| Namen von Sneferka | |||||||||||
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Schieferfragment mit dem Horusnamen des Seneferka | |||||||||||
| Horusname |
S.nfr-k3 Sein Ka ist vollkommen Nfr-s.k3 | ||||||||||
Sneferka (eigentl. Hor-Sneferka) ist der Horusname eines kaum belegten altägyptischen Königs (Pharaos) der Frühdynastischen Epoche Ägyptens, dessen genauere zeitliche Einordnung umstritten ist. Seine Amtszeit wird jedoch allgemein in die 2. Dynastie verortet.
Sneferkas Name ist Gegenstand verschiedener Lesungen und Interpretationen, da voneinander abweichende Schreibweisen seines Namens in königlichen Serechs vorliegen. So liest ihn beispielsweise Zahi Hawass als „Nefer-Sieka“. Toby Wilkinson und Wolfgang Helck hingegen lesen „Sneferka“. Francesco Raffaele liest sowohl „Sneferka“ als auch, alternativ dazu, „Neferka-es“.
Der Herrscher ist bislang nur durch eine geringe Anzahl von Steingefäßen bekannt. Sneferkas Inschriften finden sich hauptsächlich auf meist zerbrochenen Schalen, von denen eine aus der Mastaba S3505 des hohen Beamten Merka in Sakkara stammt, der wiederum unter Qaa datiert. Dieses Gefäßfragment besteht aus Alabaster. Ein zweites Gefäß, diesmal aus Schiefer, wurde in den unterirdischen Westgalerien des Djoserkomplexes gefunden. Ein drittes Schiefergefäß stammt aus der Sammlung des griechischen Antiquitätenhändlers George Anastase Michaelides. Sneferkas Name erscheint auf dem letztgenannten Artefakt ohne Horusfalke über dem Serech und die Echtheit des Objektes (beziehungsweise, der Inschrift) wird von Fachleuten angezweifelt. In einer im Jahr 2005 ausgegrabenen Mastaba in Sakkara soll Sneferkas Name mehrmals erscheinen, doch wurden die Befunde bisher nicht veröffentlicht.

Die neben Sneferkas Serechs befindlichen Texte nennen Namen von Institutionen, die auch für König Qaa, dem wahrscheinlich letzten Herrscher der 1. Dynastie, belegt sind, so zum Beispiel „Göttlicher Palast“ (ägypt. Ah-netjer) und „Erhebungen der Götter“ (ägypt. Qau-netjeru). Daraus schließt zum Beispiel Peter Kaplony, dass eine zeitliche Nähe zu Qaa anzunehmen sei. Er vermutet, dass Sneferka entweder für sehr kurze Zeit noch vor Qaa regierte oder dass es sich bei „Sneferka“ um einen zweiten Horusnamen von Qaa gehandelt haben könnte, den dieser nur eine sehr kurze Zeit trug. Diese Überlegung war bereits auch von den Entdeckern der Gefäße, Pierre Lacau und Jean-Philippe Lauer, gemacht worden. Allerdings ist diese These nicht unwidersprochen, weil ein solcher Brauch für die gesamte Frühzeit nicht belegt ist.
Des Weiteren gibt es zwei Gefäßbruchstücke mit dem Namen eines nicht näher bekannten „König Vogel“, der vermutlich in dieselbe Regierungszeit fällt wie Sneferka. Nach Wolfgang Helck und Peter Kaplony könnte es zwischen „Vogel“ und Sneferka zu Thronstreitigkeiten gekommen sein, die darin gipfelten, dass der Königsfriedhof von Abydos geschlossen und sogar öffentlich geplündert wurde. Entsprechende Spuren und Funde wurden von Walter Bryan Emery entdeckt. Dies würde auch erklären, warum einerseits Herrscherauflistungen auf Steingefäßen abrupt mit Qaa enden und zum anderen das königliche Begräbnis nach Sakkara verlegt wurde. Auch Wolfgang Helck argwöhnt Thronwirren und vermutet, dass hier möglicherweise gar eine komplette „Klein-Dynastie“ entweder einer sogenannten Damnatio memoriae zum Opfer fiel oder die Herrscher so kurz regierten, dass ihre Namen im Verlauf der Geschichte gewissermaßen untergingen. Er weist ergänzend auf die Eigentümlichkeit hin, dass bis König Qaa regelmäßig Gefäße und Tonsiegel mit kurzen Herrscherlisten in diversen Mastabas und Königsgräbern gefunden wurden, ein weiteres Mal im Galeriegrab des Ninetjer aus der 2. Dynastie, wo die Horusnamen von Hetepsechemui, Raneb und Ninetjer gemeinsam aufgereiht sind. Eine solche „Königsliste“ fehlt für die Übergangszeit von 1. zu 2. Dynastie.
