahrgastinformationssystem.

Siehe auch

Literatur

Commons: SNCF Class Z 6400 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Le Train, Encyclopédie du matériel moteur SNCF, Band 5.
    1. ↑ S. 88
    2. ↑ S. 90
    3. ↑ S. 89
  2. 1 2 3 4 5 Thomas Estler, Loks der französischen Staatsbahn SNCF, Transpress Verlag Stuttgart, 2014, ISBN 978-3-613-71480-9, Seite 104
  3. ↑ Autorenkollektiv: Les automotrices inox de La SNCF. docrail.fr, 14. Dezember 2020, abgerufen am 22. Juli 2026 (französisch).
  4. ↑ P. Mauduit: Le début de la fin pour les Z 6400. railpassion.fr, 8. April 2017, abgerufen am 4. August 2026 (französisch).
  5. ↑ M. Carémantrant: C’est fini pour les Z 6400. railpassion.fr, 11. Januar 2021, abgerufen am 4. August 2026 (französisch).
  6. 1 2 Bernard Collardey, Les trains de banlieue, Band II, S. 302.
  7. ↑ Autorenkollektiv: Les automotrices inox de La SNCF. docrail.fr, 14. Dezember 2020, abgerufen am 22. Juli 2026 (französisch).
  8. ↑ tcdurable.canalblog.com: Foto der Inneneinrichtung von dem Z 6400 für Ouest