Der Begründer der 2. Dynastie und mutmaßliche Nachfolger von Sneferka und „Vogel“, Hetepsechemui, ging vielleicht sogar mit militärischer Gewalt gegen die beiden Herrscher vor, triumphierte und ließ das Grab des Qaa wieder herrichten. Diese Vermutung wird gemäß Dietrich Wildung unterstützt durch den Horusnamen des Hetepsechemui. Dieser hatte seinen Namen betont beiden Landeshälften von Ägypten gewidmet, laut George Andrew Reisner und Dietrich Wildung hätte er keinen Grund dazu gehabt, wäre der Übergang von erster zu zweiter Dynastie tatsächlich reibungslos verlaufen. Wolfgang Helck wirft ergänzend ein, dass die Namen von Sneferka und „Vogel“ beide fast immer auf sogenannten Jubiläumsgefäßen von König Qaa aufgebracht sind und Qaas Name jedes Mal weggeschliffen und ersetzt wurde. Die Namen der Institutionen, die unter Qaa gegründet worden waren, wurden dagegen unverändert belassen.
Kim Ryholt ist überzeugt, Sneferka könnte zwischen Ninetjer und Chasechemui geherrscht haben, sein Name sei in späteren Königslisten (außer in der Königsliste von Abydos) unter den Kartuschennamen Neferkare I. beziehungsweise Aaka aufgeführt. Er weist darauf hin, dass Schreiber der ramessidischen Epoche die Angewohnheit hatten, bei Königsnamen früher Dynastien, die ähnlich aufgebaut waren wie jene zu deren Lebzeiten, die Sonnenscheibe des Re hinzuzufügen, obwohl ihnen hätte bekannt sein müssen, dass dies in so früher Zeit noch gar nicht üblich war: der Sonnengott Re war erst während der 3. Dynastie zur eigenständigen Gottheit erhoben worden.
In ganz ähnliche Richtung tendiert auch Aidan Dodson, der Sneferka eine regelrechte „Blitzherrschaft“ von nur wenigen Monaten zuspricht und ihn zwischen Ninetjer und Chasechemui wähnt. Auch er verweist auf die Gefäßfragmente mit Sneferkas Namen, deren Beschriftungen fast alle auf „Rasur“ angebracht wurden. Sneferka hatte die Gefäße des Qaa usurpiert und dessen Namen durch seinen eigenen ersetzt. Dieser Umstand belegt laut Dodson einen deutlich späteren Regierungszeitpunkt für Sneferka als bislang angenommen. Toby Wilkinson weist ebenfalls auf die Gefäßrasuren und Sneferkas Abwesenheit in ramessidischen Königslisten hin, mag sich aber nicht so recht festlegen, ob Sneferka ein tatsächlicher Usurpator oder lediglich ein kurzzeitiger Nachfolger war, der in Vergessenheit geriet.
Francesco Raffaele hingegen hält es für möglich, dass Sneferka in Wirklichkeit eine Königin war, die für kurze Zeit die Regierungsgeschäfte für ihren noch unmündigen Sohn leitete. Er begründet seine Darlegung mit der abweichenden Konstellation der Hieroglyphen im Serech zueinander, aus der sich eine alternative Lesung als „Neferka-es“ anbiete.
Der niederländische Ägyptologe Joris van Wetering vermutet Sneferkas Grabanlage in Sakkara. In einem Wadi zwischen dem Pyramiden-Komplex des Sechemchet und dem koptischen Kloster des heiligen Jeremias (Deir Apa Jeremias) – ein Ort, an dem Vermutungen zufolge weitere Königsgräber der 2. Dynastie zu finden sein könnten – liegt die Mastaba des „Hohepriester des Aton“ Merire-Merineith, welcher in der 18. Dynastie gewirkt hatte. Merire hatte seine Mastaba offenbar über einem geplünderten Galeriegrab der 2. Dynastie errichtet und Teile des unterirdischen Kammersystems wiederverwendet. Das Grab liegt genau in der Verlängerung der Ostmauer des Djoser-Komplexes, also nur wenige Meter östlich der Längengrad-Position, auf der sich auch das Grab des Ninetjer befindet. van Wetering und seine Kollegen Maarten Raven und René van Walsem halten es für möglich, dass das Galeriegrab König Sneferka, aber auch anderen, obskuren Königen wie Vogel, Sened, Horus Sa und anderen gehört haben könnte. Hintergrund der These ist, dass aus dem Galeriegrab kleine Modellvasen mit dem Horusnamen von König Hetepsechemui geborgen worden waren, der König selbst aber besitzt bereits ein eigenes Galeriegrab in Sakkara.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
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| unsicher | König von Ägypten 1. Dynastie | unsicher |
| Personendaten | |
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| NAME | Sneferka |
| KURZBESCHREIBUNG | altägyptischer König der 1. Dynastie |
| GEBURTSDATUM | 29. Jahrhundert v. Chr. oder 28. Jahrhundert v. Chr. |
| STERBEDATUM | 29. Jahrhundert v. Chr. oder 28. Jahrhundert v. Chr. |